Schrottabholung
Kostenlose Schrottabholung: wann sie wirklich kostenlos ist
Fast jeder Handzettel verspricht die kostenlose Abholung. Hier steht, wann sie tatsächlich kostenlos ist – und wann du besser mit einer Rechnung planst.
Kostenlos ist die Schrottabholung dann, wenn der Wert deines Metalls die Tour trägt. Der Fachbetrieb fährt hin, lädt auf, fährt zum Platz und lässt verwiegen – das kostet Zeit, Sprit und Lohn. Bezahlt wird es aus dem Erlös deines Schrotts. Drei Dinge entscheiden also darüber, ob am Ende null Euro auf deiner Seite stehen: die Menge, der Buntmetallanteil und die Entfernung. Ein Anhänger voll Kupferrohre trägt die Fahrt locker, drei alte Regalböden aus Stahlblech eher nicht. Deshalb steht auf dieser Seite keine pauschale Zusage, sondern die Rechnung, mit der du es selbst abschätzen kannst. Die Anfrage über Schrottgeier ist in jedem Fall kostenlos, und der Fachbetrieb sagt dir vorher, was für dich gilt.
Woran hängt es, ob die Abholung kostenlos ist?
An vier Größen, die sich gegenseitig aufwiegen:
- Die Menge. Eine halbe Schubkarre ist für einen Transporter kein Auftrag. Erst ab einer Menge, die sich zu laden lohnt, kommt überhaupt genug Gewicht auf die Waage.
- Der Buntmetallanteil. Das ist der wichtigste Hebel. Stahl-Mischschrott liegt aktuell bei 0,13–0,18 €/kg, blanker Kupferdraht bei 9,99–10,98 €/kg. Ein Kilo Kupfer ersetzt also sehr viele Kilo Eisen.
- Die Entfernung. Jeder Kilometer geht zweimal in die Rechnung ein, hin und zurück. Wohnst du weit vom nächsten Platz entfernt, muss mehr Wert auf den Wagen.
- Der Aufwand vor Ort. Was frei in der Einfahrt steht, ist in Minuten geladen. Was erst abmontiert oder aus dem Keller getragen werden muss, kostet Arbeitszeit.
Die Rechnung, die dahintersteht
Der Erlösrechner im Preismonitor arbeitet mit einer einfachen Modellannahme für den Transport – gedacht für deine eigene Fahrt zum Schrottplatz, aber auch als grobe Orientierung, was eine Abholtour kostet:
Fahrtkosten = 12 € Grundkosten + 2 × Entfernung (km) × 0,85 €/km
Die 12 € stehen für Ladezeit und Verwiegung, die 0,85 € je Kilometer für Hin- und Rückweg. Das ist keine Kalkulation eines bestimmten Betriebs und keine amtliche Pauschale. Ein Betrieb mit Lkw und Lohnkosten liegt darüber, deine eigene Fahrt mit Pkw und Anhänger auf kurzer Strecke oft darunter. Nach dieser Annahme ergeben sich:
| Entfernung (einfach) | Tourkosten laut Modell |
|---|---|
| 5 km | 20,50 € |
| 15 km | 37,50 € |
| 25 km | 54,50 € |
| 40 km | 80,00 € |
Die Faustregel daraus: Teile die Tourkosten durch den unteren Wert der Preisspanne deiner Sorte. Heraus kommt das Gewicht, ab dem sich die Fahrt überhaupt trägt. Bei Eisen und Stahl sind das schnell mehrere hundert Kilo, bei Kupfer oder Messing nur ein Bruchteil davon. Genau das rechnet dir der Rechner aus – trag Sorte, Menge und Entfernung ein:
Transport als Modellannahme: 12 € Grundkosten plus 0,85 € je km für Hin- und Rückweg mit Transporter. Orientierungswerte, maßgeblich ist die Verwiegung am Platz.
Die Werte sind Orientierung, keine Zusage. Maßgeblich ist immer die Verwiegung am Platz und die Einstufung der Sorte. Warum kleine Mengen zusätzlich schlechter bezahlt werden, steht im Ratgeber Warum du für 50 kg Schrott weniger pro Kilo bekommst.
Typische Fälle aus der Praxis
Alte Heizkörper nach der Sanierung
Ein guter Fall. Gussheizkörper wiegen einiges, Stahlheizkörper kommen in der Menge zusammen, und beides ist sauberes Material. Stehen mehrere ausgebaut bereit, trägt sich die Tour meist. Mehr zu den Bauarten: Heizkörper.
Kupferrohre und Messingarmaturen aus dem Bad
Der beste Fall. Hier reichen oft wenige Kilo, damit die Fahrt sich rechnet – vorausgesetzt, das Material ist getrennt und frei von Fremdstoffen. Was den Unterschied macht: Kupfer und Kabelschrott.
Ein paar Regale, ein Gartentor, zwei Felgen
Der Grenzfall. Stahl bringt je Kilo wenig, der Stapel muss also groß sein. Alufelgen ohne Reifen helfen der Rechnung, weil Aluminium deutlich besser bezahlt wird als Eisen – siehe Felgen. Kommt wenig zusammen, kann der Betrieb eine Anfahrtspauschale nennen oder die Abholung ablehnen. Das ist kein schlechter Wille, sondern die Rechnung von oben.
Die alte Waschmaschine
Kein Fall für die Schrottabholung – und zwar unabhängig vom Preis. Eine Waschmaschine ist kein Metallschrott, sondern ein Elektroaltgerät. Dasselbe gilt für Kühlschrank, Herd, Trockner, Mikrowelle, Fernseher, Akkuschrauber und jedes Gerät mit Kabel, Batterie oder Akku. Solche Geräte gibst du am Wertstoffhof deiner Kommune ab oder gibst sie im Handel zurück. Was dazugehört, steht im Ratgeber Elektroschrott: Was dazugehört und wohin damit.
