Ratgeber
Mikrowelle entsorgen: kostenlos und auf dem richtigen Weg
Eine Mikrowelle ist ein Elektroaltgerät – auch wenn das Gehäuse aus Blech ist. Hier ist Schrottgeier nicht zuständig, aber wir zeigen dir den richtigen Weg.
Die kurze Antwort: Deine alte Mikrowelle bringst du kostenlos zum kommunalen Wertstoffhof oder gibst sie beim Kauf einer neuen im Handel zurück. Sie ist ein Elektroaltgerät, kein Metallschrott – auch wenn das Gehäuse aus Stahlblech ist. Deshalb darf sie kein Schrottsammler aus deinem Haushalt mitnehmen, und deshalb vermittelt Schrottgeier hier auch keine Abholung. Wir sind für Metallschrott da. Was wir dir geben können, ist der Überblick: welche Wege es gibt, was sie kosten und warum du die Mikrowelle auf keinen Fall selbst zerlegen solltest.
Die Wege, die funktionieren
| Weg | Voraussetzung | Was du beachten musst |
|---|---|---|
| Kommunaler Wertstoffhof | Privathaushalt im Gebiet der Kommune | Die Abgabe von Elektroaltgeräten aus Privathaushalten ist kostenlos. Das ist der Weg, der immer funktioniert. Öffnungszeiten und Annahmeregeln legt jede Kommune selbst fest. |
| Rücknahme im Handel beim Neukauf | Kauf eines gleichartigen neuen Geräts | Rücknahmepflichtige Händler nehmen die alte Mikrowelle zurück, wenn du eine neue kaufst – im Markt oder beim Onlinekauf über den genannten Rückgabeweg. |
| Rücknahme im Handel ohne Neukauf | Gerät höchstens 25 cm Kantenlänge | Kaum eine Mikrowelle ist so klein. In aller Regel bleibt ohne Neukauf also der Wertstoffhof. |
| Abholung durch die Kommune | je nach Abfallsatzung | Manche Entsorgungsbetriebe holen Elektrogeräte auf Anmeldung ab, teils mit dem Sperrmüll, teils gesondert. Ob und zu welchen Bedingungen, ist kommunal verschieden. |
Zur Rücknahme verpflichtet sind Elektrohändler mit mindestens 400 m² Verkaufsfläche für Elektrogeräte – bei Onlinehändlern zählen die Lager- und Versandflächen – sowie Lebensmittelmärkte ab 800 m² Gesamtfläche, die mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbieten (§ 17 ElektroG). Ohne Neukauf müssen sie nur Geräte bis 25 cm Kantenlänge annehmen, höchstens drei je Geräteart. Eine Mikrowelle ist zwar ein Kleingerät, aber fast immer breiter als 25 cm. Die kostenlose Rückgabe im Laden klappt deshalb meist nur, wenn du dort gleichzeitig eine neue kaufst.
Wichtig bei der kommunalen Abholung: Wenn die Mikrowelle mit dem Sperrmüll mitgeht, dann nur, weil die Kommune sie gesondert als Elektrogerät erfasst. In den Restmüll oder in einen normalen Sperrmüllhaufen ohne Anmeldung als Elektrogerät gehört sie nicht. Die Depotcontainer für Elektrokleingeräte, die manche Städte aufstellen, haben meist einen Einwurf, durch den eine Mikrowelle nicht passt – nichts danebenstellen.
Warum sie kein Metallschrott ist – obwohl das Gehäuse aus Blech ist
Viele denken: Blechkiste, also Schrott. Rechtlich zählt aber nicht das Material, sondern die Funktion. Alles, was zum Funktionieren Strom gebraucht hat, ist ein Elektroaltgerät – auch wenn es zu großen Teilen aus Stahl besteht und das Kabel längst abgeschnitten ist. Für Elektroaltgeräte gibt es eigene Sammelwege und eigene Behandlungsanlagen, die sie fachgerecht zerlegen und Schadstoffe abtrennen.
