Schrottpreise
Kabelschrott: Preis nach Kupferanteil
Kabel werden nicht wie blankes Kupfer bezahlt, sondern nach dem, was unter der Isolierung steckt. Hier steht, wie viel das je Kabeltyp ist.
Kabelschrott wird nach seinem Kupferanteil bezahlt, nicht nach dem Kupferpreis. Die Rechnung dahinter ist simpel: Gewicht des Kabels × Kupferanteil × Kupferpreis, abzüglich der Spanne, die der Platz für das Abtrennen der Isolierung einbehält. Zur Einordnung: blanker Kupferdraht liegt aktuell bei 9,99–10,98 €/kg, schweres Kupfer bei 9,62–10,73 €/kg, Stand . Ein Installationskabel mit rund einem Drittel Kupferanteil landet damit grob bei einem Drittel dieses Werts – mit Abschlag, weil der Händler den Rest entsorgen oder granulieren muss. Der Preismonitor führt Kabelschrott bewusst nicht als eigene Sorte: Die Einstufung hängt zu stark vom Material ab, um sie aus einer Börsennotierung zu berechnen.
Wie viel Kupfer steckt in welchem Kabel?
Der Kupferanteil ist das Einzige, worüber am Platz wirklich verhandelt wird. Er schwankt zwischen etwa 15 % bei dünnen Litzen und deutlich über 50 % bei dicken Industriekabeln. Die folgenden Werte sind gerundete Erfahrungswerte aus dem Handel und je Hersteller, Querschnitt und Baujahr unterschiedlich – sie ersetzen keine Einstufung am Platz.
| Kabeltyp | typisch für | Kupferanteil (Erfahrungswert) |
|---|---|---|
| NYM-J Installationskabel | Hausinstallation, Unterputz | ca. 30–45 % |
| Erdkabel NYY mit Kupferleitern | Garten, Zuleitung, Außenbereich | ca. 30–50 % |
| Flexible Anschlussleitung, Litze | Geräte- und Verlängerungskabel | ca. 20–35 % |
| Lautsprecher- und Klingeldraht | sehr dünne Adern, viel Mantel | ca. 15–30 % |
| Datenkabel, Telefonkabel | Netzwerk, Telefonanlage | ca. 15–30 % |
| Steuerleitung | Maschinenbau, viele dünne Adern | ca. 20–35 % |
| Starkstrom- und Industriekabel | große Querschnitte ab 16 mm² | ca. 45–65 % |
| Alukabel NAYY | Hausanschluss, Erdverlegung | kein Kupfer |
Faustregel: Je dicker die einzelne Ader und je dünner der Mantel, desto höher der Anteil. Ein 5×16 mm² Starkstromkabel ist fast ein halber Kupferbarren mit Kunststoffhaut, ein Klingeldraht ist überwiegend Kunststoff.
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Kupferkabel, Alukabel und übliche Abzüge
So erkennst du ein Alukabel
Alukabel sehen von außen aus wie Kupferkabel, bringen aber nur einen Bruchteil. Vier Proben reichen, um sie auseinanderzuhalten:
- Anschneiden: Die verlässlichste Probe. Kupfer ist rotbraun, Aluminium silbrig-grau. Schon ein sauberer Schnitt mit dem Seitenschneider am Kabelende zeigt es.
- Gewicht: Aluminium wiegt bei gleichem Querschnitt nur etwa ein Drittel. Eine Rolle Alukabel fühlt sich auffällig leicht an.
- Biegen: Aluminiumleiter knicken leichter und federn kaum zurück, Kupfer bleibt zäh.
- Aufdruck: Auf dem Mantel steht die Typenbezeichnung. Ein N vor dem A heißt Aluminium: NAYY ist Alu, NYY ist Kupfer. Auch NYM und H05VV-F sind Kupferleitungen.
Alukabel sind kein wertloser Abfall, aber sie gehören in einen eigenen Behälter und werden nach dem Aluminiumpreis abgerechnet. Wandern sie ungetrennt in den Kupferkabelhaufen, wird die ganze Charge abgewertet.
Was der Händler abzieht
Zwischen dem rechnerischen Kupferwert und dem, was auf dem Wiegeschein steht, liegen mehrere Abzüge. Sie sind nicht unfair, sondern bilden echte Kosten ab:
- Isolierung: Der Kunststoff wird mitgewogen, aber nicht bezahlt. Bei der Granulierung fällt er als Abfall an, der entsorgt werden muss.
- Stahlarmierung: Erdkabel und Industrieleitungen haben oft ein Stahlband oder eine Drahtbewehrung unter dem Mantel. Sie erhöht das Gewicht und senkt den Kupferanteil deutlich – armierte Kabel werden eigens eingestuft.
- Stecker, Klemmen, Trafos: Angehängte Bauteile zählen als Störstoff. Kabel ohne Stecker werden regelmäßig besser bewertet als Kabel mit. Absammeln lohnt sich meist erst ab einer größeren Menge.
- Verzinnte Adern: Silbrig aussehender, innen roter Draht ist kein blanker Kupferdraht und rutscht eine Stufe tiefer.
- Nässe, Erde, Bauschutt: Ausgegrabenes Erdkabel bringt Erde mit. Die wird mitgewogen, aber vom Preis abgezogen – grob abklopfen zahlt sich aus.
- Kleinmengen: Unter rund 100 kg liegt fast jede Abgabe am unteren Rand der Spanne, weil Handling und Sortierung gleich viel Zeit kosten.
