Ratgeber
Metall entsorgen: Wohin mit welchem Gegenstand
Nicht jedes Stück Metall gehört zum Schrotthändler – und manches darf dort gar nicht hin. Die Übersicht Gegenstand für Gegenstand.
Die kurze Antwort: Für Metall aus dem Haushalt gibt es fünf Wege – den Schrotthändler oder die Abholung durch einen Fachbetrieb, den kommunalen Wertstoffhof, die Rücknahme im Handel, den Fachbetrieb für Ein- und Ausbau und die Pfandrückgabe. Welcher Weg der richtige ist, entscheidet nicht das Material allein, sondern der Gegenstand: Ein Heizkörper aus Stahl ist Schrott, eine Waschmaschine aus demselben Blech ist ein Elektroaltgerät und darf aus einem Privathaushalt gar nicht vom Sammler mitgenommen werden. Diese Seite ordnet die häufigsten Gegenstände ein und nennt zu jedem die Besonderheit, die man vorher wissen sollte.
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Gegenstand, richtiger Weg, Besonderheit
Die Spalte „Weg“ nennt den üblichen Hauptweg. Wo mehrere Wege möglich sind, steht der zuerst, der in den meisten Fällen am wenigsten Aufwand macht.
| Gegenstand | Richtiger Weg | Besonderheit |
|---|---|---|
| Heizkörper (Guss, Stahl, Alu) | Schrotthändler oder Abholung | Thermostatkopf und Ventile abschrauben, Wasser ablassen. Die Bauart entscheidet über die Sorte – Einordnung unter Heizkörper. |
| Badewanne aus Guss | Schrotthändler oder Abholung | Sehr schwer, magnetisch, läuft als Grauguss beziehungsweise Mischschrott. Nie allein tragen. |
| Badewanne aus Stahl-Email | Schrotthändler oder Abholung | Deutlich leichter, ebenfalls magnetisch. Beim Zerteilen splittert das Email – Details zur Badewanne. |
| Badewanne oder Duschwanne aus Acryl | Wertstoffhof, je nach Satzung Sperrmüll | Kunststoff, kein Metall. Gehört nicht in den Schrott und wird dort auch nicht bezahlt. |
| Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine | Wertstoffhof, Sperrmüll nach kommunaler Satzung, Rücknahme im Handel | Elektroaltgerät. Ein Schrottsammler darf sie im Privathaushalt nicht abholen – die erlaubten Wege. |
| Kühlschrank, Gefriertruhe, Klimagerät | Wertstoffhof oder Rücknahme im Handel | Enthält Kältemittel und Öl. Niemals selbst zerlegen, auch nicht „nur den Kompressor“ – Kühlschrank entsorgen. |
| Elektroherd, Backofen, Ceranfeld | Wertstoffhof oder Rücknahme im Handel | Elektroaltgerät, obwohl fast alles daran Stahl ist. Anschluss nur vom Fachbetrieb trennen lassen. |
| Fahrrad ohne Motor | Schrotthändler oder Abholung | Mischschrott. Fahrbereite Räder lieber verschenken. Bei E-Bikes muss der Akku getrennt zurück in den Handel – Fahrrad entsorgen. |
| Regal, Schrank, Bettgestell aus Metall | Schrotthändler oder Abholung | Holzböden, Polster und große Kunststoffteile vorher abnehmen, sonst wird abgewertet. |
| Zaun, Tor, Gitter | Schrotthändler oder Abholung | Betonfüße und Steine abschlagen. Verzinkt ist unproblematisch, Erdreich und Beton sind es nicht. |
| Felgen | Schrotthändler, Abholung oder Reifenhandel | Reifen, Ventil und Wuchtgewichte herunter, Alu und Stahl trennen – siehe Felgen. |
| Armaturen, Wasserhahn, Kupferrohr | Schrotthändler oder Abholung | Buntmetall, separat sammeln statt in die Eisenkiste werfen – Messing. |
| Kabelreste | Schrotthändler oder Abholung | Bewertung nach Kupferanteil, nicht nach Gewicht des ganzen Kabels – siehe Kabelschrott. |
| Werkzeug ohne Strom (Hammer, Zange, Schraubstock) | Schrotthändler oder Abholung | Ganz normaler Stahlschrott. Akku- und Elektrowerkzeug dagegen ist Elektroaltgerät. |
| Heizkessel, Öl- oder Gastherme | Fachbetrieb für den Ausbau, danach Schrott | Ausbau und Abmeldung gehören zum Heizungsbauer. Brennerteile, Öl- und Gasreste müssen vorher raus. |
| Öltank | Fachbetrieb | Muss entleert, gereinigt und freigemessen werden, bevor irgendjemand ihn anfasst – Öltank entsorgen. |
| Gasflasche | Pfandrückgabe beim Händler oder Gasvertrieb | Gehört nie in den Schrott, auch nicht „leer“. Restdruck und Ventil machen sie zum Druckbehälter – Gasflasche entsorgen. |
| Autobatterie | Pfandrückgabe im Handel, sonst Wertstoffhof | Blei-Säure-Batterie, gefährlicher Abfall. Aufrecht transportieren, nie öffnen. |
| Farb-, Öl- und Lackreste, Spraydosen | Schadstoffsammlung der Kommune | Auch dann, wenn sie in einer Blechdose stecken. Erst leer und trocken ist die Dose Metall. |
Zwei Muster stecken in dieser Tabelle. Erstens: Sobald Strom, Akku oder Batterie im Spiel sind, ist es kein Schrott mehr, sondern ein Elektroaltgerät mit eigenem Rückgabeweg. Zweitens: Was einmal einen gefährlichen Inhalt hatte – Öl, Gas, Säure, Farbe –, wird erst nach der fachgerechten Entleerung zu Metall. Wer diese beiden Regeln kennt, ordnet auch Gegenstände richtig ein, die hier nicht stehen.
