Schrottpreise
Zink, Blei und Zinn: Preise und Erkennung
Drei Metalle, die selten in großen Mengen anfallen, aber sortenrein deutlich mehr bringen als im Mischschrott. Hier erkennst du sie und weißt, was beim Blei zu beachten ist.
Zink, Blei und Zinn sind die drei Buntmetalle, die im Haushalt und am Bau regelmäßig auftauchen, aber fast immer im Mischschrott untergehen. Alle drei werden an der Londoner Metallbörse notiert – ihre Kurse siehst du im Preismonitor im Terminmarkt-Signal. Eine eigene Ankaufszeile führt der Monitor für sie trotzdem nicht: Für Zinkrinne, Weichblei und Lötzinn fehlt die Kalibrierung gegen reale Platzpreise, und einen Wert zu schätzen wäre bequem, aber falsch. Hier steht deshalb das, was wirklich hilft: wo die drei anfallen, wie du sie sicher erkennst und wie du sie ohne Gesundheitsrisiko abgibst.
Wo Zink, Blei und Zinn anfallen
Zink
Das häufigste der drei. Zink kommt fast immer vom Dach: Dachrinnen, Fallrohre, Kehlbleche, Ortgang- und Traufbleche, Gaubenverkleidungen, Fensterabdeckungen. Baumaterial aus Zink läuft oft als Titanzink – eine Zinklegierung mit sehr geringen Zusätzen, die im Schrotthandel wie Zink behandelt wird. Dazu kommt Zinkdruckguss: Vergaser, alte Türgriffe, Modellautos, Beschläge und Spielzeugteile.
Wichtige Abgrenzung: Verzinktes Blech ist kein Zink. Der Überzug auf Stahlblech, Zaunpfosten oder Regalböden ist hauchdünn, der Rest ist Eisen – abgerechnet wird als Stahlschrott. Der Magnet trennt beides in einer Sekunde.
Blei
Blei sitzt an Dachanschlüssen und Kaminen, weil es sich weich an jede Form drücken lässt, dazu in alten Abflussrohren und Muffen, als Wuchtgewicht am Rad, als Angel- und Tauchergewicht und in alten Kabelmänteln. Sauberes, unlegiertes Material läuft als Weichblei; Hartblei mit Antimonanteil wird gesondert eingestuft.
Zinn
Das seltenste und an der Börse mit Abstand teuerste der drei. Praktisch relevant sind Lötzinn und Lötreste aus Elektro- und Klempnerarbeit sowie Zinngeschirr – Krüge, Teller, Becher. Bei Geschirr schwankt der Zinngehalt stark: Altes Zinn enthält oft Blei, neueres ist meist eine bleifreie Legierung mit Antimon und Kupfer.
Wichtige Abgrenzung: Weißblech – die Konservendose – ist verzinntes Stahlblech mit winzigem Zinnanteil und gehört in die kommunale Wertstoffsammlung.
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So erkennst du die drei sicher
Alle drei sind silbrig-grau, nicht magnetisch und weich. Verwechselt werden sie vor allem mit Aluminium und untereinander. Vier Prüfungen reichen fast immer:
- Gewicht in der Hand: Das stärkste Merkmal. Blei ist extrem schwer – ein handtellergroßes Stück fühlt sich falsch an. Zink und Zinn liegen im Bereich von Stahl, Aluminium ist auffällig leicht.
- Farbe: Blei ist stumpf bläulich-grau und wird an der Luft matt. Zink ist heller grau und bildet eine gleichmäßig matte Patina. Zinn ist das hellste und bleibt lange silbrig glänzend.
- Ritzprobe: Blei lässt sich mit dem Daumennagel ritzen; frisch geritzt glänzt es hell und läuft binnen Minuten wieder an. Zink ist deutlich härter, Zinn liegt dazwischen.
- Magnettest: Zieht der Magnet, ist es verzinktes oder verzinntes Eisen. Zink, Blei und Zinn selbst sind nicht magnetisch.
Zwei Proben aus der Praxis: Zinn knirscht beim Biegen leise – der sogenannte Zinnschrei. Und Blei hinterlässt auf Papier einen grauen Strich, Zink nicht.
Bist du unsicher, führt dich das Werkzeug über Magnet, Farbe und Dichte zum wahrscheinlichen Metall. Für Zink und Blei zeigt es bewusst keinen Preis – aus demselben Grund, aus dem der Monitor keine Zeile dafür führt.
Das Werkzeug braucht JavaScript. Die Zahlen dahinter stehen auch im Text dieser Seite.
Was die drei ungefähr wert sind
Eine Eurozahl steht hier absichtlich nicht – wohl aber die Größenordnung aus den Börsennotierungen, die der Monitor für alle sechs Metalle zeigt:
- Zinn notiert mit deutlichem Abstand am höchsten von den dreien – höher auch als Kupfer. Sauberes Lötzinn getrennt zu sammeln lohnt sich deshalb schon bei kleinen Mengen.
- Zink und Blei liegen weit unter Kupfer, aber klar über Stahlschrott. Ein Sack Zinkrinnen ist kein Vermögen – im Mischschrott aber deutlich unter Wert abgegeben.
Zwischen Börsenkurs und Ankaufspreis liegt hier eine größere Spanne als bei Kupfer: kleine Mengen, unterschiedliche Legierungen, Anhaftungen wie Dichtmasse, Nägel und Lötflussreste. Frag beim Platz vorher nach, ob er Zink, Blei und Zinn überhaupt als eigene Sorte führt. Wie aus einer Notierung ein Ankaufspreis wird, erklärt die Methodik; die Sorten mit belastbarer Spanne stehen auf Schrottpreise heute.
