Ratgeber
Welche Metalle sind magnetisch? Die Liste mit Erklärung
Nur wenige Metalle haften wirklich am Magneten. Hier findest du die komplette Liste der Alltagsmetalle, die Physik dahinter in einfachen Worten und was der Magnettest bei Schmuck und Schrott verrät.
Magnetisch im Alltagssinn – der Magnet bleibt kräftig hängen – sind nur drei Metalle: Eisen, Nickel und Kobalt und die Legierungen, in denen sie den Ton angeben, also vor allem Stahl und Gusseisen. Die meisten anderen Metalle, die dir im Haushalt oder auf dem Schrottplatz begegnen, sind nicht magnetisch: Kupfer, Messing, Bronze, Aluminium, Zink, Blei, Zinn, Titan, Gold, Silber und Platin. Ein Sonderfall ist Edelstahl: Je nach Sorte haftet er fest, nur an einzelnen Stellen oder gar nicht. Welche Metalle magnetisch sind, entscheidet der Aufbau ihrer Atome und Kristalle – das erklären wir weiter unten ohne Formeln.
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Die Liste: Welche Metalle haften am Magneten?
Die Tabelle gilt für Raumtemperatur und einen normalen Haushalts- oder Neodym-Magneten. „Nein“ heißt: Der Magnet fällt ab. Physikalisch reagieren auch diese Metalle minimal, aber so schwach, dass du es nur im Labor messen kannst.
| Metall | Haftet am Magnet? | Warum | Hinweis Schrott |
|---|---|---|---|
| Eisen und Stahl | ja, kräftig | ferromagnetisch | Eisenschrott, Masse statt Wert – Stahlschrott |
| Gusseisen | ja, kräftig | ferromagnetisch (Eisen mit viel Kohlenstoff) | eigene Sorte, etwa Heizkörper, Bremsscheiben – Gusseisen |
| Edelstahl ferritisch (z. B. 1.4016) | ja | ferritisches Gefüge ist ferromagnetisch | rostfrei, aber ohne Nickel – bringt deutlich weniger als V2A |
| Edelstahl austenitisch (V2A/V4A) | nein bis schwach | austenitisches Gefüge ist nicht ferromagnetisch; Kaltverformung macht Stellen leicht magnetisch | wertvoll wegen Nickel – Edelstahl |
| Nickel | ja | ferromagnetisch | Reinnickel ist selten, meist steckt es in Legierungen – Nickelpreis |
| Kobalt | ja | ferromagnetisch | Sonderhandel, etwa in Hartmetallen und Akkus |
| Kupfer | nein | diamagnetisch | eine der wertvollsten Sorten – Kupfer |
| Messing | nein | Kupfer und Zink, beide diamagnetisch | schwer und gelb – Messing |
| Bronze | nein | Kupfer und Zinn, nicht ferromagnetisch | eigene Sorte, nicht zum Messing legen |
| Aluminium | nein | paramagnetisch, viel zu schwach für einen Haushaltsmagneten | leicht und gefragt – Aluminium |
| Zink | nein | diamagnetisch | Dachrinnen, Druckguss – Zink und Zinn |
| Blei | nein | diamagnetisch | weich und sehr schwer – Blei |
| Zinn | nein | paramagnetisch, sehr schwach | Zinngeschirr, Lot – Zinn |
| Titan | nein | paramagnetisch, sehr schwach | Spezialhandel, nicht auf jedem Platz |
| Gold | nein | diamagnetisch | Edelmetallhandel, nicht Schrottplatz |
| Silber | nein | diamagnetisch | Edelmetallhandel, nicht Schrottplatz |
| Platin | nein | paramagnetisch, sehr schwach | Edelmetallhandel; beim Auto im Katalysator |
Zu den vier Metallen, nach denen am häufigsten gefragt wird, haben wir eigene Seiten mit allen Sonderfällen: Ist Edelstahl magnetisch?, Ist Kupfer magnetisch?, Ist Aluminium magnetisch? und Ist Messing magnetisch?