Verkaufen oder einfach loswerden?
Beides ist legitim, und die Entscheidung hängt an drei Dingen: Menge, Buntmetallanteil und Transport.
Verkaufen lohnt sich, wenn nennenswert Kupfer, Messing, Aluminium oder Edelstahl dabei ist und das Material halbwegs sortenrein vorliegt. Der Abstand zwischen 0,13–0,18 €/kg für Stahl-Mischschrott und 10,16–11,16 €/kg für blanken Kupferdraht ist der ganze Grund, warum sich eine halbe Stunde Sortieren rechnet. Die aktuellen Spannen aller Sorten stehen im Preismonitor, Stand .
Entsorgen ist einfacher, wenn es um wenige Kilo Eisen geht, wenn das Material stark verschmutzt oder mit Holz, Beton und Kunststoff verbaut ist, oder wenn du kein Fahrzeug für den Transport hast. Ein Karton alte Scharniere bringt rechnerisch so wenig, dass die Fahrt zum Platz mehr kostet, als am Ende ausgezahlt wird. Dann ist der kommunale Wertstoffhof der kürzere Weg – der Vergleich steht im Ratgeber Wertstoffhof oder Schrotthändler.
Kommt mehr zusammen, als in den Kofferraum passt – Heizkörper aus einer Sanierung, ein abgebauter Zaun, eine Werkstattauflösung –, ist die Schrottabholung der dritte Weg. Schrottgeier fährt selbst nicht: Wir haben keinen eigenen Fuhrpark, sondern leiten die Anfrage an einen geprüften Fachbetrieb in deiner Region weiter. Ob die Abholung für dich kostenlos ist, hängt von Menge, Sorte und Entfernung ab und sagt dir der Betrieb vorher – pauschal versprechen lässt sich das nicht.
Was gar nicht in den Schrott darf
Diese Dinge nimmt ein seriöser Fachbetrieb weder mit noch am Platz an. Das ist kein schlechter Service, sondern die Bedingung dafür, dass er seine Zulassung behält.
- Elektroaltgeräte aus Privathaushalten – von der Waschmaschine bis zur Lichterkette. Wohin damit, steht im Ratgeber Elektroschrott: Was dazugehört.
- Kühl- und Klimageräte, weil das Kältemittel vor jeder Zerlegung abgesaugt werden muss.
- Batterien und Akkus, besonders Lithium-Akkus: Sie entzünden sich, wenn sie in der Presse zerdrückt werden.
- Gasflaschen, Feuerlöscher, Druckbehälter – auch vermeintlich leere.
- Öltanks mit Restinhalt und ölverschmierte Teile.
- Farben, Lacke, Lösemittel, Altöl – das ist Schadstoffsammlung, nicht Schrott.
- Reifen, auch auf der Felge montiert.
- Nachtspeicheröfen und alles mit Asbestverdacht – nur durch eine zugelassene Fachfirma, siehe Nachtspeicherofen entsorgen.
- Munition, Pyrotechnik, medizinische Abfälle – Fundmunition gehört zur Polizei, nicht in den Container.
