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Warum du für 50 kg Schrott weniger pro Kilo bekommst

Du hast die Spanne im Preismonitor gesehen, fährst mit einem Kofferraum voll Metall zum Platz – und bekommst weniger als gedacht. Das hat Gründe, und du kannst etwas dagegen tun.

5 Minuten Lesezeit Aktualisiert am Redaktion Schrottgeier

Der Schrottpreis pro Kilo hängt nicht nur von Sorte und Börse ab, sondern auch von der Menge. Kleinmengen unter 100 kg liegen regelmäßig am unteren Rand der Spanne, Behälterware mit Wiegeschein am oberen. Das ist in den meisten Fällen keine Willkür des Händlers, sondern Kostenrechnung. Wer sie versteht, weiß, wann sich eine Fahrt lohnt und wann Sammeln die bessere Wahl ist.

Die Handelsspanne ist bei kleinen Mengen größer

Jede Anlieferung verursacht beim Schrotthändler Aufwand, der fast nicht von der Menge abhängt: Das Fahrzeug fährt auf die Waage, jemand prüft das Material, stuft es ein, schreibt den Beleg, zahlt aus und lädt ab. Ob da 30 kg oder drei Tonnen auf der Waage stehen, macht für diese Arbeit wenig Unterschied.

Bei drei Tonnen verteilt sich dieser feste Aufwand auf 3.000 Kilo und fällt je Kilo kaum ins Gewicht. Bei 30 kg trägt jedes einzelne Kilo einen großen Anteil. Dazu kommt: Der Händler verkauft selbst nicht kiloweise weiter, sondern in Lkw-Ladungen an Hütten, Gießereien und Großhändler. Deine kleine Menge muss er zwischenlagern, bis genug zusammen ist – und trägt bis dahin das Risiko, dass der Kurs fällt.

Im Preismodell steckt all das im Faktor, mit dem der Börsenwert multipliziert wird. Seine Spanne ist genau deshalb eine Spanne: Der obere Wert steht für große, saubere Mengen, der untere für kleine oder gemischte. Mehr dazu in der Methodik.

Gemischtes Material kostet Sortierzeit

Kleinmengen sind oft bunt gemischt: ein paar Kupferrohre mit Messingfittings, etwas Aluminium, dazwischen Schrauben und ein Stück Kabel. Der Händler hat dann zwei Möglichkeiten. Entweder sortiert er selbst, und diese Zeit bezahlst du über den Preis. Oder er stuft die ganze Menge nach der schlechtesten Sorte ein.

Beides drückt deinen Erlös, und bei wertvollen Sorten besonders stark. Kupferrohr mit Fittings wird schnell zu Mischkupfer, ein Aluminiumprofil mit Stahlschrauben zu Blech. Die Sortenseiten zeigen, worauf es jeweils ankommt:

Fahrtkosten: die Rechnung, die oft fehlt

Selbst wenn du den oberen Rand der Spanne bekommst – die Fahrt zum Platz kostet Geld. Der Erlösrechner im Preismonitor arbeitet mit einer einfachen Modellannahme für einen Transporter:

Fahrtkosten  =  12 € Grundkosten  +  2 × Entfernung (km)  ×  0,85 €/km

Die 12 € stehen für Ladezeit und Verwiegung, die 0,85 € je Kilometer für Hin- und Rückweg. Das ist keine Rechnung eines bestimmten Betriebs und keine offizielle Kostenpauschale, sondern eine grobe Orientierung. Mit dem eigenen Pkw und kurzer Strecke liegst du womöglich darunter, mit einem gemieteten Anhänger darüber. Nach dieser Annahme ergeben sich zum Beispiel:

Entfernung zum Platz (einfach)Fahrtkosten laut Modell
5 km20,50 €
10 km29,00 €
18 km42,60 €
30 km63,00 €

Die Faustregel für die Mindestmenge: Teile die Fahrtkosten durch den unteren Wert der Spanne deiner Sorte. Heraus kommt die Kilozahl, ab der die Fahrt sich überhaupt trägt. Bei Stahlschrott sind das schnell mehrere hundert Kilo, bei Kupfer oft nur wenige. Der Rechner nimmt dir das ab: Er zieht die Fahrtkosten vom mittleren Erlös ab und sagt dir, ob die Fahrt nicht trägt, knapp wird oder sich rechnet.