Was eine Abholung teuer macht
Wenn ein Betrieb Kosten nennt, liegt es fast immer an einem dieser Punkte:
- Demontage. Heizkörper abhängen, ein Carport zerlegen, einen Tank ausbauen – das ist Handwerksarbeit und wird als solche berechnet.
- Weite Wege im Haus. Keller ohne Aufzug, dritter Stock, enges Treppenhaus: Tragen kostet Zeit, und Zeit ist der größte Posten der Tour.
- Sperrige Einzelteile. Ein einzelner Öltank oder ein Stahlträger füllt den Wagen, ohne viel zu wiegen. Volumen bezahlt niemand, Gewicht schon.
- Fremdstoffe im Metall. Holz, Dämmwolle, Beton, Kunststoff, Reifen auf der Felge: Alles, was kein Metall ist, muss aussortiert und entsorgt werden. Das drückt die Einstufung oder verursacht Entsorgungskosten.
- Fester Termin. Wer auf die Stunde genau planen muss, nimmt dem Betrieb die Möglichkeit, die Fahrt mit einer Tour in der Gegend zu verbinden.
Umgekehrt heißt das: sortieren, bereitstellen, Fotos mitschicken, beim Termin flexibel sein. Damit verbesserst du deine Chance auf eine kostenlose Abholung am stärksten. Wie du sinnvoll trennst, erklärt Schrott richtig sortieren; was überhaupt mitgeht, steht unter Was wird abgeholt und was nicht.
Wo „kostenlos“ ein Warnsignal ist
Wenn ein Anbieter ohne Rückfrage alles kostenlos mitnimmt und dabei ausdrücklich auch Elektrogeräte anbietet, stimmt etwas nicht. Das Einsammeln von Elektroaltgeräten aus privaten Haushalten ist nach dem ElektroG nicht erlaubt; der Bußgeldrahmen reicht bis 50.000 €. Skeptisch solltest du außerdem werden bei Handzetteln ohne Firmennamen und vollständige Anschrift, bei Rundfahrten mit Lautsprecherdurchsage, bei fehlendem A-Schild am Fahrzeug und bei Barzahlung ohne Beleg über Gewicht und Preis. Lass dir bei vergütetem Metall immer einen Beleg über Verwiegung und Preis geben – das ist deine einzige Kontrolle darüber, was tatsächlich auf der Waage lag.
Warum Schrottgeier nicht pauschal „kostenlos“ verspricht
Schrottgeier hat keinen eigenen Fuhrpark und holt nicht selbst ab. Deine Anfrage geht an einen regionalen Fachbetrieb, der seine Unterlagen vorgelegt hat – unter anderem die Anzeige nach § 18 Kreislaufwirtschaftsgesetz für die gewerbliche Sammlung bei Privathaushalten, die drei Monate vor Beginn bei der zuständigen Behörde erfolgen muss, und die schriftliche Zusage, keine Elektroaltgeräte aus Privathaushalten mitzunehmen. Ob eine konkrete Abholung kostenlos ist, entscheidet dieser Betrieb anhand deiner Mengen und Wege – und sagt es dir, bevor jemand losfährt.
Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung.
Abholung unverbindlich anfragen
Postleitzahl, kurze Beschreibung, gern ein paar Fotos – der Fachbetrieb in deiner Region meldet sich und sagt dir, was für deinen Fall gilt.
Schrottabholung anfragenHäufige Fragen zur kostenlosen Schrottabholung
Ist die Schrottabholung immer kostenlos?
Nein, und jeder, der das pauschal verspricht, kennt deine Mengen nicht. Kostenlos ist sie, wenn der Wert des Metalls die Tour trägt. Das hängt an Menge, Buntmetallanteil, Entfernung und Aufwand vor Ort. Der Fachbetrieb sagt dir vorher, ob Kosten entstehen.
Bekomme ich Geld für meinen Schrott oder ist es nur kostenlos?
Beides ist möglich. Bei größeren Mengen Buntmetall kann eine Vergütung herauskommen, Grundlage ist das Gewicht bei der Verwiegung. Bei kleinen Mengen reinem Eisenschrott bleibt es oft bei „kostenlos“ oder es wird eine Anfahrtspauschale fällig. Die aktuellen Spannen stehen im Preismonitor.
Ab welcher Menge holt ein Betrieb kostenlos ab?
Eine feste Mindestmenge gibt es nicht, weil die Sorte mehr zählt als das Gewicht. Rechne mit dem Erlösrechner gegen: Tourkosten geteilt durch den unteren Wert der Preisspanne ergibt das Gewicht, ab dem sich die Fahrt trägt.
Warum will ein Anbieter Geld für die Abholung der Waschmaschine?
Weil eine Waschmaschine kein Metallschrott ist, sondern ein Elektroaltgerät. Schrottsammler dürfen solche Geräte aus Privathaushalten nicht einsammeln. Kostenlos wirst du sie am Wertstoffhof deiner Kommune los, oft auch über die Rücknahme im Handel.
Kostet die Anfrage über Schrottgeier etwas?
Nein. Die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich. Ist in deiner Region noch kein Fachbetrieb angebunden, erfährst du das direkt nach Eingabe deiner Postleitzahl; deine Anfrage wird dann nicht an beliebige Sammler weitergereicht.
Quellen: Kreislaufwirtschaftsgesetz §§ 18, 53; Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG); Transportannahme 12 € + 0,85 €/km aus dem Schrottgeier-Preismodell (nur für den Erlösrechner); Preise: Preismonitor schrottgeier.de, Stand . Rechenweg: Methodik.