Ratgeber
Metall bestimmen: Magnet, Farbe, Gewicht, Klang
Vier Handgriffe reichen, um die gängigen Schrottmetalle auseinanderzuhalten: Magnet, Kratzer, Gewicht, Klang. Wo diese Wege aufhören, sagen wir es dir auch.
Metall bestimmen geht mit vier einfachen Proben, und zwar in dieser Reihenfolge: Magnet, Farbe, Gewicht, Klang. Der Magnet trennt zuerst Eisen und Stahl von allem anderen. Bleibt der Magnet liegen, entscheidet die Farbe an einer blank gekratzten Stelle: rot ist Kupfer, gelb ist Messing, hell silbrig und auffällig leicht ist Aluminium, silbrig und schwer ist Edelstahl, Zink oder Blei. Die Dichteprobe – Gewicht geteilt durch Volumen – trennt danach die silbrigen Metalle zuverlässig voneinander. Der Klang ist die Bestätigung. Was du damit nicht herausfindest, ist die genaue Legierung: Dafür braucht es eine Messung.
Schritt 1: Der Magnet
Nimm einen kräftigen Magneten, am besten einen kleinen Neodym-Magneten aus dem Baumarkt. Ein Kühlschrankmagnet ist oft zu schwach für die feinen Unterschiede. Halte ihn an eine saubere, unlackierte Stelle.
- Haftet fest und das Teil rostet: Eisen, Stahl oder Guss. Das ist Stahlschrott, dazu gehören auch Heizkörper, Träger, Zäune und Bremsscheiben.
- Haftet fest, aber nichts rostet: meist ferritischer Chromstahl – rostfrei, aber nickelfrei und damit deutlich weniger wert als V2A. Oder schlicht verchromter Stahl.
- Haftet gar nicht: Kupfer, Messing, Aluminium, Zink, Blei, Zinn oder austenitischer Edelstahl. Jetzt geht es weiter mit Farbe und Gewicht.
- Haftet nur an Kanten und Biegungen: typisch für Edelstahl. Durch Kaltverformung wird das Material dort stellenweise magnetisch, ohne schlechter zu sein.
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Schritt 2: Die Farbe an der Kratzstelle
Lack, Chrom, Patina und Oxidschichten täuschen jede Farbbestimmung. Kratz das Teil deshalb an einer unauffälligen Stelle mit einer Feile oder grobem Schleifpapier blank und schau dir die frische Fläche an – am besten bei Tageslicht.
- Lachs- bis kupferrot: Kupfer. Oberflächlich oft dunkelbraun oder grün patiniert.
- Gelb bis goldfarben: Messing, eine Legierung aus Kupfer und Zink. Rötlicheres Gelb bei dickwandigem Guss kann Rotguss oder Bronze sein – eigene Sorten.
- Hell silbrig, weich, Feile hinterlässt tiefe helle Spuren: Aluminium.
- Silbrig, hart, kaum anzukratzen: Edelstahl.
- Bläulich-graues Silber, matt, leicht schmierig: Zink oder Blei.
Schritt 3: Die Dichteprobe – Gewicht je Volumen
Die Dichteprobe ist die verlässlichste Probe ohne Technik, weil sie eine Zahl liefert statt eines Eindrucks. Du brauchst eine Küchenwaage und einen Messbecher:
- Wiegen Das saubere, trockene Teil in Gramm wiegen.
- Volumen messen Messbecher bis zu einer Marke mit Wasser füllen, Teil vollständig eintauchen, neuen Stand ablesen. Die Differenz in Millilitern ist das Volumen in Kubikzentimetern.
- Teilen Gramm geteilt durch Kubikzentimeter ergibt die Dichte in g/cm³. Diesen Wert mit der Tabelle vergleichen.
Beispiel: Ein Profilstück wiegt 270 g und verdrängt 100 ml Wasser. 270 ÷ 100 = 2,7 g/cm³ – das ist eindeutig Aluminium. Ein gleich großes Stück aus Zinkdruckguss käme auf rund 700 g, ein Kupferstück auf rund 900 g.
| Metall | Dichte in g/cm³ | Magnet | Farbe blank |
|---|---|---|---|
| Magnesium | 1,74 | nein | mattsilbern |
| Aluminium | 2,70 | nein | hell silbrig |
| Titan | 4,51 | nein | grausilbern |
| Zink | 7,14 | nein | bläulich silbern |
| Zinn | 7,29 | nein | weich, mattsilbern |
| Eisen (Stahl rund 7,85) | 7,87 | ja | grau, rostet |
| Edelstahl, austenitisch | rund 7,9–8,0 | nein bis schwach | silbrig, hart |
| Messing | rund 8,4–8,7 | nein | gelb |
| Nickel | 8,91 | ja | silbrig |
| Kupfer | 8,96 | nein | kupferrot |
| Blei | 11,34 | nein | stumpf grau |
Die Werte für Reinmetalle sind Standardwerte bei Raumtemperatur; bei Legierungen wie Messing, Bronze oder Edelstahl hängt die Dichte von der Zusammensetzung ab, deshalb stehen dort Spannen. Für den Hausgebrauch reicht das völlig: Zwischen Aluminium (2,7) und allem anderen liegen Welten, und auch Zink (7,1) und Kupfer (9,0) lassen sich nicht verwechseln.
Klangprobe, Kratzprobe und was sie verraten
Häng das Teil frei auf oder leg es auf eine Kante, sodass es schwingen kann, und schlag mit einem Schraubenzieher dagegen.
- Heller, lang nachklingender Ton: Messing, Bronze, Edelstahl, Stahl.
