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Schrott richtig sortieren: so holst du mehr raus

Ein gemischter Haufen wird nach der schlechtesten Sorte bezahlt. Wer Schrott vorher sortiert, macht aus denselben Kilos mehr Geld – und braucht dafür vor allem einen Magneten.

6 Minuten Lesezeit Aktualisiert am Redaktion Schrottgeier

Schrott richtig sortieren ist der einfachste Weg, beim Schrotthändler mehr zu bekommen. Du brauchst dafür kein Labor, sondern einen kräftigen Magneten, eine Feile oder ein Stück Schleifpapier und etwas Geduld. Hier erfährst du, warum sortenreiner Schrott mehr bringt, wie du die wichtigsten Metalle erkennst und welche Anhaftungen du vorher entfernen solltest.

Warum sortenreiner Schrott mehr bringt

Ein Schrotthändler zahlt nicht für „Metall“, sondern für eine bestimmte Sorte in einer bestimmten Reinheit. Im Preismonitor entsteht der Ankaufspreis für Buntmetall aus dem Börsenwert des Metalls, multipliziert mit einem Faktor. Dieser Faktor bildet ab, wie viel verwertbares Metall am Ende herauskommt, wie viel beim Einschmelzen verloren geht, welche Anhaftungen entfernt werden müssen und welche Handelsspanne der Platz braucht. Wie das im Detail gerechnet wird, steht unter Methodik und Quellen.

Daraus folgt eine einfache Regel: Je reiner eine Sorte ist, desto weniger Aufwand und Verlust hat der Händler – und desto höher liegt der Faktor. Das siehst du direkt an den Preisspannen:

Landet eine Messingarmatur in der Kupferkiste oder hängt eine Stahlschraube im Alu-Profil, kann der Händler die ganze Partie niedriger einstufen oder Abzüge machen. Umgekehrt bekommst du für jede sauber getrennte Sorte den Preis dieser Sorte. Bei reinem Stahlschrott, der derzeit 0,13–0,18 €/kg bringt, lohnt sich großer Sortieraufwand dagegen kaum. Konzentrier dich auf das Buntmetall.

Metalle erkennen: Magnet, Farbe, Gewicht

Schritt 1: der Magnettest

Halte einen kräftigen Magneten an das Teil. Ein normaler Kühlschrankmagnet ist oft zu schwach, besser eignet sich ein kleiner Neodym-Magnet aus dem Baumarkt.

Schritt 2: Farbe und Gewicht

Kratz das Teil an einer unauffälligen Stelle mit Feile oder Schleifpapier an. Lack, Chrom und Patina täuschen, die Farbe darunter nicht.

MetallMagnetFarbe an der KratzstelleGewichtTypische Teile
Kupferneinkupfer- bis lachsrotschwerWasser- und Heizungsrohre, Dachrinnen, Kabeladern
Messingneingelb bis goldfarbenschwerWasserhähne, Fittings, Ventile, Türbeschläge
Aluminiumneinhell silbrig, weichsehr leichtFensterrahmen, Profile, Leitern, Felgen
Edelstahlnein bis schwachsilbrig, hartschwerSpülen, Töpfe, Geländer, Schrauben
Stahl und Gussjagrau, rostetschwerTräger, Zäune, Heizkörper, Bremsscheiben

Kupfer

Kupfer ist rötlich-braun, alte Teile werden dunkelbraun oder setzen eine grünliche Patina an. An der Kratzstelle leuchtet es kupferrot. Blanker, unbeschichteter Draht ist die wertvollste Sorte. Rohre, Bleche und angelaufene Teile sind „Kupfer schwer“. Verzinntes Kupfer wirkt silbrig – halte es getrennt und sag dem Händler, was es ist.

Messing

Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink, gelb bis goldfarben und spürbar schwer. Viele Armaturen sind außen verchromt und sehen silbern aus; an der Kratzstelle kommt das Gelb zum Vorschein. Rötlicher Guss bei alten Ventilen kann Rotguss sein, eine eigene Sorte – frag im Zweifel beim Platz nach. Aktuelle Preise stehen unter Messingpreise.

Aluminium

Aluminium ist das leichteste der gängigen Schrottmetalle, matt silbrig und so weich, dass die Feile tiefe, helle Spuren hinterlässt. Trenn blanke Profile von lackierten oder beschichteten Blechen, denn das sind unterschiedliche Sorten. Vorsicht bei grauem Guss, der sich überraschend schwer anfühlt: Das ist oft Zinkdruckguss, kein Aluminium. Mehr unter Aluminiumpreise.

Edelstahl

Edelstahl rostet nicht, glänzt oder ist gebürstet und reagiert kaum oder gar nicht auf den Magneten. Hilfreich sind Stempel: 1.4301 steht für V2A, 1.4571 für V4A, und auf Kochtöpfen findest du oft „18/10“. Halte V2A und V4A getrennt, wenn du sie unterscheiden kannst. Warum V4A im Preismonitor als „Modell offen“ markiert ist, erklärt die Seite Edelstahlpreise.

