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Gewerbeabfallverordnung: Dokumentation für Metallabfälle

Schon seit 2017 müssen Betriebe die getrennte Sammlung von Metall dokumentieren. Für Metall ist das mit wenigen Unterlagen zu erfüllen – eine geplante Novelle ist noch nicht in Kraft.

Redaktion SchrottgeierZuletzt geprüft am 02.10.2026Quellen auf dieser Seite

Für die Dokumentation nach der Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) brauchen Sie bei Metallabfällen keine Spezialsoftware und keine Vorlage aus dem Internet, sondern zwei Arten von Unterlagen: Belege, dass Sie Metall getrennt sammeln – etwa Lageplan, Fotos, Liefer- oder Wiegescheine –, und eine Erklärung des Abnehmers, was mit dem Metall geschieht. Diese Pflicht besteht seit 2017 (§ 3 Abs. 3 GewAbfV). Eine Novelle mit strengeren Regeln ist geplant, aber noch nicht beschlossen; was sie ändern würde, steht weiter unten. Diese Seite ordnet, was heute in die Ablage gehört (Stand: Oktober 2026).

2 TeileBelege der getrennten Sammlung und Erklärung des Abnehmers (§ 3 Abs. 3 GewAbfV)
10 m³bis zu dieser Abfallmenge je Baumaßnahme entfällt die Dokumentationspflicht (§ 8 Abs. 3 GewAbfV)
bis 10.000 €Bußgeldrahmen, wenn die Dokumentation fehlt oder nicht vorgelegt wird (§ 13 GewAbfV, § 69 KrWG)

Was heute gilt: die Gewerbeabfallverordnung von 2017

Maßgeblich ist die Gewerbeabfallverordnung in der Fassung von 2017. Die letzte Änderung vom Juli 2026 war nur eine Folgeänderung zum neuen Verpackungsrecht; die geplante Novelle ist nicht in Kraft. Für Metallabfälle ergeben sich daraus diese Kernregeln:

RegelWas giltFundstelle
Getrennt sammelnMetalle sind getrennt von anderen Abfällen zu sammeln und der Verwertung zuzuführen. Pflicht ist die Fraktion „Metalle“, nicht eine feinere Aufteilung.§ 3 Abs. 1 S. 1 Nr. 4; Baustellen § 8 Abs. 1 S. 1 Nr. 3
DokumentierenDie getrennte Sammlung ist zu belegen, die Verwertung durch eine Erklärung des Abnehmers.§ 3 Abs. 3; Baustellen § 8 Abs. 3
VorlegenDie Dokumentation ist der Behörde auf Verlangen vorzulegen, auf Verlangen auch elektronisch.§ 3 Abs. 3 S. 3; § 8 Abs. 3 S. 3
BußgeldMetall nicht getrennt gesammelt: bis 100.000 €. Dokumentation fehlt oder wird nicht vorgelegt: bis 10.000 €.§ 13 GewAbfV i. V. m. § 69 KrWG
Geringe MengenKeine feste Kilogrammgrenze. Ausnahme von der Getrennthaltung nur bei technischer Unmöglichkeit oder wirtschaftlicher Unzumutbarkeit, etwa wegen sehr geringer Menge.§ 3 Abs. 2; Baustellen § 8 Abs. 2
Kleine BaustellenFallen je Bau- oder Abbruchmaßnahme insgesamt nicht mehr als 10 m³ Abfall an, entfällt die Dokumentation.§ 8 Abs. 3 S. 4
FormularKein amtliches Formular vorgeschrieben.§ 3 Abs. 3 S. 2
AufbewahrungKeine eigene Frist für Erzeuger genannt; mehrere Jahre aufbewahren.–

Für welche Abfälle das gilt: Die Pflichten aus § 3 betreffen gewerbliche Siedlungsabfälle – Abfälle aus Betrieben, die Haushaltsabfällen ähnlich sind, etwa ausgediente Regale, Mobiliar oder Metallteile aus der Instandhaltung –, die Pflichten aus § 8 Metalle aus Bau- und Abbruchmaßnahmen (Abfallschlüssel 17 04). Produktionsabfälle wie Stanzgitter oder Späne fallen nur darunter, wenn sie Haushaltsabfällen vergleichbar sind; emulsionsbehaftete Späne sind es nicht. Für sie gilt das allgemeine Getrennthaltungsgebot (§ 9 KrWG), nicht die Dokumentationspflicht der GewAbfV – Wiegescheine und Verwertungsbelege abzulegen bleibt trotzdem sinnvoll. Im Zweifel ordnet die zuständige Abfallbehörde ein.