Das Einsammeln von Elektroaltgeräten aus Privathaushalten ist nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) nur bestimmten Stellen erlaubt: kommunalen Sammelstellen, rücknahmepflichtigen Händlern und Herstellern. Ein mobiler Schrottsammler gehört nicht dazu, der Bußgeldrahmen reicht bis 50.000 €. Welche Geräte alles darunterfallen, steht im Ratgeber Elektroschrott: Was gehört dazu?, und wann der Wertstoffhof und wann der Schrotthändler der richtige Ort ist, im Ratgeber Wertstoffhof oder Schrottplatz.
Und falls du auf ein paar Euro gehofft hast: Eine Mikrowelle hat kaum verwertbaren Wert für dich. Das Gehäuse ist dünnes lackiertes Blech, dazu kommen Glas, Kunststoff, ein Transformator und eine kleine Steuerplatine. Warum solche Platinen weniger wert sind, als viele Videos versprechen, erklärt der Ratgeber Gold im Elektroschrott. Die kostenlose Abgabe am Wertstoffhof ist deshalb kein Verlust.
„Wir nehmen alles mit – auch Elektro“
Zettel im Briefkasten oder Lautsprecherwagen im Wohngebiet: Wer anbietet, Mikrowelle, Waschmaschine oder Kühlschrank „gleich mitzunehmen“, handelt ordnungswidrig. Meist wird nur ausgeschlachtet, was Kupfer enthält, der Rest landet irgendwo. Ein Betrieb, der deine Mikrowelle stehen lässt und dich zum Wertstoffhof schickt, arbeitet korrekt. Alle Fachbetriebe im Schrottgeier-Netz sagen schriftlich zu, keine Elektroaltgeräte aus Privathaushalten mitzunehmen.
Nicht selbst zerlegen: der Hochspannungsteil
Eine Mikrowelle sieht harmlos aus, ist innen aber eines der gefährlichsten Haushaltsgeräte zum Aufschrauben. Um die Mikrowellen zu erzeugen, arbeitet sie mit Hochspannung. Der Hochspannungskondensator kann diese Spannung auch dann noch speichern, wenn der Stecker längst gezogen ist – ein Schlag daraus kann lebensgefährlich sein. Dazu kommen der Transformator und das Magnetron, die nicht in Laienhände gehören.
- Gehäuse nicht öffnen, auch nicht „nur, um das Kupfer aus dem Trafo zu holen“. Der Erlös steht in keinem Verhältnis zum Risiko.
- Kabel nicht abschneiden, um sie „unbrauchbar“ zu machen. Das ist nicht nötig; am Wertstoffhof wird das Gerät ohnehin fachgerecht behandelt.
- Keine defekte Mikrowelle mehr einschalten, wenn Tür, Scharnier oder Dichtung beschädigt sind oder es innen Funken gibt.
Die Zerlegung übernehmen zertifizierte Erstbehandlungsanlagen, die dafür ausgerüstet sind. Dein Teil ist einfach: Drehteller und Glasplatte kannst du drinlassen oder, falls sie gesprungen sind, in Zeitungspapier gewickelt dazulegen. Innenraum grob säubern, Kabel am Gerät festbinden, Tür mit Klebeband sichern, damit sie beim Tragen nicht aufschwingt.
Bei einer Einbau-Mikrowelle hängt es am Anschluss: Hat sie einen Stecker, schraubst du sie aus dem Schrank und ziehst ihn. Ist sie fest angeschlossen, gehört das Abklemmen in die Hände einer Elektrofachkraft. Kombigeräte mit Grill oder Heißluft werden genauso entsorgt wie eine einfache Mikrowelle.
Noch in Ordnung? Dann weitergeben
Viele Mikrowellen werden ausgetauscht, weil die neue Küche eine andere Farbe hat oder ein Kombigerät einzieht – nicht, weil die alte kaputt ist. Eine funktionierende Mikrowelle ist kein Abfall:
- Verschenken: Nachbarschaftsgruppen und Verschenkbörsen – Studierende, WGs und Erstwohnungen suchen genau so etwas.