Blei: Schutz beim Umgang
Blei ist giftig – nicht durch Anfassen allein, sondern über Staub, Späne und Hand-Mund-Kontakt. Beim gelegentlichen Sammeln reichen einfache Regeln:
- Handschuhe tragen und Blei nicht mit bloßen Händen längere Zeit bearbeiten.
- Nicht schleifen, flexen, sägen oder erhitzen. Dabei entstehen Staub und Dämpfe – das ist der gefährliche Teil. Zuschneiden mit der Blechschere ist unproblematisch.
- Nicht essen, trinken oder rauchen, solange du damit hantierst, und hinterher gründlich Hände waschen.
- Kinder und Schwangere fernhalten. Für Kinder ist Blei schon in kleinen Mengen ein Risiko.
- Getrennt lagern, trocken und nicht offen im Wohnbereich oder da, wo Lebensmittel stehen.
Starterbatterien gehören nicht in den Schrottcontainer
Eine Autobatterie ist kein Bleischrott, sondern gefährlicher Abfall mit Säure. Sammeln und Befördern setzen eine gültige Erlaubnis und einen Sammelentsorgungsnachweis voraus – deshalb nehmen geprüfte Fachbetriebe sie nicht einfach mit. Der Weg für Privatleute: zurück zum Handel, der beim Kauf einer neuen zurücknehmen muss, zur Werkstatt oder zum Schadstoffsammelpunkt. Dort gibt es auch das Pfand zurück. In den Metallcontainer gehört sie nie – auch nicht „ausnahmsweise ganz unten“.
Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung.
Sortenrein abgeben: so holst du mehr heraus
- Getrennt sammeln Drei Eimer reichen. Wandern die drei mit Eisen in einen Behälter, wird nach der schlechtesten Sorte bezahlt.
- Anhaftungen entfernen Nägel, Dichtmasse, Dachpappenreste und Kunststoff herunternehmen – sie werden mitgewogen, aber nicht bezahlt.
- Eisen aussortieren Mit dem Magnet drübergehen: Verzinktes Blech, verzinnte Dosen und Stahlklemmen gehören auf den Eisenhaufen.
- Vorher anrufen Kleinmengen landen fast immer am unteren Rand der Spanne – frag, ab welcher Menge es sich lohnt.
- Wiegeschein verlangen Gewicht, Sorte, Preis und Datum schriftlich, Ausweis mitnehmen – mehr dazu im Ratgeber Schrott verkaufen als Privatperson.
Fällt viel an – etwa bei einer Dachsanierung mit Zinkrinnen und Bleianschlüssen –, kannst du eine Schrottabholung anfragen. Schrottgeier fährt nicht selbst: Ein geprüfter Fachbetrieb aus deiner Region übernimmt und sagt dir vorher, was er annimmt und ob die Abholung für ihn kostenlos möglich ist. Für Dachdecker-, Klempner- und Elektrobetriebe mit laufendem Anfall passt ein Schrottcontainer mit Wiegeschein besser – die Nachweise für die Gewerbeabfallverordnung kommen gleich mit.
Häufige Fragen zu Zink, Blei und Zinn
Warum stehen Zink, Blei und Zinn nicht in der Preistabelle?
Weil für diese Sorten die Kalibrierung gegen reale Ankaufspreise fehlt, die hinter jeder Zeile im Monitor steht. Die Börsenkurse zeigen wir trotzdem – sie stecken im Terminmarkt-Signal auf der Seite Schrottpreise heute. Eine geschätzte Spanne wäre schnell geschrieben, aber nicht belegt.
Ist verzinktes Blech Zinkschrott?
Nein. Der Zinküberzug ist wenige Mikrometer dünn, darunter ist Stahl. Verzinktes Blech wird als Stahlschrott abgerechnet. Der Magnet zeigt es sofort: Zieht er, ist es Eisen.
Wie unterscheide ich Blei von Zink?
Am Gewicht und an der Härte. Blei ist bei gleicher Größe rund anderthalbmal so schwer wie Zink, lässt sich mit dem Daumennagel ritzen und hinterlässt auf Papier einen grauen Strich. Zink ist härter, heller und klingt beim Anschlagen weniger dumpf.
Kann ich Autobatterien zum Schrotthändler bringen?
Manche Betriebe nehmen sie mit Erlaubnis und Sammelentsorgungsnachweis an, viele nicht. Am einfachsten ist die Rückgabe im Handel oder in der Werkstatt – dort gibt es auch das Pfand zurück. In den Schrottcontainer gehört sie nicht. Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung.
Was ist mein altes Zinngeschirr wert?
Das hängt an der Legierung: Alte Stücke enthalten häufig Blei, neuere sind bleifrei mit Antimon- und Kupferanteil. Vor der Abgabe lohnt ein zweiter Blick – für gemarkte Stücke zahlen Sammler manchmal mehr, als der Materialwert hergibt.
Quellen: LME-Kassa- und Dreimonatsnotierungen für Zink, Blei und Zinn über Westmetall, Euro-Referenzkurs der EZB, Rechenweg in der Methodik. Rechtliche Einordnung von Starterbatterien nach Kreislaufwirtschaftsgesetz und Batterierecht. Erkennungsmerkmale: allgemeine Materialkunde. Eine Ankaufsspanne je Kilogramm nennen wir für diese drei Sorten nicht, weil die Kalibrierung gegen reale Platzpreise fehlt.