Teil 1: die getrennte Sammlung belegen

Zulässig sind Lagepläne, Lichtbilder, Praxisbelege wie Liefer- oder Wiegescheine und ähnliche Dokumente (§ 3 Abs. 3 S. 2 Nr. 1 GewAbfV). Sie können die Formen kombinieren:

NachweisformWas er belegtWorauf Sie achten sollten
Lageplanwo welche Behälter für welche Fraktion stehenheute zulässig; aktuell halten. Der Entwurf der Novelle würde ihn streichen – datierte Fotos dazu machen Sie für beide Fälle sicher
Fotodass die Behälter getrennt stehen und sortenrein gefüllt sindAufnahme datiert, regelmäßig wiederholt – nicht ein einziges Bild vom Anfang
Lieferscheindass das Material an einen bestimmten Abnehmer übergeben wurdenennt Datum, Abnehmer und Material, aber nicht zwingend die gewogene Menge
WiegescheinDatum, Sorte, Menge und Abnehmer in einem BelegMetall als eigene Position; „Schrott“ allein belegt die Menge, nicht die Trennung
Entsorgungsvertragdass die Abholung dauerhaft geregelt istergänzend sinnvoll bei laufender Stellung; für getrennt gesammeltes Metall schreibt die Verordnung ihn nicht vor
weitere Nachweiseje nach Abfallart, etwa bei gefährlichen Abfällenhier gelten eigene, strengere Nachweispflichten – siehe unten

Teil 2: die Verwertung bestätigen lassen

Zur Dokumentation gehört außerdem eine Erklärung des Abnehmers, der das Metall übernimmt. Sie nennt seinen Namen und seine Anschrift, die Masse, die Art der Verwertung und den beabsichtigten Verbleib (§ 3 Abs. 3 S. 2 Nr. 2 GewAbfV). Bei Schrott steht das oft schon auf dem Wiegeschein; viele Schrotthändler stellen alternativ eine Jahresbescheinigung aus. Fragen Sie danach, wenn beides fehlt – ein Wiegeschein ohne diese Angaben belegt die Trennung, aber nicht die Verwertung.

Für Metall ist der Wiegeschein der stärkste Beleg: Er entsteht bei der Verwiegung ohnehin und führt Datum, Sorte, Menge und Abnehmer in einem Papier zusammen. Nennt er zusätzlich Verwertungsart und Verbleib, deckt er beide Teile ab. Was darauf stehen sollte, steht auf der Seite Wiegeschein.

Dokumentation nach GewAbfV: getrennte Sammlung belegen und Verwertung bestätigenTeil 1: Lageplan, Foto, Lieferschein oder Wiegeschein belegen die getrennte Sammlung. Teil 2: Der Abnehmer erklärt Name, Anschrift, Masse, Verwertungsart und Verbleib. Je Abholung: Foto, Verwiegung je Sorte, Wiegeschein mit Verwertungsangaben, Ablage im Jahresordner.DOKUMENTATION NACH GEWABFVZwei Teile: Trennung belegen, Verwertung bestätigen1Getrennte Sammlung belegen – eine oder mehrere FormenLageplanWo welcher Behälter fürwelche Fraktion steht.heute zulässigFotoBehälter stehen getrenntund sind sortenreingefüllt.datiert, regelmäßigLieferscheinDas Material ging aneinen bestimmtenAbnehmer.nicht zwingend mitGewichtWiegescheinDatum, Sorte, Mengeund Abnehmer in einemBeleg.stärkster Beleg für Metall2Verwertung bestätigen lassenErklärung des AbnehmersName und Anschrift, Masse, Verwertungsart und beabsichtigter Verbleib – oft direkt auf dem Wiegeschein oderals Jahresbescheinigung des Schrotthändlers.Je Abholung ein Satz – abgelegt an einem OrtFoto vor der AbholungVerwiegung je SorteWiegeschein mitVerwertungsangabenOrdner je Jahr, aufVerlangen vorlegenGeltendes Recht: GewAbfV 2017, § 3 Abs. 3 (Baustellen § 8 Abs. 3), beschränkt auf Metallabfälle. Der Entwurf einer Novelle(BR-Drs. 60/25, nicht in Kraft) würde den Lageplan streichen. Für gefährliche Abfälle gelten eigene Nachweise. Dieser Hinweisersetzt keine Rechtsberatung.
Je Abholung Foto und Wiegeschein, dazu die Erklärung des Abnehmers – abgelegt an einem Ort.
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Ein verbreitetes Missverständnis: Die gesuchte „Vorlage“ oder das „Muster“ ist kein amtliches Formular. Die Verordnung schreibt heute Inhalte und zulässige Belegformen vor, nicht ein bestimmtes Blatt; erst der Entwurf der Novelle würde einen Vordruck einführen. Eine Checkliste hilft trotzdem – sie sorgt dafür, dass nichts fehlt.

