Ratgeber
Schrottplatz: So läuft die Abgabe ab
Wer zum ersten Mal mit dem Anhänger auf einen Schrottplatz fährt, weiß meist nicht, wo er hinsoll. Hier steht der Ablauf, bevor du losfährst.
Auf dem Schrottplatz läuft die Abgabe immer nach demselben Muster: anmelden, auf die Waage, Material sichten und einstufen lassen, abladen, noch einmal wiegen, abrechnen. Das Gewicht ergibt sich aus der Differenz zwischen voller und leerer Fahrt, den Preis bestimmt die Sorte, in die dein Material eingestuft wird. Deinen Ausweis brauchst du dabei fast überall. Der größte Hebel liegt aber vor der Abfahrt: Wer sortenrein anliefert und Fremdstoffe vorher entfernt, bekommt eine bessere Einstufung als jemand, der alles zusammen auf den Hänger wirft. Der Rest dieses Ratgebers erklärt jeden Schritt – und die typischen Stellen, an denen Geld verloren geht.
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Vorbereitung: der Teil, der über den Preis entscheidet
Am Platz wird eingestuft, was auf dem Hänger liegt – und Mischschrott ist die schlechteste aller Einstufungen. Alles, was du vorher trennst, wird einzeln bewertet.
- Nach Sorten trennen. Kupfer, Messing, Aluminium, Edelstahl und Eisenschrott in getrennte Kisten oder Haufen. Zwischen 0,13–0,18 €/kg für Mischschrott und 10,27–11,28 €/kg für blanken Kupferdraht liegen Welten. Welches Metall du vor dir hast, klärt der Ratgeber Schrott richtig sortieren.
- Fremdstoffe entfernen. Holz, Kunststoff, Gummi, Dämmwolle, Beton, Glas, Schrauben aus anderem Material: Alles, was kein Metall ist, wiegt zwar mit, bezahlt wird es aber nicht – im Gegenteil, es kostet Einstufung. Reifen gehören von der Felge, Wuchtgewichte ab, Beläge von der Bremsscheibe.
- Nicht wässern, nicht anhaften lassen. Nasse Rohre, erdige Profile und ölverschmierte Teile bringen scheinbar Gewicht auf die Waage. Erfahrene Einkäufer sehen das sofort und ziehen pauschal ab. Das Geschäft geht in dieser Rechnung nie zu deinen Gunsten aus.
- Ladung sichern. Zurrgurte statt Spanngummis, Kleinteile abgedeckt, nichts über die Bordwand. Loses Metall auf dem Anhänger ist ein echtes Risiko für alle hinter dir – und wer etwas verliert, haftet dafür.
- Zulässiges Gesamtgewicht beachten. Metall ist schwer und füllt den Hänger nicht, bevor er zu schwer ist. Drei Kubikmeter Guss sind schneller über dem Limit, als das Ladevolumen vermuten lässt. Im Zweifel zwei Fahrten statt einer.
Ankunft: Waage, Brutto, Tara, Netto
Auf dem Hof gilt Schrittgeschwindigkeit, und du fährst zuerst zur Waage oder ins Büro – nicht direkt zum Haufen. Der Ablauf:
- Anmelden Du sagst, was du bringst. Der Platz entscheidet, an welche Box du fährst und ob er das Material überhaupt annimmt.
- Brutto wiegen Fahrzeug samt Ladung fährt über die Brücke. Dieses Gewicht ist das Brutto.
- Abladen und sichten Ein Mitarbeiter schaut sich das Material an und stuft es ein: blanker Draht oder Mischkupfer, V2A oder V4A, Alu-Profile oder Bleche. Diese Sortenermittlung entscheidet stärker über deinen Erlös als jede Preistabelle.
- Tara wiegen Leer noch einmal über die Waage. Das ist die Tara.