Wenn ein „unmagnetisches“ Metall doch hängen bleibt
Dann steckt fast immer Stahl darin oder daran: eine Stahlschraube, ein verchromter Stahlkern, eine Feder, ein eingepresster Stahlring. Oder das Teil ist gar nicht aus dem Metall, das es zu sein scheint. Kupferfarbene 1-, 2- und 5-Cent-Münzen zum Beispiel sind verkupferter Stahl – deshalb haften sie. Prüf deshalb immer mehrere Stellen, am besten eine blank gekratzte.
Warum manche Metalle magnetisch sind – einfach erklärt
Jedes Elektron verhält sich wie ein winziger Magnet. In den meisten Atomen heben sich diese Mini-Magnete gegenseitig auf, in manchen bleibt ein Rest übrig. Was dann passiert, teilt die Physik in drei Gruppen ein:
- Ferromagnetisch – haftet kräftig: Bei Eisen, Nickel und Kobalt richten sich die Mini-Magnete benachbarter Atome von selbst gleich aus und bilden kleine Bereiche mit gemeinsamer Richtung. Hältst du einen Magneten daran, ordnen sich diese Bereiche nach ihm aus – das Metall wird selbst zum Magneten und wird kräftig angezogen.
- Paramagnetisch – theoretisch angezogen, praktisch nicht spürbar: Aluminium, Titan, Platin oder Zinn haben ebenfalls Mini-Magnete, aber sie ordnen sich nicht gemeinsam. Ein äußerer Magnet richtet nur einen winzigen Teil davon aus, die Wärmebewegung wirbelt den Rest durcheinander. Die Anziehung ist um viele Größenordnungen schwächer als bei Eisen – ein Haushaltsmagnet haftet nicht.
- Diamagnetisch – ganz leicht abgestoßen: Kupfer, Gold, Silber, Zink, Blei und besonders deutlich Wismut reagieren auf ein Magnetfeld mit einer schwachen Gegenwirkung. Sie werden minimal abgestoßen. Auch das spürst du mit der Hand nicht.
Für die Praxis heißt das: Es gibt nur „haftet“ oder „haftet nicht“. Ob ein nicht haftendes Metall para- oder diamagnetisch ist, siehst du mit dem Magneten nicht.
Ein beliebter Versuch führt dabei oft in die Irre: Lässt du einen starken Neodym-Magneten über eine dicke Kupfer- oder Aluminiumplatte gleiten, wird er spürbar gebremst. Das ist kein Magnetismus des Metalls, sondern Wirbelströme – der bewegte Magnet erzeugt im gut leitenden Metall Ströme, deren Magnetfeld ihn bremst. Liegt der Magnet still, passiert nichts.
Die Curie-Temperatur: Hitze schaltet Magnetismus ab
Ferromagnetismus hat eine Temperaturgrenze, die Curie-Temperatur. Darüber zerfällt die gemeinsame Ausrichtung, das Metall verhält sich nur noch paramagnetisch. Bei Eisen liegt sie bei rund 770 °C, bei Nickel bei rund 360 °C, bei Kobalt bei über 1.100 °C. Ein Kuriosum ist das Metall Gadolinium: Seine Curie-Temperatur liegt bei rund 19 °C. An einem kühlen Tag ist es ferromagnetisch, in einem warmen Raum nicht mehr. Kühlt ein Metall wieder ab, kehrt der Ferromagnetismus zurück.
Gold und Silber: Was der Magnettest verrät
Gold und Silber sind diamagnetisch, echte Stücke haften also nicht am Magneten. Das macht den Magneten zu einem schnellen ersten Filter für Schmuck, Münzen und Barren – mit einer klaren Grenze.
