Ratgeber
Ist Blei magnetisch?
Kurze Antwort: nein. Was der Magnet bei Blei trotzdem verrät, woran du es schnell erkennst und was du beim Umgang und beim Verkauf beachten solltest.
Nein, Blei ist nicht magnetisch: Ein Magnet haftet weder an Bleiblech noch an einem Bleirohr oder einem Angelblei. Physikalisch ist Blei diamagnetisch – in einem Magnetfeld wird es sogar ganz leicht abgestoßen, nur so schwach, dass du es mit der Hand nicht spürst. Bleibt der Magnet an einem vermeintlichen Bleiteil hängen, steckt Eisen darin oder es ist gar kein Blei. Genau das macht den Magneten zum ersten Werkzeug, wenn du Blei sortierst.
Grafik auf der eigenen Seite verwenden
Kostenlos nutzbar, auch gewerblich, solange sichtbar auf schrottgeier.de als Quelle verlinkt wird. Einfach diesen Code einfügen:
<a href="https://schrottgeier.de/ratgeber/ist-blei-magnetisch/"> <img src="https://schrottgeier.de/wp-content/themes/schrottgeier/assets/img/grafiken/blei-erkennen.svg" alt="Blei erkennen: Gewicht je Liter im Vergleich, Magnettest, Ritzprobe, Farbe, Strich auf Papier und Gesundheitshinweis" width="800"> </a> <p>Grafik: <a href="https://schrottgeier.de/">schrottgeier.de</a></p>
Warum haftet kein Magnet an Blei?
Kräftig angezogen werden nur ferromagnetische Werkstoffe – im Alltag Eisen, Stahl, Nickel und Kobalt. Bei ihnen richten sich die winzigen magnetischen Momente benachbarter Atome gemeinsam aus. Blei hat diese Ordnung nicht. Seine Elektronen reagieren auf ein äußeres Magnetfeld mit einem schwachen Gegenfeld, und dadurch weicht es dem Magneten minimal aus. Die Physik nennt das Diamagnetismus. Die magnetische Suszeptibilität von Blei ist negativ und liegt in der Größenordnung von minus 10−5 – um viele Größenordnungen von dem entfernt, was du mit einem Haushaltsmagneten merken könntest.
Blei steht damit in einer Reihe mit Kupfer, Zink, Gold und Silber. Deutlich stärker diamagnetisch ist sein Nachbar im Periodensystem, das Wismut. Wie alle Metalle vom Schrottplatz am Magneten reagieren, zeigt die Übersicht Welche Metalle sind magnetisch?.
Wenn der Magnet an „Blei“ hängen bleibt
Haftet der Magnet, hast du fast immer eine dieser Situationen vor dir:
- Wuchtgewichte: Ältere Auswuchtgewichte von Autofelgen sind meist aus Blei, neuere überwiegend aus Zink oder Stahl. Die Stahlgewichte haften, Zink und Blei nicht – dann trennen Gewicht und Ritzprobe.
- Befestigungen im Blei: Nägel, Haken und Halteklammern in Dachblei, Stahlschellen an alten Bleirohren. Der Magnet zieht nur an diesen Stellen, das Blei drumherum bleibt unmagnetisch.
- Stahlkern oder Einleger: Manche Gewichte, Senkbleie oder Tauchgewichte haben eine Stahlöse oder einen Stahlkern, der mit Blei umgossen ist.
- Gar kein Blei: Dunkelgrau lackierter Stahl oder Guss kann auf den ersten Blick an Blei erinnern. Die Kratzprobe klärt das: Stahl lässt sich mit dem Fingernagel nicht ritzen.
Für den Verkauf heißt das: Alles, was am Magneten zieht, gehört nicht in die Bleikiste. Stahlteile ab, dann bleibt das Blei sortenrein.
Blei erkennen: vier Merkmale in einer Minute
Weil viele Metalle nicht am Magneten haften, braucht es für Blei noch weitere Hinweise. Die gute Nachricht: Kaum ein Metall ist so leicht zu erkennen.
- Gewicht Blei hat eine Dichte von rund 11,3 g/cm³. Ein Liter massives Blei wiegt über 11 kg, ein Liter Stahl knapp 8 kg. Ein Bleistück fühlt sich schwerer an, als es aussieht.
- Weichheit Mit einer Mohshärte von 1,5 ist Blei so weich, dass der Fingernagel Kerben hinterlässt und dünnes Blech sich mit der Hand biegen lässt.