Dokumentations-CheckNeun Fragen zur Dokumentation nach Gewerbeabfallverordnung (Fassung 2017). Das Ergebnis lässt sich ausdrucken.

Das Werkzeug braucht JavaScript. Die Zahlen dahinter stehen auch im Text dieser Seite.

Getrennthalten ist die Pflicht, Dokumentieren der Beweis

Die Reihenfolge wird in der Praxis oft vertauscht. Verlangt ist zuerst, dass Metall getrennt erfasst und getrennt einer Verwertung zugeführt wird; die Dokumentation belegt diese Trennung. Wer erst beim Entsorger aussortieren lässt, dokumentiert eine Trennung, die im Betrieb nicht stattgefunden hat. Für Metall ist die Umsetzung vergleichsweise einfach, weil es sich sichtbar und dauerhaft trennen lässt:

  1. Sorten festlegen Pflicht ist, Metall getrennt von anderen Abfällen zu halten. Feiner zu trennen – Stahl und Eisen, Edelstahl, Aluminium, Buntmetall – ist keine Pflicht, lohnt sich aber, weil sortenreines Metall deutlich mehr erlöst. Welche Aufteilung sich in Ihrer Branche bewährt, zeigen die Seiten für Metallbau, Kfz-Werkstätten und Industrie.
  2. Behälter beschriften Eine Pflicht zur Beschriftung gibt es heute nicht, empfehlenswert ist sie trotzdem: Ein Schild mit der Sorte hilft im Betriebsalltag und macht die Fotos erst aussagekräftig.
  3. Größe und Turnus passend wählen Überfüllte Behälter werden gemischt befüllt. Welche Bauart und Größe zu Ihrem Anfall passt, klärt die Seite Containergrößen für Schrott.
  4. Belege einsammeln Foto vor der Abholung, Wiegeschein nach der Verwiegung, dazu die Erklärung des Abnehmers über Menge, Verwertungsart und Verbleib – alles am selben Ort abgelegt, digital oder als Ordner.
  5. Lageplan ergänzen Ein Lageplan ist heute zulässig. Weil der Entwurf der Novelle ihn streichen würde, legen Sie zusätzlich datierte Fotos ab – dann sind Sie für beide Fälle gerüstet.

Die Verordnung unterscheidet mehrere Abfallfraktionen, etwa Papier, Glas, Kunststoffe, Holz und Metalle. Für diese Seite zählt nur die Fraktion Metalle. Welche weiteren Fraktionen in Ihrem Betrieb anfallen und wie sie zu behandeln sind, beurteilt die für Sie zuständige Abfallbehörde.

Geringe Mengen, Gemische, 90-%-Regel

Geringe Mengen. Eine feste Kilogrammgrenze steht nicht in der Verordnung. Von der Getrennthaltung befreit nur, wenn sie technisch nicht möglich ist – etwa weil kein Platz für die Behälter da ist – oder wirtschaftlich nicht zumutbar, etwa wegen einer sehr geringen Menge (§ 3 Abs. 2 GewAbfV; auf Baustellen § 8 Abs. 2, dort auch bei hoher Verschmutzung). Die Vollzugshinweise der Länder nennen als Richtwert rund 10 kg je Fraktion und Woche, auf Baustellen bis zu 1 m³ je Fraktion und Maßnahme. Die Ausnahme betrifft die Getrennthaltung, nicht die Dokumentation: Wer sich darauf beruft, muss die Gründe darlegen. Wer regelmäßig Containermengen erzeugt, liegt ohnehin deutlich darüber.