- Haftet das Stück, ist es nicht massiv aus Gold oder Silber. Wahrscheinlich ist es vergoldeter oder versilberter Stahl oder es hat einen Stahlkern. Ausnahme: Verschlüsse, Federringe und Karabiner an Ketten sind oft aus Stahl und dürfen haften – teste deshalb die Kettenglieder, nicht den Verschluss.
- Haftet es nicht, ist das noch kein Echtheitsbeweis. Messing, Kupfer, Bronze, Zinn und Aluminium haften ebenfalls nicht. Auch professionelle Fälschungen setzen bewusst auf unmagnetische Kerne, bekannt sind etwa vergoldete Wolframbarren. Wolfram ist paramagnetisch und fällt beim Magnettest nicht auf.
Für den Verkauf zählen Stempel, Gewicht, Maße und im Zweifel eine Prüfung beim Edelmetallhändler oder Juwelier. Ein Schrottplatz ist dafür die falsche Adresse. Bei Platinschmuck gilt dasselbe Prinzip; hier können manche Legierungen mit Kobaltzusatz leicht auf einen starken Magneten reagieren, ohne unecht zu sein. Wo in Elektronik Gold steckt und was sich daraus lohnt, steht im Ratgeber Gold im Elektroschrott.
Ist Titan magnetisch?
Nein, jedenfalls nicht so, dass du es merkst. Titan ist paramagnetisch, ein Magnet bleibt nicht daran hängen. Das gilt auch für die üblichen Titanlegierungen, etwa aus Implantaten, Uhren, Fahrradrahmen oder der Luftfahrt. Haftet ein angebliches Titanteil kräftig am Magneten, ist es kein Titan oder es sind Stahlteile verbaut.
Titan ist mit rund 4,5 g/cm³ deutlich leichter als Stahl und schwerer als Aluminium – die Dichteprobe aus dem Ratgeber Metall bestimmen hilft bei der Unterscheidung. Beim Verkauf gilt: Titanschrott ist ein Spezialmarkt. Viele Schrottplätze kaufen ihn nicht oder nur nach Absprache, der Preis hängt stark von Legierung und Reinheit ab. Eine verlässliche Spanne können wir dir dafür nicht nennen – frag vorher bei einem Händler nach, der Titan ausdrücklich ankauft.
Der Magnettest beim Schrott
Auf dem Schrottplatz ist der Magnet das erste Werkzeug, noch vor jeder Waage. Der Grund ist der Preis: Alles, was haftet, ist in der Regel Eisen oder Stahl und wird als Masse bezahlt. Mischschrott liegt aktuell bei 0,13–0,18 €/kg. Alles, was nicht haftet, ist Buntmetall oder Edelstahl – und da liegen die Preise auf einer ganz anderen Stufe. Kupfer Millberry etwa steht bei 10,27–11,28 €/kg, Messing bei 5,58–6,48 €/kg, Alu-Profile bei 1,81–2,41 €/kg, V2A bei 0,61–0,75 €/kg. Alle Werte aus dem Preismonitor, Stand .
Deshalb zahlt sich der Magnet schon zu Hause aus. Ein Buntmetallteil, das im Eisenhaufen landet, wird zum Eisenpreis abgerechnet. Und ein Stück Stahl in der Kupferkiste drückt die Einstufung der ganzen Partie. Große Anlagen machen es übrigens genauso, nur maschinell: Lasthebemagnete und Magnetabscheider holen das Eisen aus dem Strom, bevor die Buntmetalle weiter getrennt werden.
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- Kräftigen Magneten besorgen Ein kleiner Neodym-Magnet aus dem Baumarkt ist zuverlässiger als ein Kühlschrankmagnet.
- Blanke Stelle testen Lack, Dreck und dicke Beschichtungen schwächen den Kontakt. Teste mehrere Stellen, auch Kanten.
- Zwei Haufen bilden Haftet: Eisen und Stahl. Haftet nicht: Buntmetall und Edelstahl.