- Farbe Eine frische Schnittfläche ist grauweiß und glänzt metallisch, läuft aber an der Luft schnell dunkelgrau und matt an.
- Strich Über Papier gezogen, hinterlässt Blei einen grauen Strich.
Verwechselt wird Blei vor allem mit Zink und Zinn. Welche Merkmale die drei trennen, welche Bleiteile als Schrott anfallen und wie du sie abgibst, steht ausführlich auf der Seite Blei Schrottpreis. Weitere Proben findest du im Ratgeber Metall bestimmen.
Blei ist giftig – drei einfache Regeln
Nicht schleifen, sägen oder erhitzen: Dabei entstehen Bleistaub und Dämpfe. Handschuhe tragen und danach Hände waschen, bevor du isst, trinkst oder rauchst. Kinder fernhalten und Bleireste nicht offen herumliegen lassen. Anfassen allein ist nicht das Problem, der Weg von der Hand in den Mund schon.
Was ist Blei wert?
Blei wird an der Londoner Metallbörse gehandelt. Umgerechnet liegt der Börsenwert für reines Blei derzeit bei 1,63 €/kg, Stand . Das ist der Wert für geprüfte Barren in Hüttenqualität – kein Ankaufspreis. Für Altblei zahlt der Handel spürbar weniger, weil Legierungsanteile, Anhaftungen, Schmelzverluste, der Aufwand für einen Schadstoff und die Handelsspanne abgehen. Eine feste Spanne je Kilo nennen wir bewusst nicht, weil uns die Kalibrierung gegen reale Platzpreise fehlt. Den Ankaufspreis nennt dir der Händler – mit dem Börsenwert im Kopf kannst du sein Angebot aber einordnen.
Sammel Blei getrennt, entferne Stahlteile ohne zu schleifen und frag vorher, ob der Platz Blei als eigene Sorte annimmt. Kommt bei einer Dachsanierung oder Entrümpelung mehr zusammen, vermittelt Schrottgeier dir einen Fachbetrieb in deiner Region, der dir vorher sagt, was er annimmt – mit dem Überblick von oben über Plätze und Sorten bundesweit.
Häufige Fragen: Ist Blei magnetisch?
Ist Blei magnetisch oder nicht?
Nein. Blei ist diamagnetisch und wird von einem Magneten minimal abgestoßen, was du nicht spürst. Haftet ein Magnet, steckt Stahl darin.
Ist Hartblei magnetisch?
Nein. Hartblei ist Blei mit Antimon. Beide Metalle sind nicht ferromagnetisch, auch die Legierung haftet nicht am Magneten.
Wie unterscheide ich Blei von Zink?
Beide haften nicht am Magneten. Blei ist bei gleicher Größe deutlich schwerer, lässt sich mit dem Fingernagel ritzen und färbt auf Papier ab. Zink ist härter und leichter.
Sind Wuchtgewichte magnetisch?
Das hängt vom Material ab. Stahlgewichte haften, Blei- und Zinkgewichte nicht. Mit Magnet und Ritzprobe kannst du sie sortieren.
Was bekomme ich für ein Kilo Altblei?
Eine feste Spanne nennen wir nicht. Der Börsenwert für reines Blei liegt derzeit bei 1,63 €/kg; für Altblei zahlt der Handel deutlich weniger. Den konkreten Preis nennt dir der Platz.
Quellen: Diamagnetismus, magnetische Suszeptibilität (χm = −1,6 · 10−5), Dichte (11,34 g/cm³), Mohshärte (1,5) und Aussehen frischer und oxidierter Flächen von Blei nach Wikipedia „Blei“, abgerufen 21.09.2026; Einordnung ferro-, para- und diamagnetischer Metalle nach CRC Handbook of Chemistry and Physics („Magnetic Susceptibility of the Elements and Inorganic Compounds“); Dichte von Eisen nach Wikipedia „Eisen“; Börsenwert: LME-Kassanotierung Blei über Westmetall, Euro-Referenzkurs der EZB, Rechenweg in der Methodik. Eine Ankaufsspanne je Kilogramm nennen wir für Blei nicht, weil die Kalibrierung gegen reale Platzpreise fehlt.
Preisalarm einrichten
Eine E-Mail, sobald deine Sorte die Schwelle erreicht – mit Berechnungsbasis.
Zum Preisalarm