Ratgeber
Elektroschrott: Was dazugehört und wohin damit
Strom, Batterie oder Akku im Gerät? Dann ist es Elektroschrott – auch wenn es zu neunzig Prozent aus Stahl besteht. Hier steht, was das für die Entsorgung heißt.
Die Faustregel ist kurz: Braucht das Gerät zum Funktionieren Strom aus der Steckdose, eine Batterie, einen Akku oder ein Solarmodul, ist es ein Elektroaltgerät. Alles andere aus Metall ist Metallschrott. Diese eine Unterscheidung entscheidet darüber, wo du deine Sache loswirst: Elektroaltgeräte aus Privathaushalten gehen an die Sammelstellen der Kommune, an rücknahmepflichtige Händler oder an Hersteller. Metallschrott darf ein Fachbetrieb abholen. Dieser Ratgeber ordnet ein, was in welche Schublade gehört. Warum seriöse Sammler Elektrogeräte ablehnen und woran du graue Anbieter erkennst, steht im Ratgeber Warum Schrottsammler keine Elektrogeräte mitnehmen dürfen.
Und was ist mit dem Gold in alten Platinen? Die ehrliche Antwort steht im Ratgeber Gold in Elektroschrott.
Elektroaltgerät oder Metallschrott? Der Test in drei Fragen
Bei den meisten Gegenständen ist die Sache in Sekunden klar:
- Gibt es ein Kabel, einen Stecker oder ein Batteriefach? Dann Elektroaltgerät. Das gilt auch, wenn das Kabel abgeschnitten wurde – entscheidend ist, was das Gerät im Betrieb gebraucht hat.
- Steckt ein Akku drin, fest oder wechselbar? Dann Elektroaltgerät, und der Akku gehört, wenn er sich zerstörungsfrei entnehmen lässt, vorher getrennt zurückgegeben.
- Ist Elektrik fest eingebaut? Ein Spiegelschrank mit Beleuchtung, ein Bett mit Motorrahmen, ein Schreibtisch mit Hubmotor: Auch das sind Elektroaltgeräte, obwohl man sie als Möbel kauft.
Dreimal Nein heißt Metallschrott: Heizkörper, Rohre, Zäune, Regale, Gartenmöbel, Fahrräder ohne Motor, Armaturen ohne Elektronik, Bremsscheiben, Felgen ohne Reifen. Diese Sachen holt ein Fachbetrieb ab, und je nach Sorte bekommst du sogar etwas dafür – die aktuellen Spannen stehen im Preismonitor, die Listen unter Was wird abgeholt und was nicht.
Zwei Grenzfälle, die oft für Diskussionen sorgen: Ein abgeschnittener Kabelrest ohne Stecker und ohne Gerät ist Kabelschrott und wird nach Kupferanteil bewertet, siehe Kabelschrott. Ein Elektromotor, der aus einer Maschine ausgebaut wurde, ist für den Handel eine eigene Schrottsorte – solange er wirklich einzeln und ausgebaut ist. Im eingebauten Zustand bleibt das Ganze ein Elektroaltgerät.
Die fünf Gruppen, in denen gesammelt wird
An den Sammelstellen werden Altgeräte nicht bunt gemischt, sondern nach Gruppen getrennt angenommen. Wenn du weißt, in welche Gruppe deine Geräte fallen, geht die Abgabe schneller:
- Kühl- und Klimageräte (Geräte mit Kältemittel): Kühlschrank, Gefriertruhe, Klimagerät, Wärmepumpentrockner, Wasserspender. Sie müssen abgesaugt werden, bevor irgendetwas zerlegt wird – deshalb ist Eigenzerlegung hier besonders schädlich.
- Großgeräte: Waschmaschine, Herd, Geschirrspüler, Trockner, Dunstabzug, großer Heizlüfter, Elektrorasenmäher.