- Netto abrechnen Brutto minus Tara ergibt das Nettogewicht – die Menge, die bezahlt wird. Bei kleinen Mengen läuft das Ganze stattdessen über eine Bodenwaage im Annahmebereich.
Wie ein solcher Nachweis aufgebaut ist und warum die geeichte Waage der Punkt ist, an dem er seinen Wert bekommt, steht ausführlich unter Wiegeschein. Lass dir den Beleg immer geben, auch wenn es nur um zwanzig Euro geht: Er ist der einzige Nachweis darüber, was tatsächlich auf der Waage lag.
Warum der Platz deine Personalien erfasst
Am Tresen liegt fast überall ein Schild: ohne Ausweis kein Ankauf. Das ist keine Schikane, sondern Dokumentation. Über den Schrottankauf verschwindet ein Teil des gestohlenen Metalls in Deutschland – Kabeltrommeln von Baustellen, Fallrohre, Gullydeckel, Grabschmuck. Betriebe halten deshalb fest, wer was angeliefert hat. Das schützt auch dich: Ein sauberer Ankaufschein belegt, dass du dein Material regulär abgegeben hast.
Dazu kommt der buchhalterische Grund. Kauft ein Betrieb von einer Privatperson an, rechnet er in der Regel per Gutschrift ab und braucht dafür Name und Anschrift. Wie umfangreich die Erfassung ausfällt, ist von Platz zu Platz verschieden. Was dabei für dich als Privatperson gilt und ab wann aus privatem Verkauf gewerbliches Handeln wird, steht im Ratgeber Schrott privat verkaufen.
Auszahlung: bar oder Überweisung
Kleinere Beträge zahlen viele Plätze bar aus, größere überweisen sie. Das ist keine Willkür, sondern Vorsicht: Wer gewerblich mit Gütern handelt, unterliegt beim Bargeschäft besonderen Sorgfaltspflichten. Bei Barzahlungen ab 10.000 € greifen für Güterhändler die Pflichten nach dem Geldwäschegesetz, unter anderem zur Identifizierung des Vertragspartners. Für private Anlieferungen spielt diese Grenze praktisch keine Rolle – sie erklärt aber, warum Betriebe bei größeren Summen lieber auf das Konto zahlen.
Unabhängig vom Weg gilt: Auf deinem Beleg müssen Gewicht, Sorte, Preis je Kilogramm und Summe stehen. Bargeld ohne Papier ist das schlechteste aller Geschäfte – du hast dann weder einen Nachweis über den Verkauf noch eine Handhabe, wenn die Abrechnung nicht stimmt. Die aktuellen Spannen je Sorte und die Herkunft jeder Zahl findest du im Preismonitor; sie sind Orientierung, keine Zusage eines bestimmten Platzes.
Schrottplatz in der Nähe finden
Viele Schrottplätze nennen sich „Schrotthandel“, „Metallrecycling“ oder „Altmetallankauf“ – such in der Kartensuche deshalb mit mehreren Begriffen und ruf vor der ersten Fahrt kurz an. Wie du einen Platz in deiner Nähe findest und woran du einen seriösen Betrieb erkennst, steht auf der Seite Schrotthändler in deiner Nähe finden.
Öffnungszeiten, Anhänger und typische Abzüge
Schrottplätze sind Betriebe, keine Wertstoffhöfe: Die Annahme endet oft schon am frühen Nachmittag, samstags meist mittags, und vor Feiertagen kann der Hof früher schließen. Ruf lieber vorher an – besonders, wenn du Buntmetall bringst oder mehr als eine Anhängerladung. Frag dabei gleich mit, ob das Material überhaupt angenommen wird und ob eine Mindestmenge gilt. Mit Anhänger gilt zusätzlich: Rangierfläche ist knapp, Rückwärtsfahren gehört dazu, und an manchen Plätzen darfst du das Fahrzeug im Annahmebereich nicht verlassen.