- Verkaufen: Über Kleinanzeigen, wenn das Gerät gepflegt ist und nicht allzu alt.
- Spenden: Sozialkaufhäuser nehmen oft funktionierende Kleingeräte an. Vorher nachfragen, ob Bedarf besteht und ob sie geprüfte Geräte verlangen.
- Reparieren lassen: Ein Repair-Café kann sich eine defekte Lampe oder einen hakenden Türschalter ansehen. Eingriffe in den Hochspannungsteil gehören aber auch dort nur in erfahrene Hände.
Wenn in der Küche gleich mehr ansteht – Waschmaschine, Kühlschrank, Herd –, gelten dieselben Grundregeln, mit ein paar Besonderheiten. Die stehen in den Ratgebern Waschmaschine entsorgen und Kühlschrank entsorgen. Und wenn beim Küchenumbau echter Metallschrott anfällt – Edelstahlspüle, Metallregale, Rohre –, ist das der Punkt, an dem Schrottgeier dir weiterhelfen kann.
Die Regeln kurz gefasst
Nach dem ElektroG dürfen Elektroaltgeräte aus privaten Haushalten nur von bestimmten Stellen angenommen werden – insbesondere von kommunalen Sammelstellen, rücknahmepflichtigen Händlern und Herstellern; das Einsammeln durch andere ist ordnungswidrig, der Bußgeldrahmen reicht bis 50.000 €. Rücknahmepflichtig sind Elektrohändler ab 400 m² Verkaufsfläche für Elektrogeräte (online: Lager- und Versandfläche) und Lebensmittelmärkte ab 800 m² Gesamtfläche, die mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbieten. Ohne Neukauf gilt die Rücknahme für Geräte bis 25 cm Kantenlänge, höchstens drei je Geräteart; größere Geräte werden beim Kauf eines gleichartigen Neugeräts zurückgenommen (§ 17 ElektroG). Ob deine Kommune Elektrogeräte abholt, regelt die örtliche Abfallsatzung. Stand der Darstellung: September 2026.
Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen zur Mikrowellen-Entsorgung
Was kostet es, eine Mikrowelle zu entsorgen?
Am kommunalen Wertstoffhof nichts – die Abgabe von Elektroaltgeräten aus Privathaushalten ist dort kostenlos. Auch die Rücknahme im Handel beim Kauf einer neuen Mikrowelle ist kostenlos.
Kann ich die Mikrowelle im Elektromarkt abgeben, ohne eine neue zu kaufen?
Meist nicht. Ohne Neukauf müssen rücknahmepflichtige Händler nur Geräte bis 25 cm Kantenlänge annehmen, und die meisten Mikrowellen sind größer. Dann bleibt der Wertstoffhof.
Darf die Mikrowelle in den Restmüll oder Sperrmüll?
In den Restmüll nicht. Mit dem Sperrmüll nur, wenn deine Kommune Elektrogeräte dabei ausdrücklich mit erfasst – das steht in der Abfallsatzung oder auf der Website deines Entsorgungsbetriebs.
Nimmt ein Schrottsammler meine Mikrowelle mit?
Ein seriöser nicht. Das Einsammeln von Elektroaltgeräten aus Privathaushalten ist Schrottsammlern untersagt. Auch Schrottgeier vermittelt dafür keine Abholung.
Lohnt es sich, die Mikrowelle auszuschlachten?
Nein. Der Hochspannungskondensator kann auch nach dem Ausstecken noch gefährlich geladen sein, und der Metallwert ist gering. Gib das Gerät als Ganzes ab.
Quellen: Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) – § 17 Rücknahmepflichten des Handels, Einsammelverbot für Altgeräte aus Privathaushalten; kommunale Abfallsatzungen (Annahme am Wertstoffhof und Abholung je Kommune unterschiedlich geregelt); allgemeine Gerätekunde zum Aufbau von Mikrowellengeräten; eigene Recherche schrottgeier.de, September 2026.
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