- Bildschirme und Monitore: Fernseher, Computerbildschirm, Tablet, Bilderrahmen mit Display. Alte Röhrengeräte enthalten Schadstoffe, moderne Flachbildschirme Leuchtmittel und Akkus.
- Kleingeräte: Wasserkocher, Toaster, Staubsauger, Radio, Akkuschrauber, Rasierer, Router, Handy. Der Sammelbegriff für alles, was du bequem tragen kannst.
- Lampen und Leuchtmittel: Energiesparlampen, Leuchtstoffröhren, LED-Lampen und Leuchten. Glühbirnen alter Bauart fallen nicht darunter, alte Energiesparlampen können Quecksilber enthalten.
Warum dieser Aufwand? Weil in Altgeräten beides steckt: Wertstoffe wie Kupfer, Aluminium und Edelmetalle, und Stoffe, die nicht in die Umwelt gehören – Kältemittel, Öle, Quecksilber, Schadstoffe aus Leiterplatten, dazu Batterien und Akkus, die beim Beschädigen Brände auslösen. Nur eine zertifizierte Behandlungsanlage bekommt beides auseinander.
Wohin mit den Geräten?
Kommunaler Wertstoffhof
Der Standardweg. Am Wertstoffhof deiner Stadt oder deines Landkreises kannst du Elektroaltgeräte aus deinem Haushalt kostenlos abgeben. Viele Kommunen holen Großgeräte auf Anmeldung auch ab, teils im Rahmen der Sperrmüllabfuhr, teils mit eigenem Termin. Öffnungszeiten, Mengenbegrenzungen und die Frage, ob eine Abholung möglich ist, regelt jede Kommune selbst – die Angaben deines örtlichen Entsorgungsbetriebs gehen deshalb jeder allgemeinen Auskunft vor.
Rücknahme im Handel
Größere Elektrofachmärkte und größere Lebensmittelmärkte, die regelmäßig Elektrogeräte verkaufen, sind zur Rücknahme verpflichtet. Kleine Geräte nehmen sie in der Regel auch ohne Neukauf zurück, größere Geräte beim Kauf eines gleichartigen neuen Geräts. Onlinehändler müssen ebenfalls Rückgabemöglichkeiten anbieten; bei einer Lieferung lohnt die Frage, ob das Altgerät gleich mitgenommen wird. Die Schwellen nach § 17 ElektroG: Elektrohändler ab 400 m² Verkaufsfläche für Elektrogeräte, Lebensmittelmärkte ab 800 m² Gesamtfläche, wenn sie mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbieten. Ohne Neukauf gehen Geräte bis 25 cm Kantenlänge, höchstens drei je Geräteart. Größere Geräte nimmt der Händler beim Kauf eines gleichartigen neuen Geräts zurück. Bei Onlinehändlern zählen die Lager- und Versandflächen.
Vor der Abgabe
- Entnehmbare Batterien und Akkus herausnehmen und getrennt zurückgeben.
- Persönliche Daten löschen – auf Handys, Laptops, Routern, Druckern und Fernsehern mit Konten.
- Lampen und Bildschirme vorsichtig transportieren, nichts zerbrechen.
- Funktionierende Geräte gar nicht erst zu Abfall machen: verkaufen, verschenken, ans Sozialkaufhaus geben oder im Repair-Café reparieren lassen.
Warum Sammler Elektrogeräte nicht mitnehmen dürfen
Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz legt fest, wer Altgeräte aus privaten Haushalten annehmen darf: im Kern Kommunen, rücknahmepflichtige Händler und Hersteller. Mobile Schrottsammler sind in diesem System nicht vorgesehen; wer trotzdem einsammelt, handelt ordnungswidrig. Der Bußgeldrahmen reicht bis 50.000 €.
Der Grund ist nicht Bürokratie, sondern Stoffstrom: Wer nur den Kompressor und die Kupferwicklung herausnimmt und den Rest liegen lässt, holt sich den Wert und überlässt die Kosten der Allgemeinheit. Für dich heißt das umgekehrt: Ein Betrieb, der deine Waschmaschine stehen lässt, arbeitet korrekt. Alle Schrottgeier-Partner sagen schriftlich zu, keine Elektroaltgeräte aus Privathaushalten mitzunehmen.