Kleine Baustellen. Fallen bei einer Bau- oder Abbruchmaßnahme insgesamt nicht mehr als 10 m³ Abfall an, entfällt die Dokumentationspflicht (§ 8 Abs. 3 S. 4 GewAbfV); getrennt sammeln müssen Sie Metall grundsätzlich trotzdem. Mehr dazu auf der Seite Abbruch und Rückbau.

Gemische. Eine Pflicht, Gemischbehälter mit Störstoffen zu kennzeichnen, gibt es heute nicht. Wo Abfälle ausnahmsweise gemischt gesammelt werden dürfen (§ 3 Abs. 2), müssen diese Gemische grundsätzlich unverzüglich in eine Vorbehandlungsanlage (§ 4 Abs. 1 GewAbfV). Bei der ersten Übergabe müssen Sie sich vom Betreiber der Anlage in Textform bestätigen lassen, dass sie die technischen Mindestanforderungen und die Sortierquote erfüllt (§ 4 Abs. 2 i. V. m. § 6 Abs. 1 und 3). Beauftragen Sie einen Containerdienst mit der Beförderung, holt er die Bestätigung ein und teilt Ihnen das Ergebnis mit. Dazu kommt der wirtschaftliche Effekt: Buntmetall, das im Mischcontainer landet, wird im Zweifel wie Stahl-Mischschrott bewertet. Wie groß dieser Abstand ist, zeigt der Preismonitor – Stahl-Mischschrott liegt aktuell bei 0,13–0,18 €/kg, Kupfer Millberry bei 10,38–11,41 €/kg.

Die 90-%-Regel (sogenannte 90/10-Regel). Sie gilt heute und betrifft gewerbliche Siedlungsabfälle: Wer im Vorjahr mindestens 90 Masseprozent getrennt gesammelt und zur stofflichen Verwertung gegeben hat, muss seine Gemische nicht in eine Vorbehandlungsanlage geben (§ 4 Abs. 3 S. 3 GewAbfV). Die Gemische gehen dann vorrangig in eine sonstige, insbesondere energetische Verwertung (§ 4 Abs. 4). Die Quote ist die getrennt gesammelte und verwertete Masse geteilt durch die Gesamtmasse dieser Abfälle (§ 2 Nr. 6). Den Nachweis erstellt der Betrieb bis zum 31. März des Folgejahres; ein zugelassener Sachverständiger muss ihn prüfen (§ 4 Abs. 5 S. 4 GewAbfV). Metall, das zu den gewerblichen Siedlungsabfällen zählt, hilft, die Schwelle zu erreichen; Produktionsschrott zählt nicht mit. Ob Ihr Betrieb sie erreicht, hängt von der Abgrenzung der Mengen ab – das klären Sie mit dem Sachverständigen oder der zuständigen Behörde. Der Entwurf der Novelle würde diese Ausnahme streichen.

Die oft genannten Werte von 85 % Sortierquote und 30 % Recyclingquote richten sich nicht an Ihren Betrieb, sondern an die Betreiber von Vorbehandlungsanlagen; sie gelten seit 2019 (§ 6 Abs. 3 und 5 GewAbfV).

Was die geplante Novelle ändern würde (Entwurf, noch nicht in Kraft)

Die Bundesregierung hat dem Bundesrat im Februar 2025 den Entwurf einer Novelle vorgelegt (BR-Drs. 60/25). Im Juli 2025 wurde er von der Tagesordnung genommen und ist bis heute nicht beschlossen; der vorgesehene Termin 1. Juli 2026 ist verstrichen. Der Entwurf kann sich noch ändern. Er würde unter anderem:

ThemaHeute (GewAbfV 2017)Nach dem Entwurf
NachweisformenLageplan, Fotos, Liefer- oder WiegescheineLageplan entfällt als Nachweis
Formularkein amtliches Formularverbindlicher Vordruck
Sehr geringe Mengenkeine Zahl in der Verordnung, Richtwerte der LänderRichtwerte in der Verordnung: 10 kg je Woche, 1 m³ je Maßnahme
Beschriftungkeine PflichtGetrennt-Behälter mit der Fraktion, Gemischbehälter mit den nicht zugelassenen Fraktionen
Sachverständigenur für den 90-%-Nachweis, vom Betrieb beauftragtBehörde kann bei Zweifeln einen Sachverständigen einschalten; Kosten bei festgestellten Fehlern
90-%-Ausnahmegiltentfällt

Wer heute datierte Fotos und Wiegescheine mit Erklärung des Abnehmers ablegt, erfüllt das geltende Recht und wäre auch für die Novelle gut vorbereitet. Den Überblick mit allen Punkten gibt der Ratgeber Gewerbeabfallverordnung 2026 für Metallabfälle.

