Ratgeber
Ist Aluminium magnetisch?
Kurze Antwort: nein. Genau deshalb ist der Magnet das beste Werkzeug, um Aluminium von Stahl zu trennen – bei Dosen, Blechen und Felgen.
Nein, Aluminium ist nicht magnetisch: Ein Haushaltsmagnet haftet weder an Alufolie noch an einem Aluprofil, einer Alufelge oder einem Alublech. Streng genommen ist Aluminium paramagnetisch – ein Magnetfeld zieht es ganz leicht an. Diese Anziehung ist aber so extrem schwach, dass du sie ohne Labortechnik nicht bemerkst. Für die Praxis gilt: Bleibt ein Magnet an einem silbrigen Teil hängen, ist es kein Aluminium, sondern Stahl – oder es steckt Stahl darin.
Warum zieht ein Magnet Aluminium nicht an?
Kräftig angezogen werden nur ferromagnetische Stoffe: Eisen, Nickel, Kobalt und die meisten Stähle. Aluminium gehört nicht dazu. Paramagnetisch bedeutet, dass die Atome im Magnetfeld eine winzige Neigung zeigen, sich mit dem Feld auszurichten. Beim Eisen verstärken sich diese Ausrichtungen gegenseitig, beim Aluminium nicht. Das Ergebnis ist eine Anziehung, die um viele Größenordnungen schwächer ist als bei Eisen – für jeden Kühlschrankmagneten schlicht zu wenig.
Wie Kupfer, Messing, Edelstahl und die übrigen Metalle vom Schrottplatz reagieren, zeigt dir die Übersicht Welche Metalle sind magnetisch?.
Grafik auf der eigenen Seite verwenden
Kostenlos nutzbar, auch gewerblich, solange sichtbar auf schrottgeier.de als Quelle verlinkt wird. Einfach diesen Code einfügen:
<a href="https://schrottgeier.de/ratgeber/ist-aluminium-magnetisch/"> <img src="https://schrottgeier.de/wp-content/themes/schrottgeier/assets/img/grafiken/magnetische-metalle.svg" alt="Übersicht: welche Metalle am Magneten haften, welche nur stellenweise und welche gar nicht" width="800"> </a> <p>Grafik: <a href="https://schrottgeier.de/">schrottgeier.de</a></p>
Alu oder Stahl? Wo der Magnet den Unterschied macht
Aluminium, verzinkter Stahl und Weißblech sehen sich oft zum Verwechseln ähnlich: silbrig, matt, manchmal lackiert. Der Magnet trennt sie in einer Sekunde.
Dosen
Konservendosen bestehen in aller Regel aus Weißblech – das ist dünnes Stahlblech mit einer Zinnschicht. Sie haften am Magneten. Getränkedosen gibt es sowohl aus Aluminium als auch aus Weißblech. Welche du vor dir hast, sagt dir der Magnet an der Dosenwand. Der Deckel ist in beiden Fällen aus Aluminium – setz den Magneten deshalb seitlich an, nicht oben.
Bleche und Profile
Verzinktes Stahlblech, etwa von Dachrinnen, Carports oder Gartenhäusern, glänzt ähnlich wie Alu, haftet aber am Magneten. Auch lackierte Bleche verraten sich: Die Farbschicht stört den Magneten nicht. Zusätzlich hilft das Gewicht: Aluminium wiegt bei gleicher Größe nur etwa ein Drittel so viel wie Stahl.
Alufelgen
An einer Alufelge sollte der Magnet eigentlich nirgends haften. Tut er es doch, liegt das meist an diesen Teilen:
- Wuchtgewichte: Schlag- oder Klebegewichte am Felgenhorn und innen. Neuere Gewichte sind oft aus Stahl oder Zink, ältere aus Blei. Sie gehören nicht zum Alu.
- Stahlbuchsen und eingepresste Hülsen: Manche Räder haben Stahleinsätze an den Bohrungen.
- Ventile und Radschrauben: Reste von Metallventilen, vergessene Schrauben oder Schlösser.
Mehr zu Felgen, Gewichten und Abzügen auf der Seite Alufelgen und Stahlfelgen als Schrott.
Weitere Stahlteile im Alu
Schrauben in Fensterprofilen, Stahlachsen in Gartenmöbeln, Beschläge an Leitern, Gewindeeinsätze in Gussgehäusen: Überall, wo der Magnet an einem Aluteil zieht, steckt Fremdmetall. Abschrauben oder abtrennen lohnt sich, weil saubere Profile in einer höheren Sorte landen.
Das Alurohr-Experiment: Warum ein Magnet trotzdem gebremst wird
Ein kleines Experiment zeigt, dass Aluminium und Magnete sehr wohl etwas miteinander zu tun haben – nur nicht über Anziehung.
- Material Ein Aluminiumrohr, zum Beispiel ein Stück Teleskopstange oder ein Rest vom Geländer, und ein kräftiger Neodym-Magnet, der hindurchpasst. Dazu ein gleich langes Kunststoffrohr.
- Fallen lassen Durch das Kunststoffrohr fällt der Magnet ganz normal. Durch das Alurohr gleitet er spürbar langsamer, als würde ihn etwas festhalten.
