Schrottpreise
Elektromotoren, Trafos und Ankerwicklung
Bei Elektromotoren zahlt der Händler für das Kupfer in der Wicklung – der Rest ist Eisen. Wie viel das ist, hängt an der Baugröße.
Elektromotoren werden im Handel als eigene Sorte angekauft, und ihr Preis liegt zwischen Eisen und Kupfer – je nachdem, wie viel Kupferwicklung im Gehäuse steckt. Zur Einordnung: Kupfer liegt aktuell bei 9,78–10,91 €/kg, Stahl-Mischschrott bei 0,13–0,18 €/kg, Stand . Ein Motor bewegt sich dazwischen, meist näher am Eisen als am Kupfer. Der Preismonitor führt Motoren nicht als eigene Sorte, weil die Einstufung fast vollständig vom Kupferanteil des einzelnen Stücks abhängt – und der schwankt zwischen kleinen und großen Maschinen um den Faktor drei.
Was steckt in einem Elektromotor?
Jeder Drehstrom- oder Wechselstrommotor besteht im Kern aus denselben vier Materialien:
- Kupferwicklung: lackisolierter Kupferdraht in den Nuten von Stator und – bei Schleifringläufern – Rotor. Das ist der Wert des Motors. Weil der Draht lackiert ist, zählt er nicht als blanker Millberry-Draht, sondern als Mischkupfer.
- Blechpaket: gestapelte Elektrobleche aus legiertem Stahl, in die die Wicklung eingelegt ist. Schwer, aber nur Eisenwert.
- Gehäuse: je nach Bauart Aluminiumdruckguss oder Grauguss. Alugehäuse machen den Motor leichter und den Aluanteil verwertbar, Gussgehäuse sind schwer und bringen Eisenpreis.
- Welle, Lager, Lüfter, Klemmkasten: Stahl, teils Kunststoff. Kein nennenswerter Wert, aber Gewicht auf der Waage.
Bei Käfigläufern steckt zusätzlich ein Kurzschlusskäfig im Rotor, oft aus Aluminium, bei größeren Maschinen auch aus Kupfer. Für die Einstufung am Platz zählt vor allem die Statorwicklung.
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Wie viel Kupfer steckt drin?
Als Faustregel gilt: Je größer und schwerer der Motor, desto höher der Kupferanteil am Gesamtgewicht. Kleine Motoren haben im Verhältnis viel Gehäuse, Lager und Blech und wenig Wicklung. Die folgenden Werte sind gerundete Erfahrungswerte aus dem Schrotthandel – je Hersteller, Baujahr, Polzahl und Bauform weichen sie deutlich ab.
| Bauart | Beispiel | Kupferanteil (Erfahrungswert) |
|---|---|---|
| Kleinmotor bis ca. 5 kg | Umwälzpumpe, Lüfter, Werkzeugmotor | ca. 5–15 % |
| Motor ca. 5–50 kg | Kompressor, Pumpe, Werkstattmaschine | ca. 10–20 % |
| Großer Industriemotor über 50 kg | Antrieb in Produktionsanlagen | ca. 15–25 % |
| Trafo mit Kupferwicklung | Steuer- und Netztrafo, Ringkern | ca. 10–25 % |
| Trafo mit Aluwicklung | häufig bei größeren Gießharztrafos | kein Kupfer |
Praktisch heißt das: Ein kleiner Pumpenmotor bringt trotz Kupferwicklung kaum mehr als sein Eisengewicht, ein schwerer Industriemotor dagegen deutlich mehr. Deshalb sortieren Schrottplätze Motoren oft nach „klein“ und „groß“ und zahlen dafür verschiedene Preise. Wer nur wenige Motoren hat, gibt sie am besten komplett ab und lässt einstufen.
Trafos: Kupfer- oder Aluwicklung erkennen
Bei Transformatoren ist die Materialfrage noch wichtiger als bei Motoren, weil der Preisunterschied zwischen Kupfer- und Aluwicklung groß ist. Der Aufbau ist ähnlich: Blechpaket aus Elektroblech, darauf zwei Wicklungen, dazu Gehäuse oder Vergussmasse.
- Anschlussenden ansehen: Die abgehenden Drähte oder Fahnen zeigen die Farbe – rotbraun bedeutet Kupfer, silbrig-grau Aluminium.
- Gewicht vergleichen: Ein Trafo mit Aluwicklung ist bei gleicher Leistung spürbar leichter.
- Vergossene Trafos: Bei Gießharz- und vergossenen Kleintrafos lässt sich die Wicklung nicht freilegen. Sie werden als Ganzes eingestuft; das Harz zählt als nicht bezahltes Gewicht.
- Öltrafos: Ölgefüllte Transformatoren sind ein Fall für den Fachbetrieb, nicht für den Hof. Ältere Isolieröle können PCB enthalten; solche Geräte unterliegen eigenen Entsorgungsvorschriften.
Ölgefüllte und PCB-haltige Geräte
Transformatoren und Kondensatoren mit Ölfüllung dürfen nicht geöffnet, entleert oder in den normalen Schrott gegeben werden. Kläre die Entsorgung mit einem zugelassenen Entsorgungsfachbetrieb oder der Abfallberatung deines Landkreises ab.
Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung.
Lohnt sich das Zerlegen?
Die Wicklung aus einem Motor zu holen, ist Arbeit: Lagerschilde abziehen, Rotor heraus, Wickelköpfe absägen oder ausschlagen, Draht aus den Nuten ziehen. Bei großen Maschinen wird dafür gebrannt oder gepresst – im Privathof ist beides keine Option, und Ausbrennen ist ohnehin unzulässig.
