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Ratgeber

Warum Schrottsammler keine Elektrogeräte mitnehmen dürfen

Viele Handzettel versprechen die kostenlose Abholung von Waschmaschine und Kühlschrank. Seriöse Fachbetriebe sagen trotzdem Nein – und das hat einen klaren Grund.

5 Minuten Lesezeit Aktualisiert am Redaktion Schrottgeier

Kühlschrank, Waschmaschine, alter Fernseher: Genau diese Geräte bieten viele Sammler auf Handzetteln zur „kostenlosen Abholung“ an. Stellst du einem seriösen Fachbetrieb bei der Schrottabholung dagegen einen Trockner hin, lässt er ihn stehen. Das ist keine Bequemlichkeit, sondern Gesetz: Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) regelt, wer Elektroschrott aus Privathaushalten annehmen darf – und Schrottsammler gehören nicht dazu. Hier erfährst du, warum das so ist, woran du graue Sammler erkennst und wo du deine Altgeräte stattdessen loswirst.

Was das ElektroG regelt

Elektroaltgeräte enthalten wertvolle Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium und Edelmetalle. Sie enthalten aber auch Stoffe, die nicht in die Umwelt gelangen dürfen: Kältemittel und Öle in Kühlgeräten, Quecksilber in alten Energiesparlampen, Schadstoffe in Leiterplatten, dazu Batterien und Akkus, die bei Beschädigung Brände auslösen können. Deshalb müssen Altgeräte getrennt gesammelt und in zertifizierten Anlagen fachgerecht behandelt werden.

Das ElektroG legt fest, wo Altgeräte aus privaten Haushalten abgegeben werden: bei den Sammelstellen der Kommunen, bei rücknahmepflichtigen Händlern und bei Herstellern, die Geräte zurücknehmen. Mobile Schrottsammler und Schrotthändler, die Geräte an der Haustür einsammeln, sind in diesem System nicht vorgesehen. Wer trotzdem sammelt, handelt ordnungswidrig. Der Bußgeldrahmen reicht bis 50.000 €.

Was alles als Elektrogerät zählt

Mehr, als viele denken. Die Faustregel: Alles, was zum Funktionieren Strom aus der Steckdose, aus einem Akku, einer Batterie oder einem Solarmodul braucht. Also nicht nur Waschmaschine, Kühlschrank und Herd, sondern auch:

Warum graue Sammler trotzdem Geräte mitnehmen

Weil sich die Metalle darin lohnen. In Motoren von Waschmaschinen, in Kompressoren von Kühlschränken und in Kabeln steckt Kupfer, Gehäuse und Trommeln sind aus Stahl oder Edelstahl. Wer ein Gerät mitnimmt, ausschlachtet und nur die wertvollen Teile verkauft, macht mit wenig Aufwand Geld.

Der Rest bleibt dabei oft auf der Strecke. Beim unsachgemäßen Zerlegen können Kältemittel entweichen und Öle auslaufen. Kunststoffe, Leiterplatten und Glas werden häufig nicht fachgerecht entsorgt, sondern landen im Wald, auf Brachflächen oder werden ins Ausland verschifft. Die Kosten dafür trägt am Ende die Allgemeinheit.

So erkennst du graue Sammler

Auch in deinem eigenen Interesse lohnt Vorsicht: Auf alten Handys, Laptops und Routern können noch persönliche Daten liegen. Als Besitzer bist du außerdem dafür zuständig, entnehmbare Batterien und Akkus vor der Abgabe herauszunehmen und personenbezogene Daten auf den Geräten zu löschen.

Wohin mit alten Elektrogeräten?

Wertstoffhof deiner Kommune

Der einfachste Weg: Beim Wertstoffhof deiner Stadt oder deines Landkreises kannst du Elektroaltgeräte aus deinem Haushalt kostenlos abgeben. Viele Kommunen holen Großgeräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen auf Anmeldung auch ab. Ob das bei dir möglich ist und zu welchen Bedingungen, steht auf der Website deines örtlichen Entsorgungsbetriebs.

Rückgabe im Handel

Elektrohändler mit mindestens 400 m² Verkaufsfläche für Elektrogeräte müssen Altgeräte zurücknehmen: kleine Geräte bis 25 cm Kantenlänge auch ohne Neukauf, größere beim Kauf eines gleichartigen neuen Geräts. Dasselbe gilt für Lebensmittelmärkte mit mindestens 800 m² Gesamtverkaufsfläche, die mehrmals im Jahr oder dauerhaft Elektrogeräte verkaufen. Auch Onlinehändler müssen Rückgabemöglichkeiten anbieten. Kaufst du ein großes Gerät mit Lieferung, frag direkt nach, ob der Händler das Altgerät bei der Anlieferung mitnimmt.

Geräte, die noch funktionieren

Ein funktionierender Kühlschrank ist kein Abfall. Verkaufen, verschenken oder an ein Sozialkaufhaus geben verlängert seine Lebensdauer. Kleinere Defekte lassen sich oft in einem Repair-Café beheben.

Batterien und Akkus

Lose Batterien und Akkus gehören in die Sammelboxen im Handel, etwa im Supermarkt oder in der Drogerie, oder zum Wertstoffhof – niemals in den Hausmüll oder zum Metallschrott.

Elektroaltgeräte: die Regeln kurz gefasst

Nach dem ElektroG dürfen Altgeräte aus privaten Haushalten nur von bestimmten Stellen angenommen werden, insbesondere von Kommunen, rücknahmepflichtigen Händlern und Herstellern. Das Einsammeln durch andere ist ordnungswidrig, der Bußgeldrahmen reicht bis 50.000 €. Besitzer müssen entnehmbare Batterien vorher herausnehmen und personenbezogene Daten löschen. Stand der Darstellung: September 2026.

Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung.

Und was nimmt ein Fachbetrieb stattdessen mit? Alles aus Metall, das ohne Strom auskommt: Heizkörper, Rohre, Zäune, Fahrräder ohne Akku, Armaturen ohne Elektronik. Die vollständige Liste und die Anfrage findest du unter Schrottabholung. Wie du Metall vorher sortierst, erklärt der Ratgeber Schrott richtig sortieren.

Häufige Fragen zu Elektroschrott

Darf ein Schrotthändler meine alte Waschmaschine mitnehmen?

Nicht, wenn sie aus einem Privathaushalt stammt. Das ElektroG sieht für Altgeräte aus Haushalten eigene Rückgabewege vor: kommunale Sammelstellen, rücknahmepflichtige Händler und Hersteller. Gib die Waschmaschine dort ab.

Kostet die Abgabe am Wertstoffhof etwas?

Für Elektroaltgeräte aus privaten Haushalten ist die Abgabe an den kommunalen Sammelstellen kostenlos. Für eine Abholung von Großgeräten an der Haustür können je nach Kommune eigene Bedingungen gelten.

Ist ein Fahrrad mit Akku Elektroschrott?

Der Akku ist es auf jeden Fall und gehört getrennt zurück in den Handel oder zum Wertstoffhof. Ob das ganze Rad unter das ElektroG fällt, hängt von der Bauart ab – frag im Zweifel beim Wertstoffhof nach. Ein herkömmliches Fahrrad ohne Motor und Akku nimmt der Fachbetrieb als Metallschrott mit.

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Der Fachbetrieb in deiner Region sagt dir vorher, ob die Abholung kostenlos ist.

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