- Ruhe-Test Halt den Magneten still an die Außenseite des Rohrs: Er haftet nicht.
Die Erklärung: Der fallende Magnet bewegt sein Magnetfeld durch das Metall. Weil Aluminium Strom gut leitet, entstehen dabei im Rohr kreisende Ströme, die Wirbelströme. Sie bauen ein eigenes Magnetfeld auf, das die Bewegung bremst. Sobald der Magnet stillsteht, verschwinden die Ströme – und mit ihnen die Bremswirkung. Durch ein Kupferrohr fällt der Magnet noch etwas langsamer, weil Kupfer Strom noch besser leitet.
Recyclinganlagen machen sich genau das zunutze: Ein Wirbelstromscheider erzeugt schnell wechselnde Magnetfelder und schleudert so Aluminiumteile – zum Beispiel Getränkedosen – aus dem Materialstrom, während Stahl vorher per Magnet abgetrennt wird.
Aluminium sicher erkennen
Unmagnetisch sind auch Kupfer, Messing, Zink und austenitischer Edelstahl. Dass es wirklich Alu ist, bestätigen Gewicht, Farbe und Härte: Aluminium ist auffällig leicht, hell silbrig und so weich, dass eine Feile tiefe helle Spuren hinterlässt. Die teuerste Verwechslung ist Zinkdruckguss – gleich grau, aber viel schwerer. Details findest du unter Metall bestimmen, oder du nutzt den Metallcheck. Er rechnet im Browser, es werden keine Daten übertragen:
Das Werkzeug braucht JavaScript. Die Zahlen dahinter stehen auch im Text dieser Seite.
Was bringt Aluminiumschrott?
Bei Aluminium ist der Unterschied zwischen sauberem und gemischtem Material besonders groß. Der Preismonitor bildet zwei Sorten ab:
- Aluminium Profile blank: ohne Kunststoffstege, Dichtungen und Schrauben. Aktuell 1,81–2,41 €/kg.
- Aluminium Bleche: gemischte, auch lackierte Bleche und Verkleidungen. Aktuell 1,26–1,49 €/kg.
Stand: . Was am Magneten hängt – Weißblechdosen, verzinktes Blech, Stahlfelgen –, läuft dagegen als Stahlschrott, derzeit 0,13–0,18 €/kg. Felgenguss, Dosen und Späne werden als eigene Alusorten gehandelt; die genaue Einstufung nennt dir der Fachbetrieb.
Alle Qualitäten und Abzüge findest du auf der Sortenseite Alu Schrottpreis, die Börsenentwicklung unter Aluminiumpreis. So behältst du den Überblick, bevor du wiegen lässt.
Häufige Fragen: Ist Aluminium magnetisch?
Ist Aluminium magnetisch oder nicht?
Nein, nicht im Alltagssinn. Aluminium ist paramagnetisch, die Anziehung ist aber so schwach, dass kein Haushaltsmagnet haftet. Zieht der Magnet, ist Stahl im Spiel.
Sind Getränkedosen aus Aluminium?
Viele, aber nicht alle. Es gibt Getränkedosen aus Aluminium und aus Weißblech, also verzinntem Stahl. Halt einen Magneten seitlich an die Dose: Haftet er, ist sie aus Weißblech. Konservendosen sind in aller Regel Weißblech.
Warum haftet ein Magnet an meiner Alufelge?
Meist an Wuchtgewichten aus Stahl, an eingepressten Stahlbuchsen oder an vergessenen Schrauben. Die Felge selbst ist unmagnetisch. Entfernte Gewichte gehören nicht zum Alu.
Warum fällt ein Magnet langsam durch ein Alurohr?
Wegen Wirbelströmen: Der bewegte Magnet erzeugt im Aluminium Ströme, deren Magnetfeld ihn bremst. Ohne Bewegung passiert nichts – es ist keine Anziehung.
Wie unterscheide ich Aluminium von verzinktem Stahl?
Mit dem Magneten: Verzinkter Stahl haftet, Aluminium nicht. Zusätzlich ist Aluminium bei gleicher Größe deutlich leichter.
Quellen: Einordnung von Aluminium als paramagnetisch nach Wikipedia „Magnetische Suszeptibilität“ und supermagnete.ch (FAQ ferromagnetische Stoffe); Weißblech als verzinntes Stahlblech für Lebensmitteldosen nach Wikipedia „Weißblech“; Getränkedosen aus Aluminium oder Weißblech, Deckel aus Aluminium nach Wikipedia „Getränkedose“; Wirbelstrom-Fallrohr nach LEIFIphysik „Fallende Magnete“; Wirbelstromscheider nach Herstellerangaben (u. a. Magnetix, MAGSY); Dichteverhältnis Aluminium/Stahl nach Tabellenbuch Metall (Verlag Europa-Lehrmittel); Preise: Preismonitor schrottgeier.de, Stand .
Preisalarm einrichten
Eine E-Mail, sobald deine Sorte die Schwelle erreicht – mit Berechnungsbasis.
Zum Preisalarm