Erlös am Platz
Rechner benötigt JavaScript.

Transport als Modellannahme: 12 € Grundkosten plus 0,85 € je km für Hin- und Rückweg mit Transporter. Orientierungswerte, maßgeblich ist die Verwiegung am Platz.

Sammeln bis zur vollen Ladung

Die gute Nachricht: Schrott wird nicht schlecht. Wer Platz hat, kann sammeln, bis sich eine Fahrt lohnt – und landet dabei gleich weiter oben in der Spanne.

  1. Getrennte Behälter aufstellen Ein Eimer für Kupfer, eine Kiste für Messing, ein Stapel für Aluminium, eine Ecke für Eisen. So sortierst du nebenbei.
  2. Trocken lagern Wasser in Rohren und nasse Späne werden mitgewogen, aber nicht bezahlt – im Zweifel gibt es Abzug.
  3. Buntmetall zuerst Kupfer, Messing und Aluminium bringen je Kilo ein Vielfaches von Eisen. Sie machen den Unterschied, ob sich eine Fahrt oder Abholung trägt.
  4. Preisalarm setzen Im Preismonitor legst du eine Schwelle fest und bekommst nach Bestätigung per Double-Opt-in eine Mail, wenn sie erreicht ist.
  5. Einmal fahren, Wiegeschein mitnehmen Alles auf einmal, sortenweise gewogen, mit Beleg.

Abholen lassen statt selbst fahren?

Auch für einen abholenden Betrieb gilt die Rechnung. Ein Privathaushalt hat typischerweise 100 bis 300 kg Schrott, eine Tour kostet den Betrieb 30 bis 80 €. Reines Eisen in dieser Menge trägt das selten, mit Buntmetall sieht es anders aus. Über die Schrottabholung vermittelt Schrottgeier dir einen geprüften Fachbetrieb in deiner Region. Die Abholung ist in vielen Fällen kostenlos – der Fachbetrieb sagt es dir vorher.

Häufige Fragen

Ist es unseriös, wenn der Händler bei 50 kg weniger zahlt?

Nicht automatisch. Fester Aufwand je Anlieferung und Sortierarbeit schlagen bei kleinen Mengen stärker durch. Liegt das Angebot aber deutlich unter dem unteren Rand der Spanne im Monitor, frag nach der Einstufung und lass dir einen Wiegeschein geben.

Ab welcher Menge lohnt sich die Fahrt zum Schrottplatz?

Das hängt von Sorte und Entfernung ab. Teile die Fahrtkosten durch den unteren Wert der Spanne – oder nutze den Erlösrechner, der mit einer Modellannahme von 12 € plus 0,85 € je Kilometer für Hin- und Rückweg rechnet.

Bekomme ich mehr, wenn ich selbst sortiere?

Ja, in der Regel deutlich. Sortenreines Material wird nach seiner eigenen Sorte bezahlt, gemischtes nach der schlechtesten. Bei Buntmetall ist das der größte Hebel überhaupt.

Sind die Fahrtkosten im Rechner echte Preise?

Nein. Sie sind eine vereinfachte Modellannahme für einen Transporter und dienen nur der Orientierung. Deine tatsächlichen Kosten hängen von Fahrzeug, Strecke und Zeitaufwand ab.

Quellen: Schrottgeier-Preismodell (Faktorkalibrierung gegen reale Ankaufspreise, Stichtag 16.09.2026; Transportannahme 12 € + 0,85 €/km); Mengen und Tourkosten: Schrottgeier-Marktanalyse, Stand September 2026.

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