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Ist Stahl magnetisch? Und Eisen?

Kurze Antwort: ja, fast immer. Welche Stähle trotzdem nicht am Magneten haften, warum Eisen überhaupt magnetisch ist und wie der Magnet beim Schrott Geld wert ist.

5 Minuten Lesezeit Aktualisiert am Redaktion Schrottgeier

Ja, Stahl ist magnetisch – und Eisen auch: Ein Magnet haftet kräftig an Baustahl, Blech, Stahlrohr, Gusseisen und an fast jedem anderen Eisenwerkstoff. Physikalisch sind Eisen und die meisten Stähle ferromagnetisch. Es gibt nur wenige Ausnahmen, und die sind gut bekannt: austenitischer Edelstahl wie V2A und V4A haftet kaum, Manganhartstahl im abgeschreckten Zustand gar nicht. Und über rund 770 °C verliert auch reines Eisen seinen Magnetismus.

Welche Eisenwerkstoffe haften am Magneten?Baustahl, Gusseisen, verzinkter, verchromter und vernickelter Stahl sowie ferritischer Edelstahl haften; V2A und V4A kaum, an Kanten leicht; abgeschreckter Manganhartstahl nicht. Oberhalb von rund 770 °C verliert Eisen seinen Magnetismus.EISEN UND STAHLWelche Eisenwerkstoffe haften am Magneten?Baustahl, unlegierter StahlTräger, Bleche, Rohre, Regale, WerkzeughaftetGusseisen, GraugussGussradiatoren, Wannen, BremsscheibenhaftetVerzinkter Stahldünne Zinkschicht auf Stahlkern: Zäune, PfostenhaftetVerchromter oder vernickelter Stahlglänzende Schicht, darunter Stahl: Möbelrohre, WerkzeughaftetFerritischer Edelstahl, z. B. 1.4016rostfrei, ohne Nickel: Verkleidungen, Besteck 18/0haftetAustenitischer Edelstahl: V2A, V4ASpülen, Geländer; Kanten und Nähte können leicht haftenkaum, an Kanten leichtManganhartstahl X120Mn12abgeschreckt austenitisch: Brechbacken, Verschleißteilehaftet nichtHitze schaltet den Magnetismus abOberhalb der Curie-Temperatur von rund 770 °C ist Eisen nicht mehr ferromagnetisch. Kühlt es ab, haftet derMagnet wieder.Was kräftig haftet, läuft am Platz als Stahlschrott oder Guss. Edelstahl ohne Magnetwirkung ist wegen des Nickels mehr wert –und gehört in eine eigene Kiste.
Fast alle Eisenwerkstoffe haften – Ausnahmen sind austenitischer Edelstahl und Manganhartstahl.
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Warum ist Eisen magnetisch?

Jedes Eisenatom verhält sich wie ein winziger Magnet. Das Besondere am Eisen: Benachbarte Atome richten diese Mini-Magnete von selbst gleich aus und bilden kleine Bereiche mit gemeinsamer Richtung. Ohne äußeren Magneten zeigen diese Bereiche kreuz und quer, das Stück Eisen wirkt nach außen unmagnetisch. Hältst du einen Magneten daran, drehen sich die Bereiche nach ihm aus – das Eisen wird selbst zum Magneten und wird kräftig angezogen. Diesen Effekt nennt man Ferromagnetismus. Bei Raumtemperatur zeigen ihn im Alltag nur Eisen, Nickel und Kobalt.

Stahl ist Eisen mit wenig Kohlenstoff und je nach Sorte weiteren Legierungselementen. Solange das Eisen dabei in seiner normalen Kristallform bleibt, bleibt auch der Magnetismus. Das gilt für Baustahl, Werkzeugstahl, Federstahl und Blech ebenso wie für Gusseisen: Grauguss enthält viel Kohlenstoff, haftet aber ebenfalls kräftig. Guss und Stahl unterscheidest du deshalb nicht mit dem Magneten, sondern an Bruch, Klang und Oberfläche – siehe Gusseisen und Grauguss.

Welche Metalle außer Eisen am Magneten haften und welche nicht, zeigt die Übersicht Welche Metalle sind magnetisch?.

Welcher Stahl ist nicht magnetisch?

Unmagnetisch wird Stahl nur, wenn seine Legierung das Eisen in eine andere Kristallform zwingt: das austenitische Gefüge. Es ist nicht ferromagnetisch. Zwei Werkstoffgruppen nutzen das:

  • Austenitischer Edelstahl (V2A, V4A): Nickel hält den Chromstahl austenitisch. Spülen, Geländer, Töpfe aus 18/10-Stahl oder A2-Schrauben haften deshalb kaum. An Biegekanten, Gewinden und Schweißnähten kann der Magnet trotzdem leicht ziehen, weil sich dort durch Verformung ein magnetischer Anteil bildet. Alle Details stehen unter Ist Edelstahl magnetisch?.
  • Manganhartstahl (X120Mn12, Werkstoff 1.3401): Mit rund 12 % Mangan und gut 1 % Kohlenstoff ist er im abgeschreckten Lieferzustand austenitisch und unmagnetisch. Er steckt in Brechbacken, Schlagelementen von Mühlen und anderen Verschleißteilen aus der Aufbereitungstechnik. Wird er angelassen, also nachträglich wärmebehandelt, wird er laut Herstellerdatenblatt magnetisch.

