Schrottpreise
Alufelgen und Stahlfelgen als Schrott
Alufelgen sind eine der wenigen Schrottsorten, die im Kofferraum liegen und richtig etwas bringen. Vorausgesetzt, die Reifen sind runter.
Alufelgen bringen als Schrott ein Vielfaches von Stahlfelgen: Aluminium liegt derzeit bei 1,81–2,41 €/kg und 1,26–1,49 €/kg, Stahlfelgen laufen als Mischschrott mit 0,13–0,18 €/kg – Stand . Felgenguss ist im Handel eine eigene Sorte, die der Monitor nicht getrennt ausweist; die Alu-Spannen sind die Orientierung, die genaue Einstufung macht der Platz. Zwei Dinge entscheiden über den Erlös: ob die Felge Alu oder Stahl ist, und ob der Reifen ab ist. Mit Reifen nimmt sie kaum ein Schrotthändler an.
Alufelge oder Stahlfelge – der Magnet entscheidet
Die Unterscheidung dauert Sekunden und macht den größten Preisunterschied auf dieser Seite aus:
- Magnet: Bleibt er haften, ist es Stahl. Fällt er ab, ist es Aluminium. Das funktioniert auch bei lackierten und bei stark verschmutzten Felgen.
- Gewicht: Eine Alufelge ist bei gleicher Größe spürbar leichter als eine Stahlfelge – man merkt es beim Anheben sofort.
- Optik: Stahlfelgen sind einfache, gepresste Schüsseln mit Lüftungslöchern, meist schwarz oder silbergrau lackiert und oft mit Radkappe. Alufelgen haben geformte Speichen, Guss- oder Schmiedestruktur und häufig eine polierte oder klarlackierte Oberfläche.
- Radkappe: Eine Radzierblende aus Kunststoff sitzt fast immer auf einer Stahlfelge. Sie selbst ist kein Schrott und gehört in den Restmüll.
Magnesiumfelgen kommen im Alltag praktisch nicht vor; echte Magnesiumräder aus dem Motorsport sind Sonderfälle, die man am Platz vorführt statt sie einzuschätzen. Umgangssprachlich sind „Magfelgen“ fast immer ganz normale Aluminiumräder.
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Was wiegt eine Felge?
Weil Schrott nach Gewicht bezahlt wird, ist die Zollgröße der schnellste Anhaltspunkt. Die folgenden Werte sind gerundete Erfahrungswerte und je Hersteller, Breite und Bauart unterschiedlich – eine schmale Gussfelge und ein breites Schmiederad derselben Größe liegen weit auseinander.
| Größe | Alufelge (Erfahrungswert) | Stahlfelge (Erfahrungswert) |
|---|---|---|
| 14 Zoll | ca. 6–8 kg | ca. 6–8 kg |
| 15 Zoll | ca. 7–9 kg | ca. 7–9 kg |
| 16 Zoll | ca. 8–11 kg | ca. 8–11 kg |
| 17 Zoll | ca. 9–13 kg | ca. 10–13 kg |
| 18 Zoll | ca. 11–15 kg | selten |
| 19–20 Zoll | ca. 13–18 kg | selten |
Auffällig: In Kilogramm nehmen sich Alu- und Stahlfelge derselben Größe wenig. Der Unterschied liegt nicht im Gewicht, sondern im Kilopreis – Aluminium wird um ein Vielfaches höher bezahlt als Eisen. Ein kompletter Satz Alufelgen in 17 Zoll bewegt sich damit nach Erfahrungswerten bei rund 40 bis 50 kg Material.
Wichtig für die Planung: Ein komplettes Rad wiegt deutlich mehr als die Felge allein. Ein Pkw-Reifen bringt je nach Größe grob 8 bis 12 kg zusätzlich auf die Waage. Wer vier Kompletträder wiegt und mit dem Alupreis rechnet, verrechnet sich also um ein Drittel bis die Hälfte.