- Dumpfer, kurz abbrechender Ton: Aluminium, Zinkdruckguss, Blei, Grauguss. Blei klingt praktisch gar nicht.
Die Kratzprobe ergänzt das über die Härte: Blei und Zinn lassen sich mit dem Fingernagel markieren, Aluminium mit einem Messer mühelos schälen, Kupfer und Messing brauchen etwas Druck, Edelstahl und Stahl widerstehen der Feile spürbar. Weiches, schweres, stumpfes Grau ohne Klang ist fast immer Blei – zum Beispiel alte Rohrabdichtungen, Wuchtgewichte oder Dachanschlüsse.
Häufige Verwechslungen
- Verzinnte Kupferdrähte: sehen silbrig aus, sind aber Kupfer. Erkennbar am Gewicht und daran, dass die Farbe an der Schnittkante rot ist. Halte sie getrennt und sag dem Platz, was es ist – verzinntes Kupfer ist eine eigene Einstufung.
- Verchromtes Messing: Armaturen, Türbeschläge, Duschstangen. Silbern, nicht magnetisch, überraschend schwer – unter der Chromschicht kommt Gelb zum Vorschein.
- Verchromter Stahl: sieht genauso aus, haftet aber am Magneten. Das ist Stahlschrott, kein Buntmetall.
- Zinkdruckguss statt Aluminium: die teuerste Verwechslung beim Alu. Vergaser, Gehäuse, Modellteile, Griffe. Beide sind grau und unmagnetisch, aber Zink ist rund zweieinhalbmal so schwer wie Aluminium. Im Zweifel wiegen.
- Ferritischer Chromstahl statt Edelstahl: rostfrei, aber magnetisch und ohne Nickel. Besteck mit „18/0“, viele Blechverkleidungen.
- Töpfe mit Sandwichboden: Edelstahlkörper mit Aluminium- oder Kupferkern im Boden. Kein sortenreiner Edelstahl.
- Neusilber: silbriges Besteck, das nach Messing klingt und keine Magnetreaktion zeigt – eine Kupfer-Nickel-Zink-Legierung, wieder eine eigene Sorte.
Wo die Hausmittel aufhören
Magnet, Farbe, Dichte und Klang sagen dir, welches Metall vor dir liegt. Sie sagen dir nicht, welche Legierung es ist – also nicht, ob der Edelstahl V2A oder V4A ist, ob das Gelbe Messing oder Rotguss ist, ob das Alu eine Guss- oder Knetlegierung ist. Das klärt nur eine Analyse, in der Praxis mit einem Röntgenfluoreszenz-Gerät (RFA), wie es größere Schrottplätze einsetzen. Für Edelstahl haben wir das im Ratgeber V2A oder V4A erkennen ausführlich beschrieben.
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Der Metallcheck führt dich durch dieselben Fragen und nennt dir am Ende das wahrscheinlichste Metall samt aktueller Preisspanne aus dem Preismonitor. Er rechnet im Browser, es werden keine Daten übertragen.
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Häufige Fragen zum Metall bestimmen
Welches Metall ist silbrig und nicht magnetisch?
Aluminium, Zink, Blei, Zinn oder austenitischer Edelstahl. Das Gewicht entscheidet: Aluminium ist mit 2,7 g/cm³ auffällig leicht, Zink und Edelstahl liegen bei rund 7 bis 8, Blei bei 11,3 g/cm³. Edelstahl ist zusätzlich hart, Blei und Zinn sind weich.
Wie unterscheide ich Aluminium von Zinkdruckguss?
Am Gewicht. Gleich große Teile wiegen bei Zink rund zweieinhalbmal so viel. Aluminium lässt sich außerdem leicht schälen und klingt dumpf, Zinkdruckguss ist spröder und bricht eher, als dass er sich biegt.
Ist Edelstahl magnetisch?
Austenitischer Edelstahl wie V2A und V4A ist im Normalzustand praktisch nicht magnetisch; an Biegekanten, Gewinden und Schweißnähten kann ein Magnet leicht haften. Rostfreies Material, das kräftig am Magneten hängt, ist meist ferritischer Chromstahl ohne Nickel und weniger wert.
Wie kann ich Kupfer von Messing unterscheiden?
An der Farbe der blank gekratzten Stelle: Kupfer ist rot, Messing gelb. Beide sind unmagnetisch und schwer. Verchromte Messingteile verraten sich am Gewicht und an der gelben Farbe unter der Chromschicht.
Brauche ich für die Dichteprobe eine Laborwaage?
Nein. Eine Küchenwaage mit Gramm-Anzeige und ein Messbecher reichen. Je größer das Teil, desto genauer wird das Ergebnis. Achte darauf, dass keine Luftblasen am Teil hängen und keine Hohlräume mit Luft eingeschlossen sind.
Kann ich die Legierung selbst bestimmen?
Zuverlässig nicht. Werkstoffnummern auf dem Bauteil, Lieferscheine oder eine RFA-Messung beim Händler sind die einzigen belastbaren Wege. Halte unklare Teile getrennt, statt sie zu raten – falsch deklarierte Partien werden am Platz nach unten eingestuft.
Die vollständige Liste, welche Metalle am Magneten haften, mit Erklärung für Edelstahl, Kupfer, Messing und Aluminium: Welche Metalle sind magnetisch?
Quellen: Dichten der Reinmetalle bei Raumtemperatur nach gängigen Werkstoff- und Tabellenwerken (z. B. Tabellenbuch Metall, Verlag Europa-Lehrmittel); Legierungswerte für Messing und austenitischen Edelstahl als Spanne, weil sie von der Zusammensetzung abhängen; Werkstoffgruppen nach DIN EN 10088-1; Preise: Preismonitor schrottgeier.de, Stand .
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