- Zerlegen lohnt sich in der Regel ab größeren Industriemotoren, bei denen ein einzelnes Stück mehrere Kilo Kupfer enthält und sich der Aufwand auf viel Material verteilt.
- Bei Motoren unter etwa 20 kg lohnt es sich selten. Der Kupferanteil ist gering, die Wickelköpfe sitzen fest, und der ausgebaute Lackdraht wird als Mischkupfer und nicht als blanker Draht bezahlt.
- Immer sinnvoll: Alugehäuse und Gussgehäuse trennen, wenn sie sich leicht abnehmen lassen, und Kunststoffteile, Kabelreste und Schaltgeräte vorher entfernen.
Wer mit offenem Motor arbeitet, sollte wissen: Lackdraht ist nicht gleich Millberry. Die Unterschiede zwischen blankem Draht, Mischkupfer und schwerem Kupfer stehen auf der Seite Kupferpreis für Schrott. Kabelreste vom Klemmkasten gehören zum Kabelschrott und werden nach Kupferanteil bewertet.
Wo Motoren herkommen dürfen – und wo nicht
Motoren aus Maschinen, Pumpen, Werkzeugen oder Anlagen sind Metallschrott und dürfen normal abgegeben werden. Bei Haushaltsgeräten ist das anders:
Waschmaschine, Trockner, Staubsauger: Elektroaltgerät, kein Schrott
Elektro- und Elektronikaltgeräte aus Privathaushalten dürfen Schrottsammler nicht mitnehmen und nicht auseinanderbauen. Sie gehören zur kommunalen Sammlung oder zur Rücknahme im Handel – dort kostenlos. Das gilt für das ganze Gerät ebenso wie für den Motor darin: Wer eine Waschmaschine auf der Straße ausschlachtet, betreibt keine Schrottsammlung, sondern eine unzulässige Behandlung von Altgeräten. Fachbetriebe im Schrottgeier-Netz sagen schriftlich zu, keine Elektroaltgeräte aus Privathaushalten mitzunehmen. Was dazugehört und wie die Abholung sauber läuft, steht im Ratgeber Elektroschrott abholen lassen.
Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung.
Fallen im Betrieb regelmäßig Motoren, Pumpen und Antriebe an, ist ein eigener Behälter der einfachere Weg als das Sammeln im Hof: Ein Schrottcontainer mit Wiegeschein liefert die getrennte Erfassung und den Nachweis gleich mit. Privat bei größeren Mengen: Schrottabholung anfragen – Schrottgeier hat keinen eigenen Fuhrpark, ein geprüfter Fachbetrieb aus deiner Region holt ab und sagt vorher, ob das für ihn kostenlos möglich ist.
Häufige Fragen zu Elektromotoren
Was bringt ein Elektromotor als Schrott?
Er liegt zwischen Eisen und Kupfer. Mit einem Kupferanteil von nach Erfahrungswerten 5 bis 25 % ergibt sich der Preis aus dem Mischungsverhältnis von Kupfer – aktuell 9,78–10,91 €/kg – und Stahl-Mischschrott mit 0,13–0,18 €/kg. Die Einstufung als kleiner oder großer Motor macht der Schrottplatz.
Soll ich den Motor vorher zerlegen?
Bei kleinen Motoren fast nie – der Aufwand steht in keinem Verhältnis. Bei großen Industriemotoren kann es sich lohnen, weil mehrere Kilo Kupfer auf einmal herauskommen. Ausbrennen ist keine Option: unzulässig, gesundheitsschädlich und es wertet das Kupfer ab.
Ist Lackdraht aus der Wicklung Millberry?
Nein. Blanker Draht ohne Lack und ohne Verzinnung ist Millberry. Lackisolierter Wickeldraht wird als Mischkupfer eingestuft und niedriger bezahlt.
Wie erkenne ich, ob ein Trafo Kupfer oder Alu gewickelt ist?
An den Anschlussenden: rotbraun ist Kupfer, silbrig-grau Aluminium. Bei gleicher Leistung ist der Alutrafo zudem deutlich leichter. Bei vergossenen Trafos lässt es sich von außen nicht sicher sagen.
Darf ich den Motor aus meiner alten Waschmaschine ausbauen und verkaufen?
Die Waschmaschine ist ein Elektroaltgerät und gehört als Ganzes zur kommunalen Sammlung oder zur Rücknahme im Handel. Das Zerlegen von Altgeräten ist zugelassenen Betrieben vorbehalten. Sammler dürfen solche Geräte nicht mitnehmen.
Zählt ein Motor mit angebautem Getriebe oder Frequenzumrichter?
Ein angeflanschtes Getriebe ist Eisen und Öl und wird meist getrennt gewogen oder abgezogen. Frequenzumrichter und Steuerelektronik sind Elektronikschrott und werden eigens erfasst.
Quellen: Preise aus dem Schrottgeier-Preismonitor auf Basis der LME-Kupfernotierung und des Erzeugerpreisindex für Eisen- und Stahlschrott, Rechenweg in der Methodik. Kupferanteile je Motorgröße: gerundete Erfahrungswerte aus dem Schrotthandel, je Hersteller und Bauform unterschiedlich – keine Herstellerdaten. Abgrenzung Elektroaltgeräte nach ElektroG, siehe Ratgeber Elektroschrott.