Reifen müssen runter – Altreifen sind kein Schrott
Ein Reifen besteht aus Gummi, Textil und Stahldraht und ist damit kein Metallschrott. Für Schrottplätze ist er ein Störstoff, der eigens entsorgt werden muss:
- Komplettradsätze werden häufig ganz abgelehnt oder nur mit Abzug angenommen.
- Manche Plätze ziehen die Reifenentsorgung vom Erlös ab – dann bleibt vom Alupreis wenig übrig.
- Altreifen in den Container zu legen, verursacht am Ende Kosten statt Erlös.
Abziehen lassen sich Reifen mit einer Reifenmontiermaschine, also in jeder Werkstatt oder bei jedem Reifenhändler; von Hand ist das mit Montiereisen möglich, aber mühsam und nicht ohne Verletzungsrisiko. Die abgezogenen Altreifen gibst du beim Reifenhändler ab, der sie gegen eine Gebühr zurücknimmt, oder beim kommunalen Wertstoffhof – die Annahmebedingungen und Gebühren sind örtlich verschieden. Reifen mit brauchbarem Profil sind kein Fall für den Schrott, sondern verkaufst du besser gebraucht weiter.
Ventile, Wuchtgewichte und was sonst abgezogen wird
Nach dem Abziehen sitzt auf der Felge noch Kleinkram, der die Sorte verunreinigt:
- Wuchtgewichte: Schlaggewichte am Felgenhorn oder Klebestreifen innen. Ältere Gewichte bestehen aus Blei, neuere aus Zink oder Stahl. Sie gehören nicht zum Alu und werden getrennt gesammelt – Bleigewichte gibst du wegen des Schadstoffgehalts gesondert ab, nicht in den Hausmüll.
- Ventile: Gummiventile heraushebeln, Metallventile abschrauben. Reifendruck-Sensoren (RDKS) sind Elektronikbauteile und gehören nicht in den Alu-Behälter.
- Stahlkern in der Alufelge: Manche Räder haben Stahlbuchsen oder eingepresste Hülsen. Ein Magnet zeigt sie; kleine Mengen stören meist nicht, größere führen zur Abwertung.
- Radkappen, Aufkleber, Felgenschloss: Kunststoff und Fremdmetall runter.
Lack und Klarlack sind dagegen kein Problem – lackierte Alufelgen sind im Ankauf der Normalfall. Wie Aluminium im Handel eingestuft wird und was den Preis sonst bewegt, steht auf der Seite Aluminiumpreis für Schrott.
Einzelne Felgen oder ganze Sätze abgeben
Vier Felgen passen in den Kofferraum und sind am Platz schnell abgewickelt. Verlang auch hier einen Wiegeschein mit Gewicht, Sorte, Preis und Datum, und nimm deinen Ausweis mit. Vor dem Verschrotten lohnt ein kurzer Blick auf den Gebrauchtmarkt: Ein unbeschädigter Satz Originalfelgen einer gängigen Baureihe bringt gebraucht regelmäßig mehr, als der Materialwert je hergeben kann. Verschrottet wird, was verbogen, gerissen oder korrodiert ist.
Fallen Felgen regelmäßig an, etwa beim saisonalen Räderwechsel oder bei der Fahrzeugaufbereitung, ist ein eigener Behälter der bessere Weg. Für Betriebe gibt es dazu den Schrottcontainer für Kfz-Werkstätten mit Wiegeschein und getrennter Erfassung – das ist zugleich der Nachweis, den die Gewerbeabfallverordnung verlangt. Privat kannst du bei größeren Mengen eine Schrottabholung anfragen; Schrottgeier fährt nicht selbst, ein geprüfter Fachbetrieb aus deiner Region übernimmt und sagt dir vorher, ob die Abholung kostenlos möglich ist.
Alufelgen verkaufen: als Satz oder als Schrott?
Wer Alufelgen verkaufen will, hat zwei Märkte vor sich, und die zahlen nach ganz unterschiedlichen Maßstäben. Der Gebrauchtmarkt bezahlt das Bauteil, der Schrottplatz nur das Material.