- Nicht-Haftendes weiter sortieren Farbe, Gewicht und Klang trennen Kupfer, Messing, Aluminium und Co. – Schritt für Schritt im Ratgeber Metall bestimmen.
- Anhaftungen entfernen Stahlschrauben, Kunststoff und Gummi runter – wie das geht, steht unter Schrott richtig sortieren.
Wenn du dir bei einem Teil nicht sicher bist, führt dich der Metallcheck mit wenigen Fragen zum wahrscheinlichsten Metall und zeigt dir die passende Preisspanne. Er rechnet im Browser, es werden keine Daten übertragen.
Das Werkzeug braucht JavaScript. Die Zahlen dahinter stehen auch im Text dieser Seite.
Hast du eine größere Menge sortiert, vermittelt Schrottgeier dir einen Fachbetrieb in deiner Region – mit dem Überblick über Plätze und Preise bundesweit. Wie das abläuft, steht unter Schrottabholung.
Häufige Fragen: Welche Metalle sind magnetisch?
Welche Metalle sind magnetisch?
Bei Raumtemperatur sind nur Eisen, Nickel und Kobalt ferromagnetisch – dazu Legierungen, in denen sie das Gefüge bestimmen, vor allem Stahl, Gusseisen und ferritischer Edelstahl. Kupfer, Messing, Bronze, Aluminium, Zink, Blei, Zinn, Titan, Gold, Silber und Platin haften nicht am Magneten.
Ist Edelstahl magnetisch?
Das hängt von der Sorte ab. Ferritischer und martensitischer Edelstahl haftet, austenitischer Edelstahl wie V2A und V4A im Normalzustand kaum oder gar nicht. An Biegekanten und Schweißnähten kann auch V2A leicht haften. Alle Details unter Ist Edelstahl magnetisch?
Ist Gold magnetisch?
Nein. Gold ist diamagnetisch und wird von einem Magneten sogar minimal abgestoßen, was du aber nicht spürst. Haftet ein Schmuckstück kräftig, ist es kein massives Gold. Haftet es nicht, beweist das umgekehrt noch keine Echtheit.
Ist Silber magnetisch?
Nein, Silber ist diamagnetisch, auch Sterlingsilber haftet nicht. Ein haftendes „Silberstück“ ist versilberter Stahl oder hat einen Stahlkern. Prüfe bei Ketten die Glieder, nicht den Verschluss – der ist oft aus Stahl.
Ist Nickel magnetisch?
Ja, reines Nickel ist ferromagnetisch und haftet am Magneten. In Legierungen hängt es von der Zusammensetzung ab: Im austenitischen Edelstahl V2A sorgt Nickel sogar dafür, dass der Stahl kaum noch magnetisch ist.
Ist Zink magnetisch?
Nein, Zink ist diamagnetisch. Verzinkter Stahl haftet trotzdem – dort ist nur eine dünne Zinkschicht auf einem Stahlkern. Massive Zinkteile wie Dachrinnen oder Zinkdruckguss bleiben nicht hängen.
Quellen: Einteilung in ferro-, para- und diamagnetische Metalle nach den Suszeptibilitätstabellen im CRC Handbook of Chemistry and Physics („Magnetic Susceptibility of the Elements and Inorganic Compounds“); Curie-Temperaturen von Eisen, Nickel, Kobalt und Gadolinium nach Wikipedia, Artikel „Curie-Temperatur“ (Tabelle Magnetwerkstoffe), abgerufen 19.09.2026, Eisen zusätzlich nach Informationsstelle Edelstahl Rostfrei, Merkblatt 827 „Magnetische Eigenschaften nichtrostender Stähle“ (2013); Edelstahlgruppen und Werkstoff 1.4016 nach ISER-Merkblatt 827 und DIN EN 10088-1; Dichte Titan nach Tabellenbuch Metall (Verlag Europa-Lehrmittel); Preise: Preismonitor schrottgeier.de, Stand , Rechenweg unter Methodik.
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