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Wertstoffhof oder Schrotthändler: Wohin mit dem Metall?

Beide nehmen Metall – aber nur einer zahlt dafür. Und bei Elektrogeräten gibt es gar keine Wahl. Der Vergleich, bevor du den Kofferraum belädst.

6 Minuten Lesezeit Aktualisiert am Redaktion Schrottgeier

Die kurze Antwort: Zum Wertstoffhof bringst du Metall, das du nur loswerden willst – zum Schrotthändler das, für das du Geld bekommen möchtest. Der kommunale Wertstoffhof nimmt Schrott aus Privathaushalten in haushaltsüblichen Mengen kostenlos an, zahlt dafür aber nichts; er ist über deine Abfallgebühren finanziert. Der Schrottplatz kauft an, allerdings erst ab Mengen und Sorten, bei denen sich Annahme und Verwiegung lohnen. Und es gibt einen Bereich, in dem dir die Wahl abgenommen wird: Elektroaltgeräte gehören zum Wertstoffhof oder in die Rücknahme im Handel – kein Schrottsammler darf sie bei dir zu Hause einsammeln.

Wertstoffhof oder Schrotthändler?Kommunaler WertstoffhofNimmt Metall an, zahlt aber nichtsElektroaltgeräte: jaMengen oft begrenzt, Ausweis derKommuneGut für kleine Mengen und MischgutSchrotthändler / PlatzZahlt nach Sorte und GewichtElektroaltgeräte: neinVerwiegung mit WiegescheinLohnt ab größeren Mengen undBuntmetallWas der Wertstoffhof annimmt und welche Mengen frei sind, regelt jede Kommune selbst – vorherauf der Seite des Landkreises nachsehen.
Der Wertstoffhof nimmt an, der Schrotthändler zahlt – beides hat seinen Platz.
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Der Vergleich auf einen Blick

 Kommunaler WertstoffhofSchrottplatz / Schrotthändler
Wer darf anliefernPrivathaushalte aus der Kommune, oft mit Nachweis des WohnsitzesPrivatpersonen und Betriebe, Ankauf mit Ausweis
Metallschrottja, in haushaltsüblichen Mengenja, das ist das Kerngeschäft
Buntmetallja, aber ohne Vergütungja, mit Vergütung nach Sorte und Gewicht
Elektroaltgeräteja, kostenlos für Privathaushaltemeist nein oder nur gesondert
Bezahlungkeine Auszahlung, Annahme in der Regel gebührenfreiAuszahlung bar oder per Überweisung, Beleg mit Gewicht und Sorte
Mengengrenzenkommunal unterschiedlich geregeltbetrieblich unterschiedlich, kleine Mengen oft mit schlechterem Kilopreis
Sortieren nötignach Vorgabe des Hofes in die Containerja, sortenrein bringt den deutlich besseren Preis
Öffnungfeste Hofzeiten, oft auch samstagsBetriebszeiten, Annahme endet oft am frühen Nachmittag

Die Faustregel daraus: Bei reinem Eisenschrott in kleiner Menge ist der Wertstoffhof der einfachere Weg. Sobald nennenswert Kupfer, Messing, Aluminium oder Edelstahl dabei ist, lohnt der Blick in den Preismonitor – der Unterschied zwischen 0,13–0,18 €/kg für Mischschrott und 9,99–10,98 €/kg für blanken Kupferdraht ist genau der Grund, warum sich das Trennen lohnt.

Wer zahlt – und wofür nicht

Der Wertstoffhof ist keine Ankaufstelle. Er ist Teil der kommunalen Abfallentsorgung und über Gebühren finanziert; für die Annahme von Metall aus Privathaushalten verlangen die meisten Höfe nichts, ausgezahlt wird aber auch nichts. Der gesammelte Schrott geht anschließend in die Verwertung, der Erlös fließt in den Gebührenhaushalt.

Der Schrotthändler rechnet anders. Er kauft Material, weil er es weiterverkauft – und zahlt deshalb nur für das, was ihm nach Sortierung, Aufbereitung und Transport noch einen Erlös bringt. Daraus folgt die zweite Faustregel: Je sortenreiner und je mehr Buntmetall, desto eher lohnt sich der Weg zum Händler. Wie die Abgabe dort abläuft, steht im Ratgeber Zum Schrottplatz fahren. Kommt viel zusammen oder fehlt dir der Anhänger, ist die Schrottabholung durch einen Fachbetrieb die dritte Möglichkeit.

Mengengrenzen und Nachweise am Wertstoffhof

Hier ist die ehrliche Auskunft wichtiger als eine griffige Zahl: Die Regeln setzt jede Kommune selbst. Es gibt keine bundesweit einheitliche Mengengrenze für Metall am Wertstoffhof, und jede Zahl, die dir irgendwo als allgemeingültig begegnet, stimmt bestenfalls für einen Landkreis. Unterschiedlich geregelt sind unter anderem:

Deshalb der einzige belastbare Rat: Schau vor der Fahrt auf die Seite deines kommunalen Entsorgungsbetriebs oder ruf dort an. Fünf Minuten sparen dir im Zweifel eine Fahrt mit vollem Kofferraum wieder nach Hause.