Anhaftungen entfernen: wo es sich lohnt

Alles, was kein Metall der jeweiligen Sorte ist, drückt den Faktor. Wie viel Arbeit sinnvoll ist, hängt vom Metall ab: Bei Kupfer und Messing lohnt sich Sorgfalt, bei Stahl meist nicht.

Kabel, Elektrogeräte und Druckbehälter

Beim Abbrennen von Kabelisolierungen entstehen giftige Dämpfe; das Verbrennen von Abfällen im Freien ist in Deutschland grundsätzlich unzulässig. Elektroaltgeräte aus Privathaushalten müssen nach dem ElektroG über die dafür vorgesehenen Rückgabestellen entsorgt werden – mehr im Ratgeber Warum Schrottsammler keine Elektrogeräte mitnehmen dürfen. Lose Kabelreste nehmen viele Schrottplätze als eigene Sorte an.

Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung.

Sammeln und lagern

Stell dir für jede Sorte einen eigenen Eimer, eine Kiste oder einen Sack hin und beschrifte ihn. Lagere Buntmetall trocken, damit es nicht weiter anläuft. So wächst über Monate eine Menge zusammen, die sich auch für eine Schrottabholung durch einen Fachbetrieb lohnen kann.

Aktuelle Preise je Sorte

Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Ankaufsspannen mit der Basis, aus der sie berechnet sind. Stand: . Die Werte sind Orientierung – maßgeblich ist die Einstufung und Verwiegung am Platz. Einzelheiten zu den Sorten findest du unter Kupfer, Messing, Aluminium, Edelstahl, Stahlschrott und Bremsscheiben.

Ankaufsspannen am Platz · LME-Schluss 18.09.2026 · EUR/USD 1,1460
SorteAnkauf €/kg€/tBerechnungsbasisTakt
Kupfer Millberryblanker Draht, ≥ 99 %10,27–11,2810.269–11.283LME Kupfer Kassa · Faktor 81–89 %täglich
Kupfer schwer / CandyRohr, Blech, verzundert9,89–11,039.889–11.030LME Kupfer Kassa · Faktor 78–87 %täglich
Messing schwerArmaturen, Fittings5,58–6,485.584–6.48560 % Kupfer + 40 % Zink · Faktor 62–72 %täglich
Aluminium Profile blankblank, ohne Anhaftung1,81–2,411.806–2.408LME Aluminium Kassa · Faktor 63–84 %täglich
Aluminium Blechegemischt, lackiert zulässig1,26–1,491.261–1.491LME Aluminium Kassa · Faktor 44–52 %täglich
Edelstahl V2Achargierfähig, 1.43010,61–0,75605–751Nickelanteil 8 % · Faktor 54–67 %täglich
Edelstahl V4A1.4571, molybdänhaltig1,31–1,861.310–1.865Nickelanteil 11 %, ohne Mo-Zuschlag · Faktor 85–121 %Modell offen
Stahl-MischschrottSorte 3 / E3, haufwerksfaehig0,13–0,18130–180Destatis-Index GP09-383222000monatlich
BremsscheibenGrauguss, ohne Beläge0,18–0,23180–230Destatis-Index GP09-383222000monatlich

Edelstahl V4A: Der Molybdänanteil von rund 2,2 % ist nicht im Modell, daher liegt der kalibrierte Faktor über 1. Die Zeile bleibt als unvollständig markiert, bis eine belastbare Molybdän-Notierung angebunden ist.

Häufige Fragen zum Schrott sortieren

Reicht ein Kühlschrankmagnet für den Magnettest?

Für Eisen und Stahl meistens ja. Um schwach magnetischen Edelstahl zu erkennen, ist ein kräftiger Neodym-Magnet besser. Er kostet im Baumarkt wenig und hilft auch, versteckte Stahlschrauben in Buntmetallteilen zu finden.

Lohnt sich das Sortieren auch bei kleinen Mengen?

Bei Buntmetall ja, denn schon wenige Kilo Kupfer oder Messing sind deutlich mehr wert als gemischter Schrott. Bei reinem Stahl lohnt sich Sortieraufwand kaum. Sammle Buntmetall getrennt, bis eine sinnvolle Menge zusammenkommt.

Soll ich Kabel abisolieren?

Nur wenn es sich für dich lohnt und ohne Abbrennen, also mechanisch mit Messer oder Abisolierzange. Viele Schrottplätze nehmen Kabel auch als eigene Sorte an. Frag vorher, wie der Platz Kabelreste einstuft.

Woran erkenne ich Messing unter Chrom?

Am Gewicht und an der Kratzstelle. Verchromte Messingarmaturen sind schwer und nicht magnetisch; kratzt du an einer unauffälligen Stelle, kommt darunter die gelbe Farbe zum Vorschein. Verchromter Stahl dagegen haftet am Magneten.

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