„Wir nehmen alles mit“ ist das Warnsignal
Wenn ein Sammler anbietet, Waschmaschine, Kühlschrank oder Gasflasche „gleich mitzunehmen“, ist das kein Entgegenkommen, sondern ein Regelverstoß auf deinem Grundstück. Das Einsammeln von Elektroaltgeräten aus Privathaushalten ist nach dem ElektroG untersagt, der Bußgeldrahmen reicht bis 50.000 €. Alle Schrottgeier-Partner sagen schriftlich zu, das nicht zu tun.
So sortierst du vorher
Sortieren ist die einzige Arbeit, die sich beim Metall zuverlässig auszahlt – und sie geht schneller, als die meisten denken.
- Magnet zuerst. Bleibt er haften, ist es Eisen oder Stahl und damit Mischschrott. Haftet er nicht, lohnt der zweite Blick: Kupfer, Messing, Aluminium, Edelstahl oder Zink. Der Entscheidungsweg steht im Ratgeber Metall bestimmen.
- Buntmetall in eigene Behälter. Ein Eimer Kupfer, ein Eimer Messing, alles andere in die große Kiste. Gemischt abgegeben wird alles zum Preis der schlechtesten Sorte.
- Anhaftungen runter. Holz, Beton, Kunststoff, Dämmwolle, Erde: Jedes Kilo davon wird mitgewogen, aber nicht bezahlt – und kann die ganze Charge abwerten.
- Schrauben und Kleinteile sammeln statt in den Restmüll werfen. Ein Eimer Schrauben ist immer noch Stahl.
- Nicht abisolieren, bevor du gerechnet hast. Ob sich die Arbeit am Kabel lohnt, hängt am Querschnitt – die Rechnung steht unter Kabel abisolieren.
Wie ein Fachbetrieb die Sorten auseinanderhält und was das für deinen Erlös bedeutet, steht ausführlich im Ratgeber Schrott richtig sortieren.
Häufige Fragen zum Metall entsorgen
Kostet es Geld, Metall zu entsorgen?
Beim Schrotthändler in der Regel nicht – er kauft an, du bekommst je nach Sorte und Gewicht etwas ausgezahlt. Am kommunalen Wertstoffhof ist die Annahme von Metall aus Privathaushalten meist gebührenfrei, aber ohne Vergütung. Was genau frei ist und in welcher Menge, legt jede Kommune selbst fest; verlässlich ist nur die Auskunft deines örtlichen Entsorgungsbetriebs.
Darf ich Metall einfach in den Restmüll werfen?
Kleinteile landen dort zwar oft, gehören aber nicht hin: Metall wird getrennt erfasst und ist vollständig verwertbar. Für größere Stücke gilt das erst recht – sie sind im Restmüll schlicht verloren.
Woran erkenne ich, ob etwas Elektroaltgerät ist?
An der Frage, ob das Gerät zum Funktionieren Strom, Batterie, Akku oder ein Solarmodul gebraucht hat. Wenn ja, ist es ein Elektroaltgerät – auch wenn es zu neunzig Prozent aus Stahl besteht und das Kabel längst abgeschnitten wurde.
Holt jemand das Metall bei mir zu Hause ab?
Ab einer gewissen Menge ja: Ein regionaler Fachbetrieb übernimmt die Abholung, Schrottgeier vermittelt nur die Anfrage. Ob das für dich kostenlos ist, hängt von Menge, Sorte und Entfernung ab – der Betrieb sagt es dir vor dem Termin. Ablauf und Bedingungen stehen unter Schrottabholung.
Muss ich beim Abgeben einen Ausweis vorlegen?
Beim Ankauf ja. Schrotthändler erfassen die Herkunft des Materials und die Person, die es abgibt – das ist Teil der Dokumentationspflichten und gehört zum seriösen Ablauf. Was sonst noch dazugehört, steht unter Schrott privat verkaufen.
Was mache ich mit Metall, das noch am Möbel oder an der Wand hängt?
Ausbauen, wenn es ohne Beschädigung von Leitungen und Rohren geht – sonst den Fachbetrieb ranlassen. Heizkörper, Thermen und Öltanks sind dabei die Grenzfälle: Der Ausbau gehört in Fachhände, der Abtransport danach zum Schrott.
Quellen: Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) §§ 18, 53, 54; Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG), Einsammelverbot für Altgeräte aus Privathaushalten und Rücknahmepflichten des Handels; Batteriegesetz; kommunale Abfallsatzungen (je Kommune unterschiedlich geregelt, deshalb ohne feste Mengen- oder Gebührenangaben); eigene Marktrecherche schrottgeier.de, September 2026. Preise: Preismonitor schrottgeier.de, Stand .
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