Elektroaltgeräte: hier gibt es keine Wahl

Alles, was mit Strom, Akku oder Batterie läuft, ist kein Metallschrott, sondern ein Elektroaltgerät – vom Kühlschrank über die Bohrmaschine bis zur Lichterkette. Für diese Geräte führt der Weg zum kommunalen Wertstoffhof oder in die Rücknahme im Handel. Größere Elektrofachgeschäfte und Händler mit entsprechender Verkaufs- oder Versandfläche sind zur Rücknahme verpflichtet; kleine Geräte nehmen sie unabhängig von einem Neukauf an, große in der Regel beim Kauf eines gleichartigen Neugeräts. Die Abgabe ist für dich kostenlos.

Kein Sammler darf Elektrogeräte bei dir abholen

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) erlaubt das Einsammeln von Elektroaltgeräten aus privaten Haushalten nur bestimmten Stellen. Ein Schrottsammler, der dir anbietet, Waschmaschine oder Fernseher „gleich mitzunehmen“, handelt nicht in deinem Sinne – der Bußgeldrahmen reicht bis 50.000 €. Schrottgeier-Partner sagen schriftlich zu, das nicht zu tun. Welche Geräte wie eingeordnet werden, steht im Ratgeber Elektroschrott: Was dazugehört und wohin damit.

Batterien und Akkus gehören ebenfalls nicht in den Schrott: Sie gehen an die Sammelstellen im Handel oder an den Wertstoffhof. Lithium-Akkus aus E-Bikes und Werkzeugen sind dabei besonders heikel, weil sie sich beim Zerdrücken entzünden können.

Sperrmüll ist etwas anderes als Schrott

Der dritte Weg wird häufig mit den ersten beiden verwechselt. Sperrmüll ist die kommunale Abfuhr für sperrige Haushaltsgegenstände – Sofa, Schrank, Matratze –, die nicht in die Restmülltonne passen. Angemeldet wird sie beim Entsorgungsbetrieb deiner Kommune, meist zu einem festen Termin oder auf Abruf.

Metallschrott gehört dort nicht hin, auch wenn manche Kommunen ihn bei der Abfuhr mitnehmen: Einmal im Sperrmüll gelandet, ist er als Wertstoff verloren, und du bekommst dafür nichts. Umgekehrt nimmt der Schrottplatz dein Sofa nicht. Ob Elektrogroßgeräte über die Sperrmüllabfuhr mitgenommen werden, regelt wieder jede Kommune selbst – fragen lohnt sich.

Häufige Fragen zu Wertstoffhof und Schrotthändler

Ist die Abgabe von Metall am Wertstoffhof kostenlos?

Für Privathaushalte in haushaltsüblichen Mengen in aller Regel ja, weil sie über die Abfallgebühren abgedeckt ist. Die Einzelheiten – Mengen, Nachweise, Anhängerregeln – legt jede Kommune selbst fest. Eine Auszahlung gibt es dort nicht.

Wie viel Schrott darf ich am Wertstoffhof abgeben?

Das ist kommunal unterschiedlich geregelt und lässt sich nicht allgemein beziffern. Manche Höfe begrenzen nach Volumen, andere nach Fahrzeug- oder Anhängergröße. Frag vor der Fahrt bei deinem Entsorgungsbetrieb nach.

Lohnt sich der Schrottplatz auch für kleine Mengen?

Bei Buntmetall oft ja, bei reinem Eisenschrott selten. Der Aufwand für Annahme und Verwiegung ist bei fünf Kilo derselbe wie bei fünfhundert, deshalb sind die Kilopreise für Kleinmengen niedriger. Die aktuellen Spannen stehen im Preismonitor.

Kann ich Elektrogeräte beim Schrotthändler abgeben?

Manche Betriebe nehmen bestimmte Geräte gesondert an, viele gar nicht. Der verlässliche Weg für Privathaushalte ist der Wertstoffhof oder die Rücknahme im Handel. Abholen bei dir zu Hause darf ein Sammler Elektroaltgeräte nicht.

Nimmt der Wertstoffhof auch gewerblichen Schrott?

Meistens nicht oder nur gegen Gebühr, denn er ist für Privathaushalte da. Betriebe stellen sich in der Regel einen Container auf den Hof – das ist auch für die Dokumentation nach der Gewerbeabfallverordnung der saubere Weg.

Was ist mit Metall, das noch am Möbelstück hängt?

Das entscheidet die Menge. Ein Bettgestell aus Stahl mit ein paar Holzlatten ist Schrott, ein Sofa mit Federkern ist Sperrmüll. Im Zweifel gilt: Was überwiegend Metall ist, gehört zum Schrott – und trennen lohnt sich, wenn es ohne großen Aufwand geht.

Quellen: Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG), Rücknahmepflichten des Handels und Einsammelverbot für Altgeräte aus Privathaushalten; Kreislaufwirtschaftsgesetz; kommunale Abfallsatzungen (je Kommune unterschiedlich, deshalb ohne feste Mengengrenzen); eigene Marktrecherche schrottgeier.de, September 2026. Preise: Preismonitor schrottgeier.de, Stand .

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