Ratgeber
Ist Bronze magnetisch?
Kurze Antwort: nein. Hier liest du, was Bronze eigentlich ist, wie du sie von Messing und Rotguss unterscheidest und warum du beim Verkauf nach der Einstufung fragen solltest.
Nein, Bronze ist nicht magnetisch: Ein Magnet haftet weder an einer Bronzefigur noch an einem Bronzelager oder einer Glocke. Klassische Bronze besteht überwiegend aus Kupfer mit Zinn, und beide sind nicht ferromagnetisch. Die Legierung verhält sich wie Kupfer: diamagnetisch, also minimal abgestoßen – spürbar ist das nicht. Eine vorsichtige Ausnahme gibt es bei manchen Sonderbronzen mit Eisen- und Nickelzusatz, die einen starken Magneten ganz leicht spüren lassen können. Haftet ein Teil dagegen kräftig, steckt Stahl darin.
Grafik auf der eigenen Seite verwenden
Kostenlos nutzbar, auch gewerblich, solange sichtbar auf schrottgeier.de als Quelle verlinkt wird. Einfach diesen Code einfügen:
<a href="https://schrottgeier.de/ratgeber/ist-bronze-magnetisch/"> <img src="https://schrottgeier.de/wp-content/themes/schrottgeier/assets/img/grafiken/bronze-messing-rotguss.svg" alt="Bronze, Messing und Rotguss mit Beispielzusammensetzung, typischen Teilen, Farbe und Magnettest" width="800"> </a> <p>Grafik: <a href="https://schrottgeier.de/">schrottgeier.de</a></p>
Was ist Bronze – und was ist Messing?
Bronze, Messing und Rotguss sind alle Kupferlegierungen. Was sie unterscheidet, ist der wichtigste Zusatz:
| Legierung | Hauptbestandteile | Beispiel | Typische Teile |
|---|---|---|---|
| Zinnbronze | Kupfer und Zinn | CuSn10 | Glocken, Gleitlager, Kunstguss, Figuren |
| Messing | Kupfer und Zink | CuZn37 | Armaturen, Fittings, Beschläge, Schlüssel |
| Rotguss | Kupfer mit Zinn, Zink und Blei | CuSn5Zn5Pb5 | Pumpengehäuse, Ventile, Armaturen der Wasserversorgung |
Als Bronze gelten Legierungen mit mindestens 60 % Kupfer, deren Hauptzusatz nicht Zink ist – sonst wäre es Messing. Bei der klassischen Zinnbronze liegen Knetlegierungen bei höchstens 9 % Zinn, Gusslegierungen bei 9 bis 13 %. Glockenbronze enthält mit rund 20 % Zinn besonders viel. Rotguss trägt den Namen „Bronze“ oft umgangssprachlich, zählt fachlich aber nicht zu den Zinnbronzen, weil er Zinn, Zink und Blei kombiniert.
Für den Magnettest ist das egal: Kupfer, Zinn und Zink sind nicht ferromagnetisch, das kleine Bleiplus im Rotguss auch nicht. Keine der drei Legierungen haftet. Wie sich die übrigen Metalle vom Schrottplatz verhalten, zeigt die Übersicht Welche Metalle sind magnetisch?. Den Vergleich mit Messing im Detail findest du unter Ist Messing magnetisch?.
Sonderbronzen: Wann ein starker Magnet doch etwas spürt
Neben Zinnbronze gibt es Kupferlegierungen, die ebenfalls Bronze heißen, aber andere Zusätze haben. Die wichtigste ist Aluminiumbronze: Kupfer mit je nach Sorte etwa 5 bis 14 % Aluminium, oft zusätzlich mit Eisen, Nickel und Mangan. Sie ist seewasserbeständig und verschleißfest und steckt in Schiffspropellern, Lagern, Zahnrädern und hoch belasteten Schrauben.
In Nickel-Aluminiumbronzen bilden sich eisenreiche Gefügeanteile, die in der Fachliteratur als leicht ferromagnetisch beschrieben werden. Manche dieser Legierungen können deshalb auf einen kräftigen Neodym-Magneten schwach reagieren – ein leichtes Ziehen, kein Haften wie an Stahl. Für Anwendungen, bei denen es auf geringe Magnetwirkung ankommt, werden eigens Varianten mit besonders niedriger Permeabilität hergestellt.
Für dich heißt das: Ein leichtes Ziehen an einem goldfarbenen, schweren Industrieteil ist kein Beweis für Stahl. Bleibt der Magnet aber fest kleben, ist Stahl im Spiel – eine Schraube, ein Stahlkern, eine Buchse.
Bronze erkennen: Farbe, Patina, Klang
Der Magnet sagt dir nur, dass es kein Eisen ist. Bronze von Messing und Rotguss zu trennen, gelingt am besten mit dem Blick auf eine frische Kratzstelle:
- Farbe: Messing ist hell- bis goldgelb. Zinnbronze wirkt dunkler, eher braun-golden. Rotguss liegt rötlich zwischen Kupfer und Messing. Unter schwachem Licht verschwimmen die Unterschiede, am besten vergleichst du bei Tageslicht mit einem bekannten Messingteil.