- Als Gebrauchtteil: Ein vollständiger, unbeschädigter Satz mit Gutachten oder ABE, passenden Maßen für gängige Fahrzeuge und ohne Bordsteinschäden bringt verkauft in aller Regel deutlich mehr als der Materialwert. Die Papiere sind dabei entscheidend, weil der Käufer die Felgen ohne sie oft nicht eintragen oder fahren darf. Angeboten wird über Kleinanzeigen, Reifenhändler oder Werkstätten, die Gebrauchträder ankaufen.
- Als Schrott: Einzelfelgen, unvollständige Sätze, verbogene, gerissene, stark korrodierte oder geschweißte Felgen und alles ohne Papiere für ein seltenes Fahrzeug gehören zum Schrotthändler. Hier zählt nur das Gewicht mal dem Alupreis, derzeit 1,81–2,41 €/kg, Stand .
Beim Verkauf als Schrott entscheidet die Sauberkeit über die Einstufung. Den Schrottwert drücken vor allem:
- Reifen: oft Ablehnung oder Abzug für die Entsorgung.
- Ventile und RDKS-Sensoren: Gummi, Messing und Elektronik gehören nicht ins Alu.
- Wuchtgewichte: Blei, Zink oder Stahl verunreinigen die Sorte.
- Stahlhülsen und eingepresste Buchsen: größere Stahlanteile führen zur Abwertung.
- Dicke Lack- oder Pulverbeschichtung: normale Lackierung ist üblich, sehr starke Beschichtungen oder Folierungen können manche Plätze niedriger einstufen.
Faustregel: Erst prüfen, ob der Satz gebraucht einen Käufer findet. Was dort nicht weggeht, wird sauber zerlegt und als Alu abgegeben.
Häufige Fragen zu Felgen als Schrott
Was bekomme ich für eine Alufelge?
Rechne mit dem Gewicht aus der Tabelle mal dem Alupreis von derzeit 1,81–2,41 €/kg. Eine 17-Zoll-Felge liegt nach Erfahrungswerten bei rund 9 bis 13 kg. Die genaue Einstufung – Felgenguss, Mischalu oder Neuschrott – macht der Schrottplatz.
Nimmt der Schrottplatz Felgen mit Reifen?
Oft nicht, und wenn, dann mit Abzug für die Reifenentsorgung. Zieh die Reifen vorher ab, dann bekommst du den vollen Materialpreis.
Wohin mit den alten Reifen?
Zum Reifenhändler oder zur Werkstatt, die sie gegen Gebühr zurücknimmt, oder zum kommunalen Wertstoffhof. Annahme und Gebühren sind örtlich verschieden – kurz anrufen spart die Leerfahrt.
Wie erkenne ich Stahlfelgen sicher?
Mit dem Magnet. Haftet er, ist es Stahl. Zusätzlich: Stahlfelgen sind einfach geformte Schüsseln, meist mit Radkappe, Alufelgen haben ausgeformte Speichen.
Müssen die Wuchtgewichte runter?
Ja. Blei- oder Zinkgewichte sind Fremdmetall und drücken die Einstufung. Bleigewichte gehören wegen des Schadstoffgehalts getrennt entsorgt, nicht in den Hausmüll.
Wo kann ich Alufelgen verkaufen?
Intakte Sätze mit Gutachten oder ABE verkaufst du am besten gebraucht, etwa über Kleinanzeigen, an Reifenhändler oder Werkstätten. Einzelne oder beschädigte Felgen gibst du beim Schrotthändler ab – ohne Reifen, Ventile und Wuchtgewichte, dann bekommst du den Alupreis statt eines Abzugs.
Quellen: Preise aus dem Schrottgeier-Preismonitor auf Basis der LME-Notierung für Aluminium und des Erzeugerpreisindex für Eisen- und Stahlschrott, Rechenweg in der Methodik. Gewichtsangaben: gerundete Erfahrungswerte, je Hersteller, Felgenbreite und Bauart unterschiedlich – keine Herstellerdaten.