Gefährliche Abfälle: eigene, strengere Nachweiswege

Ein Teil dessen, was neben dem Schrott anfällt, ist nicht einfach Metall: Ölbehaftete Späne, Altöl, Ölfilter und Kühlmittel können als gefährlicher Abfall einzustufen sein; Starterbatterien laufen über das Rücknahmesystem des Batterierechts (§ 6 Abs. 3 BattDG). Dann gelten eigene Nachweispflichten – bei gefährlichen Abfällen etwa Sammelentsorgungsnachweise und Übernahmescheine –, und der Beförderer braucht eine Erlaubnis nach § 54 Kreislaufwirtschaftsgesetz, sofern er kein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb ist.

Die Einstufung hängt vom Material, vom Anhaftungsgrad und vom zugeordneten Abfallschlüssel ab und wird mit dem Entsorgungsfachbetrieb und der zuständigen Behörde geklärt – für Späne mit Kühlschmierstoff ist das die zentrale Frage, siehe Metallspäne entsorgen. Elektro- und Elektronikaltgeräte gehören nie in den Schrottcontainer; sie haben eigene Rücknahmewege.

Wenn die Behörde fragt – so sollte Ihre Ablage aussehen

Die zuständige Behörde kann die Dokumentation jederzeit verlangen. Ihre Unterlagen sollten deshalb so geordnet sein, dass ein Außenstehender sie ohne mündliche Erklärung nachvollziehen kann.

  • Ein Ort für alles: ein Ordner oder ein Verzeichnis je Jahr, darin chronologisch die Belege je Abholung.
  • Je Abholung ein Satz: Foto der Behälter, Wiegeschein, gegebenenfalls Lieferschein.
  • Die Erklärung des Abnehmers mit Menge, Verwertungsart und Verbleib – auf dem Wiegeschein oder als Jahresbescheinigung.
  • Sorten auf den Belegen so benannt wie auf den Behältern – gleiche Wörter, keine Abkürzungen, die nur intern verständlich sind.
  • Lageplan und, falls vorhanden, Entsorgungsvertrag vorn im Ordner, damit der Rahmen sofort erkennbar ist.
  • Lücken erklären, statt sie offen zu lassen: Wer einen Monat nichts abgegeben hat, vermerkt das.
  • Mehrere Jahre aufbewahren: Eine eigene Frist nennt die Verordnung nicht, die 90-%-Regel bezieht sich aber auf das Vorjahr, und handels- und steuerrechtliche Fristen gelten ohnehin.

Achten Sie außerdem darauf, wem Sie Ihr Metall übergeben. Ein Abnehmer, der weder eine Anzeige nach § 53 Kreislaufwirtschaftsgesetz beziehungsweise eine Erlaubnis nach § 54 noch ein Zertifikat als Entsorgungsfachbetrieb vorweisen kann, ist ein Risiko für Ihre gesamte Dokumentation – der schönste Wiegeschein nützt wenig, wenn der Weg des Materials danach nicht nachvollziehbar ist. Welche Unterlagen wir von Fachbetrieben verlangen, bevor sie eine Anfrage bekommen, steht auf der Seite Schrottcontainer für Gewerbe.

Rechtlicher Hinweis

Diese Seite fasst die Anforderungen der geltenden Gewerbeabfallverordnung (Fassung von 2017) für Metallabfälle zusammen und nennt die Fundstellen; Stand: Oktober 2026. Die geplante Novelle (BR-Drs. 60/25) beschreiben wir nur als Ausblick – sie ist nicht in Kraft und kann sich noch ändern. Welche Pflichten, Grenzen und Ausnahmen für Ihren Betrieb gelten, hängt von Art und Menge der Abfälle ab. Verbindliche Auskunft gibt die zuständige Abfallbehörde, bei Auslegungsfragen eine auf Abfallrecht spezialisierte Kanzlei. Schrottgeier vermittelt Anfragen an Fachbetriebe und ist weder Entsorger noch Vertragspartner der Entsorgung; als Erzeuger der Abfälle bleiben Sie für Getrennthaltung und Dokumentation in Ihrem Betrieb verantwortlich.

Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung.