- Patina: Alte Bronze im Freien bildet eine grüne bis blaugrüne Schicht, bekannt von Denkmälern und Kirchturmglocken. Unter der Patina kommt beim Kratzen das Metall zum Vorschein.
- Klang: Zinnreiche Bronze klingt beim Anschlagen hell und lange nach – deshalb werden Glocken daraus gegossen. Ein Klopftest ist aber nur ein Hinweis, Form und Wandstärke verändern den Ton stark.
- Gewicht: Bronze, Messing und Rotguss sind alle schwer, deutlich schwerer als Aluminium. Über das Gewicht allein trennst du sie nicht voneinander.
Mehr Prüfungen findest du im Ratgeber Metall bestimmen. Sicher bestimmen viele Händler die Legierung mit einem Analysegerät.
Was bringt Bronzeschrott?
Für Bronze nennen wir bewusst keine eigene Preisspanne. Anders als bei Messing fehlt uns dafür eine belastbare Kalibrierung gegen reale Ankaufspreise. Oft wird Bronze ähnlich wie Rotguss oder Messing eingestuft oder nach einer Analyse bewertet. Wie dein Platz das handhabt, erfährst du nur auf Nachfrage.
Als grobe Orientierung für die Nachbarsorte: Schweres Messing liegt im Preismonitor aktuell bei 5,61–6,51 €/kg, Stand . Das ist der Wert für Messing, nicht für Bronze. Alles zu Qualitäten und Abzügen steht auf der Sortenseite Messing Schrottpreis.
- Getrennt halten Bronze, Rotguss und Messing in eigene Behälter. Gemischt zahlt der Platz meist nach der schlechtesten Sorte.
- Fremdteile entfernen Stahlschrauben, Buchsen und Halterungen ab – der Magnet zeigt dir, wo.
- Vorher fragen Wie stuft der Platz Bronze ein? Gibt es einen eigenen Preis für Rotguss? Wird analysiert?
Kommt mehr zusammen, etwa bei einer Werkstattauflösung, vermittelt Schrottgeier dir einen Fachbetrieb in deiner Region, der dir vorher sagt, was er annimmt – mit dem Überblick von oben über Plätze und Sorten.
Häufige Fragen: Ist Bronze magnetisch?
Ist Bronze magnetisch oder nicht?
Nein. Zinnbronze aus Kupfer und Zinn ist nicht ferromagnetisch, ein Magnet haftet nicht. Nur manche Aluminiumbronzen mit Eisen- und Nickelzusatz können einen starken Magneten schwach spüren lassen.
Warum haftet der Magnet an meiner Bronzefigur?
Dann steckt Stahl darin: ein Gewindestab, eine Befestigung im Sockel oder ein Stahlkern. Oder die Figur ist nur bronziert, also Stahl oder Guss mit bronzefarbener Oberfläche.
Was ist der Unterschied zwischen Bronze und Messing?
Bronze ist Kupfer mit Zinn oder anderen Zusätzen, Messing ist Kupfer mit Zink als Hauptzusatz. Messing ist meist heller und gelber, Bronze dunkler und brauner.
Ist Rotguss Bronze?
Umgangssprachlich oft ja, fachlich nein. Rotguss kombiniert Kupfer mit Zinn, Zink und Blei und zählt nicht zu den Zinnbronzen. Am Schrottplatz wird er häufig als eigene Sorte gehandelt.
Was ist Bronze als Schrott wert?
Eine eigene Spanne nennen wir nicht, weil die Kalibrierung fehlt. Oft wird Bronze ähnlich wie Rotguss oder Messing eingestuft oder nach Analyse bewertet. Frag vorher nach.
Quellen: Definition von Bronze (mindestens 60 % Kupfer, Hauptzusatz nicht Zink), Zinngehalte von Knet- und Gusslegierungen, Aluminiumgehalt der Aluminiumbronze, Glockenbronze, Einordnung von Rotguss und Aluminiumbronze als „leicht magnetisch“ nach Wikipedia „Bronze“; Zusammensetzung und Anwendungen der Aluminiumbronze nach Wikipedia „Aluminiumbronze“; Rotguss-Legierungen (u. a. CuSn5Zn5Pb5) und Anwendungen nach Wikipedia „Rotguss“; Messing als Kupfer-Zink-Legierung nach Wikipedia „Messing“, alle abgerufen 21.09.2026; eisenreiche Kappa-Phasen und Ferromagnetismus in Nickel-Aluminiumbronze nach „A new nickel-aluminum bronze alloy with low magnetic permeability“, Metallurgical and Materials Transactions A, 1997; diamagnetisches Verhalten von Kupfer nach CRC Handbook of Chemistry and Physics; Preise: Preismonitor schrottgeier.de, Stand . Eine Ankaufsspanne für Bronze nennen wir nicht, weil die Kalibrierung gegen reale Platzpreise fehlt.
Preisalarm einrichten
Eine E-Mail, sobald deine Sorte die Schwelle erreicht – mit Berechnungsbasis.
Zum Preisalarm