Die Regeln kurz gefasst
Nach dem ElektroG dürfen Elektroaltgeräte aus privaten Haushalten nur von bestimmten Stellen angenommen werden – insbesondere von den Sammelstellen der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger, von rücknahmepflichtigen Händlern und von Herstellern. Das Einsammeln durch andere ist ordnungswidrig, der Bußgeldrahmen reicht bis 50.000 €. Besitzer müssen entnehmbare Batterien und Akkus vor der Abgabe entnehmen und personenbezogene Daten löschen. Für den Umgang mit gefährlichen Abfällen gelten zusätzliche Erlaubnis- und Nachweispflichten. Konkrete Rücknahmeschwellen im Handel und kommunale Annahmebedingungen ändern sich – vor der Fahrt beim Händler oder beim örtlichen Entsorgungsbetrieb nachfragen. Stand der Darstellung: September 2026.
Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung.
Und der Rest? Alles, was ohne Strom auskommt, kann ein regionaler Fachbetrieb bei dir abholen. Wie das abläuft, steht unter Schrottabholung, ob es kostenlos ist, unter Kostenlose Schrottabholung. Bevor du etwas abgibst, lohnt der Blick auf die Sortenseiten – Kupfer und Heizkörper zum Beispiel zeigen, worauf es bei der Einstufung ankommt.
Häufige Fragen zur Einordnung
Ist ein Elektromotor Elektroschrott oder Metallschrott?
Eingebaut in ein Gerät gehört er zum Elektroaltgerät. Einzeln ausgebaut ist er im Schrotthandel eine eigene Sorte, weil in der Wicklung Kupfer steckt. Baue ihn aber nicht selbst aus einem Kühlgerät aus – dort hängt er am Kältemittelkreislauf.
Gehört ein Nachtspeicherofen zum Elektroschrott?
Er ist ein Elektrogerät, kann aber zusätzlich Asbest enthalten. Deshalb weder selbst ausbauen noch zum Schrott geben: Erst von einer zugelassenen Fachfirma prüfen und ausbauen lassen, danach über den vorgeschriebenen Weg entsorgen. Wie du den Verdacht prüfst, steht im Ratgeber Nachtspeicherofen entsorgen.
Was ist mit einem Fahrrad mit Akku?
Der Akku gehört auf jeden Fall getrennt zurück in den Handel oder zum Wertstoffhof. Ein Pedelec ohne eigene Typgenehmigung ist als Ganzes ein Elektroaltgerät und gehört zum Wertstoffhof oder in die Rücknahme im Handel. Ein Rad ohne Motor und Akku ist Metallschrott – mehr dazu unter Fahrrad entsorgen.
Darf Elektroschrott in den Restmüll oder in die gelbe Tonne?
Nein. Altgeräte werden getrennt gesammelt, auch kleine wie Ladekabel oder Zahnbürsten. In der gelben Tonne oder im Restmüll gehen Wertstoffe verloren, und Akkus können Brände in den Sammelfahrzeugen auslösen.
Bekomme ich für Elektroschrott Geld?
Als Privathaushalt in aller Regel nicht – die Abgabe ist dafür kostenlos. Bezahlt wird im Schrotthandel für sortenreines Metall, nicht für ganze Geräte. Was einzelne Sorten bringen, zeigt der Preismonitor.
Quellen: Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG), Darstellung Stand September 2026; Kreislaufwirtschaftsgesetz §§ 18, 53, 54; Angaben der kommunalen Entsorgungsbetriebe zur Annahme von Altgeräten. Preise: Preismonitor schrottgeier.de, Stand .
Schrott abholen lassen
Der Fachbetrieb in deiner Region sagt dir vorher, ob die Abholung kostenlos ist.
Abholung anfragen