Abisolieren: wann es sich lohnt und wann nicht
Abisoliert wird aus einem einzigen Grund: Blanker Draht wird als Kupfer bezahlt, Kabel als Kabel. Der Unterschied ist groß – aber er muss die Arbeitszeit tragen. Rechne mit dem Werkzeug unten durch, was in deinem Fall übrig bleibt.
Das Werkzeug braucht JavaScript. Die Zahlen dahinter stehen auch im Text dieser Seite.
- Lohnt sich meist: dicke Einzelleiter ab etwa 6 mm², Starkstromkabel, Erdkabel mit wenigen dicken Adern. Ein Abisoliermesser oder ein Teppichmesser mit Anschlag reicht, das Kupfer kommt am Stück heraus.
- Grenzfall: mittlere Mengen NYM-J. Von Hand ist es zäh, eine kleine Abisoliermaschine rechnet sich erst, wenn regelmäßig größere Mengen anfallen.
- Lohnt sich nicht: Litzen, Datenkabel, Steuerleitungen mit vielen dünnen Adern. Hier steckt die Arbeitszeit von Stunden in wenigen Kilo Draht – und sehr feiner Draht wird ohnehin niedriger eingestuft als sauberer Millberry.
Was du herausholst, muss außerdem wirklich blank sein: nicht verzinnt, nicht lackiert, ohne Reste von Mantel oder Füllmaterial. Sonst ist es kein Millberry, sondern Mischkupfer. Die ausführliche Rechnung mit Zeitaufwand steht im Ratgeber Kabel abisolieren, die Sorten und Qualitätsstufen auf der Seite Kupferpreis für Schrott.
Kabel abbrennen ist verboten
Isolierung abzubrennen ist die schlechteste Variante, aus drei Gründen: Es ist eine unzulässige Abfallbehandlung außerhalb einer genehmigten Anlage, die Rauchgase enthalten Dioxine und Salzsäure, und das Ergebnis ist verbranntes, verzundertes Kupfer, das schlechter bezahlt wird als sauber geschältes. Wer viel Kabel hat, gibt es ungeschält ab – die Granulieranlage macht es sauberer, als es im Hof je gelingt.
Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung.
Kabelschrott abgeben: kleine und große Mengen
Ein paar Meter Restkabel vom Umbau bringst du am einfachsten selbst zum Schrottplatz mit. Sortiere vorher grob nach Kupfer und Alu und nach dick und dünn – das macht die Einstufung leichter und fällt fast immer zu deinen Gunsten aus. Lass dir Gewicht, Sorte und Preis auf einem Wiegeschein geben.
Fällt mehr an, etwa bei einer Elektrosanierung oder einem Rückbau, kannst du eine Schrottabholung anfragen. Schrottgeier fährt nicht selbst: Ein geprüfter Fachbetrieb aus deiner Region übernimmt und sagt dir vorher, ob die Abholung für ihn kostenlos möglich ist. Für Elektrobetriebe mit laufendem Kabelanfall ist ein Schrottcontainer mit Wiegeschein der passendere Weg, weil die Nachweise für die Gewerbeabfallverordnung gleich mitkommen.
Häufige Fragen zu Kabelschrott
Was bekomme ich für 1 kg Kabelschrott?
Das hängt am Kupferanteil. Rechne mit dem Anteil aus der Tabelle oben mal dem Kupferpreis – blanker Draht liegt derzeit bei 9,99–10,98 €/kg – und zieh die Handelsspanne für das Abtrennen der Isolierung ab. Weil die Einstufung je Platz und Kabeltyp verschieden ausfällt, führt der Monitor Kabel nicht als eigene Sorte mit fester Spanne.
Lohnt sich Abisolieren bei Haushaltskabeln?
Bei dicken Einzelleitern ja, bei dünnen Litzen und Datenkabeln fast nie. Entscheidend ist, wie viele Kilo Draht du pro Arbeitsstunde herausbekommst. Das Werkzeug oben rechnet beide Varianten gegeneinander.
Sind Kabel mit Steckern weniger wert?
In der Regel ja. Stecker, Klemmen und Netzteile gelten als Störstoff und drücken die Einstufung. Bei kleinen Mengen ist das Abknipsen die Mühe oft nicht wert, bei einem ganzen Sack Verlängerungskabel schon.
Woran erkenne ich ein Alukabel?
Am angeschnittenen Leiter: silbrig statt rotbraun. Zusätzlich am Aufdruck – ein A in der Typenbezeichnung wie bei NAYY steht für Aluminium – und am geringen Gewicht.
Nimmt der Schrotthändler Kabel mit Erde und Feuchtigkeit an?
Ja, aber das Anhaftende wird mitgewogen und über einen Abzug wieder abgerechnet. Grob abklopfen und ablaufen lassen genügt meist, waschen musst du nichts.
Zählt Kabel als Elektroschrott?
Loses Kabel ist Metallschrott und darf normal abgegeben werden. Sobald ein Gerät dranhängt – Netzteil, Leuchte, Haushaltsgerät – gilt es als Elektroaltgerät und gehört aus dem Privathaushalt zum kommunalen Wertstoffhof oder zur Rücknahme im Handel.
Quellen: Kupfernotierung der LME über Westmetall, Euro-Referenzkurs der EZB, Rechenweg in der Methodik. Kupferanteile je Kabeltyp: gerundete Erfahrungswerte aus dem Schrotthandel, je Hersteller und Querschnitt unterschiedlich – keine Herstellerangaben. Typenbezeichnungen nach VDE-Kennzeichnung.