Und dann die Frage, die am häufigsten für Ärger sorgt: Warum ist am Ende weniger herausgekommen als gedacht? Fast immer liegt es an einem dieser Punkte:
- Anhaftungen. Erde, Beton, Farbe, Öl, Wasser. Sie wiegen mit, bezahlt werden sie nicht – der Einkäufer zieht dafür ab.
- Mischschrott statt sortenrein. Ein einzelnes Stück Kupferrohr im Eisenhaufen bringt nichts. Der ganze Haufen wird nach dem geringsten enthaltenen Wert eingestuft.
- Elektroteile im Material. Motoren mit Kabel, Netzteile, Platinen, Leuchtmittel: Viele Plätze nehmen das gar nicht an oder stufen die Charge deutlich herunter, weil eine gesonderte Behandlung nötig wird.
- Legierung falsch eingeschätzt. Was du für V4A hältst, kann V2A sein; was nach Messing aussieht, kann vermessingter Stahl sein. Der Magnettest im Ratgeber Metall bestimmen klärt die meisten Fälle vorher.
- Zu kleine Menge. Der Aufwand für Annahme, Verwiegung und Abrechnung ist bei fünf Kilo derselbe wie bei fünfhundert. Deshalb sind die Kilopreise für Kleinmengen niedriger.
Rechnet sich die Fahrt nicht, ist die Abholung durch einen Fachbetrieb der bequemere Weg – der Ablauf dafür steht unter So läuft die Schrottabholung ab.
Häufige Fragen zur Abgabe am Schrottplatz
Brauche ich einen Termin für den Schrottplatz?
Für normale Privatanlieferungen in der Regel nicht. Ein Anruf vorher lohnt sich trotzdem: wegen der Annahmezeiten, wegen der Frage, ob dein Material angenommen wird, und bei größeren Mengen wegen der Rangierfläche.
Kann ich Schrott ohne Ausweis abgeben?
Abgeben ohne Vergütung teilweise ja, verkaufen praktisch nein. Beim Ankauf erfassen Betriebe die Personalien – gerade bei Kupfer, das häufig aus Diebstählen stammt. Ein Platz, der ohne jede Erfassung bar auszahlt, ist kein guter Geschäftspartner.
Was bedeuten Brutto, Tara und Netto auf dem Wiegeschein?
Brutto ist das Gewicht von Fahrzeug und Ladung, Tara das Gewicht des leeren Fahrzeugs. Die Differenz ist das Netto – die Menge Metall, die bezahlt wird. Eine geeichte Waage ist dabei die Voraussetzung dafür, dass der Schein als Nachweis taugt.
Bekomme ich mein Geld bar?
Bei kleineren Beträgen häufig ja, bei größeren überweisen viele Betriebe. Ab 10.000 € Barzahlung greifen für Güterhändler die Sorgfaltspflichten des Geldwäschegesetzes. Der Beleg über Gewicht, Sorte und Preis bleibt in beiden Fällen derselbe.
Warum ist mein Schrott weniger wert als im Preismonitor angegeben?
Weil die Einstufung vor Ort zählt. Anhaftungen, Mischungen und Fremdstoffe drücken die Sorte, Kleinmengen bringen niedrigere Kilopreise. Die Spannen im Preismonitor sind Orientierung, keine Zusage.
Nimmt der Schrottplatz meine alte Waschmaschine?
Nein, eine Waschmaschine ist Elektroaltgerät, kein Metallschrott. Sie gehört zum Wertstoffhof oder in die Rücknahme im Handel. Mehr dazu im Ratgeber Elektroschrott: Was dazugehört und wohin damit.
Quellen: Geldwäschegesetz, Sorgfaltspflichten für Güterhändler bei Barzahlungen ab 10.000 €; Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG); Mess- und Eichrecht für geschäftlich verwendete Waagen; Ablauf an Annahme und Waage: eigene Marktrecherche schrottgeier.de, September 2026. Preise: Preismonitor schrottgeier.de, Stand . Rechenweg: Methodik.
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