Wichtig: Rostfrei heißt nicht unmagnetisch. Ferritischer Edelstahl wie 1.4016 oder Besteck mit der Angabe „18/0“ ist rostfrei und haftet trotzdem kräftig. Verzinkter, verchromter oder vernickelter Stahl haftet ebenfalls: Die glänzende Schicht ist dünn, darunter steckt normaler Stahl.

Die Curie-Temperatur: Wenn Eisen seinen Magnetismus verliert

Ferromagnetismus hat eine Temperaturgrenze. Bei Eisen liegt diese Curie-Temperatur bei 768 °C. Darüber zerfällt die gemeinsame Ausrichtung der Mini-Magnete, das Eisen verhält sich nur noch schwach paramagnetisch – ein Magnet würde an glühendem Eisen nicht mehr haften. Kühlt es ab, kehrt der Magnetismus zurück.

Für den Alltag heißt das: Kein Grund zur Sorge, dass Stahl seinen Magnetismus verliert. Temperaturen wie im Backofen oder am Grill ändern daran nichts.

Stahlschrott: Wofür der Magnet beim Verkauf gut ist

Auf dem Schrottplatz ist der Magnet das wichtigste Werkzeug. Was haftet, ist in aller Regel Eisen oder Stahl und wird als Masse bezahlt. Stahl-Mischschrott liegt aktuell bei 0,13–0,18 €/kg, Stand . Alles, was nicht haftet, ist Buntmetall, Aluminium oder Edelstahl – und bringt je Kilo ein Vielfaches.

Genau deshalb lohnt der Magnettest schon zu Hause:

  1. Zwei Haufen bilden Was kräftig haftet, kommt zum Eisen. Was nicht haftet, legst du getrennt daneben.
  2. Verbundteile prüfen Messingventile am Stahlheizkörper, Kupferwicklungen im Motor oder Alu-Profile an Stahlrahmen abtrennen, wo es mit wenig Aufwand geht.
  3. Edelstahl sichern Nicht oder nur an Kanten haftender Edelstahl gehört nicht zum Eisen, sondern in eine eigene Kiste – sonst wird er zum Eisenpreis abgerechnet.
  4. Guss getrennt fragen Manche Plätze nehmen sortenreinen Grauguss als eigene Sorte an. Vorher anrufen lohnt sich.

Große Anlagen arbeiten nach demselben Prinzip, nur maschinell: Lasthebemagnete und Magnetabscheider holen das Eisen aus dem Materialstrom, bevor die Buntmetalle weiter getrennt werden. Für Privatmengen gilt ehrlich gesagt: Eisen allein trägt die Fahrt oft nicht, erst der Buntmetallanteil macht eine Abholung interessant. Hast du eine größere Menge sortiert, vermittelt Schrottgeier dir einen Fachbetrieb in deiner Region – mit dem Überblick über Plätze und Preise bundesweit. Wie das abläuft, steht unter Schrottabholung.

Häufige Fragen: Ist Stahl magnetisch?

Ist Eisen magnetisch?

Ja. Eisen ist ferromagnetisch und wird von Magneten kräftig angezogen. Erst oberhalb der Curie-Temperatur von 768 °C verliert es diese Eigenschaft, beim Abkühlen kehrt sie zurück.

Ist jeder Stahl magnetisch?

Fast jeder. Ausnahmen sind austenitischer Edelstahl wie V2A und V4A, der kaum haftet, und Manganhartstahl im abgeschreckten Zustand. Ferritischer Edelstahl ist trotz „rostfrei“ magnetisch.

Ist Gusseisen magnetisch?

Ja, Grauguss und andere Gusseisensorten haften ebenso kräftig wie Stahl. Unterscheiden lassen sich beide über Bruchbild, Klang und Oberfläche.

Ist verzinkter Stahl magnetisch?

Ja. Die Zinkschicht ist dünn, der Kern ist normaler Stahl. Verzinkte Zäune und Pfosten laufen deshalb als Stahlschrott, nicht als Zink.

Warum wird ein Schraubendreher selbst magnetisch?

Weil gehärteter Stahl einen Teil der Ausrichtung behält, wenn er länger an einem Magneten war. Weicher Baustahl verliert sie dagegen fast sofort wieder.

Quellen: Ferromagnetismus von Eisen nach Wikipedia „Eisen“ und CRC Handbook of Chemistry and Physics („Magnetic Susceptibility of the Elements and Inorganic Compounds“); Curie-Temperatur von Eisen (768 °C) nach Wikipedia „Curie-Temperatur“, abgerufen 21.09.2026; Gefügegruppen und Magnetverhalten nichtrostender Stähle nach Informationsstelle Edelstahl Rostfrei, Merkblatt 827 „Magnetische Eigenschaften nichtrostender Stähle“ (2013); Manganhartstahl 1.3401 (Zusammensetzung, abgeschreckt austenitisch und unmagnetisch, nach dem Anlassen magnetisch, Anwendungen) nach Werkstoffdatenblatt 1.3401 der Grimm Edelstahlgroßhandlung und UnionStahl; Preise: Preismonitor schrottgeier.de, Stand , Rechenweg unter Methodik.