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Häufige Fragen zur GewAbfV-Dokumentation

Gilt die Novelle der Gewerbeabfallverordnung schon?

Nein. Der Entwurf (BR-Drs. 60/25) liegt seit Februar 2025 im Bundesrat und ist nicht beschlossen; der vorgesehene Termin 1. Juli 2026 ist verstrichen. Es gilt die Gewerbeabfallverordnung von 2017 – und nach ihr müssen Sie die getrennte Sammlung von Metall schon heute dokumentieren (Stand: Oktober 2026).

Gibt es eine amtliche Vorlage für die GewAbfV-Dokumentation?

Nein, heute nicht. Die Verordnung schreibt vor, was belegt werden muss – die getrennte Sammlung, etwa mit Lageplan, Fotos, Liefer- oder Wiegescheinen, und die Verwertung durch eine Erklärung des Abnehmers –, aber kein bestimmtes Blatt. Erst der Entwurf der Novelle würde einen Vordruck einführen. Eine eigene Checkliste, mit der Sie je Abholung dieselben Belege ablegen, erfüllt den Zweck.

Reicht ein Lageplan noch als Nachweis für die Getrennthaltung?

Ja. Lagepläne sind heute ausdrücklich zulässig (§ 3 Abs. 3 S. 2 Nr. 1 GewAbfV). Der Entwurf der Novelle würde den Lageplan streichen. Wer zusätzlich datierte Fotos der Behälter und Wiegescheine ablegt, ist für beide Fälle gerüstet. Die Erklärung des Abnehmers über die Verwertung ersetzt der Lageplan nicht.

Muss ich auch bei kleinen Mengen dokumentieren?

Eine feste Kilogrammgrenze steht nicht in der Verordnung. Von der Getrennthaltung befreit nur, wenn sie technisch nicht möglich ist – etwa weil kein Platz für die Behälter da ist – oder wirtschaftlich nicht zumutbar, etwa wegen einer sehr geringen Menge (§ 3 Abs. 2 GewAbfV; auf Baustellen § 8 Abs. 2, dort auch bei hoher Verschmutzung). Die Länder nennen als Richtwert rund 10 kg je Fraktion und Woche. Wer sich darauf beruft, muss das darlegen. Auf Baustellen entfällt die Dokumentation, wenn je Maßnahme insgesamt nicht mehr als 10 m³ Abfall anfallen (§ 8 Abs. 3 GewAbfV).

Was ist mit der 90/10-Regel gemeint – und wer beauftragt den Sachverständigen?

Wer im Vorjahr mindestens 90 Masseprozent seiner gewerblichen Siedlungsabfälle getrennt zur stofflichen Verwertung gegeben hat, muss Gemische nicht in eine Vorbehandlungsanlage geben (§ 4 Abs. 3 GewAbfV). Den Nachweis erstellt der Betrieb bis zum 31. März des Folgejahres; ein zugelassener Sachverständiger, den der Betrieb selbst beauftragt und bezahlt, muss ihn prüfen (§ 4 Abs. 5 S. 4 GewAbfV). Der Entwurf der Novelle würde diese Ausnahme streichen und der Behörde erlauben, bei Zweifeln selbst einen Sachverständigen einzuschalten.

Wie lange muss ich Wiegescheine aufbewahren?

Eine eigene Aufbewahrungsfrist für Abfallerzeuger nennt die Gewerbeabfallverordnung nicht. Bewahren Sie die Belege mehrere Jahre auf: Die Behörde kann die Dokumentation jederzeit verlangen, die 90-%-Regel bezieht sich auf das Vorjahr, und handels- und steuerrechtliche Aufbewahrungspflichten gelten unabhängig vom Abfallrecht.

Quellen: Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) vom 18.04.2017, BGBl. I S. 896, zuletzt geändert durch Art. 3 Abs. 4 G v. 13.07.2026, BGBl. 2026 I Nr. 207; Entwurf einer Novelle, BR-Drs. 60/25 (nicht beschlossen); Kreislaufwirtschaftsgesetz §§ 53, 54, 69; Batterierecht-Durchführungsgesetz § 6; Vollzugshinweise zur Gewerbeabfallverordnung, Mitteilung 34 der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA M 34), Fassung 2019; Stadt Neumünster, Merkblatt Abfallrecht für den Schrotthandel. Rechtsstand: Oktober 2026. Preise: Preismonitor schrottgeier.de, Stand .